Tesla aktualisiert seine Batteriesoftware nach einem Brand im Auto und behauptet die Langlebigkeit zu verbessern

Tesla aktualisiert seine Batteriesoftware nach einem Brand im Auto und behauptet die Langlebigkeit zu verbessern
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Tesla

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Tesla bringt ein Software-Update auf den Markt, das die Langlebigkeit der Batterien des Model S und des Model X verbessert, indem es das Wärmemanagementsystem der Flaggschiff-Limousine und die Batteriepakete des E-SUV optimiert. Anlass hierfür waren Tesla Model S Fahrzeuge, welche in letzter Zeit, scheinbar ohne äußere Einwirkung, in Brand geraten sind.

Sicherlich am bekanntesten ist das Video des Tesla Model S, welches scheinbar von selbst in Flammen aufgeht, als er in Shanghai geparkt wurde. Medien in Hongkong berichteten Anfang dieser Woche über ein weiteres Tesla-Feuer und Tesla sagte, dass es die Situation untersuchte. Man wolle den Kunden Unterstützung bieten und die Fakten zu den Vorfällen ermitteln.

Tesla trifft erste Maßnahmen, um Selbstentzündungen zu minimieren

„Während unsere Untersuchungen bei den Behörden noch andauern, haben wir festgestellt, dass nur wenige Batteriemodule betroffen sind und der Großteil des Akkupacks unbeschädigt ist. Die Tesla-Akkupacks sind nach dem neuesten Stand der Technik konstruiert, so dass sich in den seltensten Fällen ein Brand ausbreitet.“ Wenn sich allerdings einer ausbreiten sollte, dann sehr langsam und die Hitze aus dem Akku würde die Insassen auf ein entsprechendes Problem aufmerksam machen. Damit sei genügend Zeit zum Verlassen des Fahrzeugs gegeben.

Tesla gibt auch zu verstehen, dass die Sicherheit der Kunden oberste Priorität hat. Sollte man ein Problem erkennen, werde man alles Notwendige tun, um es zu lösen. In diesem Zusammenhang wurde nun das Update der Batteriesoftware für das Model S und Model X eingespielt, welches die „Lade- und Wärmemanagementeinstellungen“ verändert.

Unterschiede im Batterieaufbau schützen Model 3 vor Selbstentzündung

Das Model 3 sei nicht betroffen, bisher wurde für dieses auch keine Brände vermeldet. Man mag es sich eventuell so erklären, dass beim Model 3 jede Batteriezelle mit einer Kühlplatte verbunden ist und ein blaues aufschäumendes Material sich beim Erwärmen ausdehnt und verhindert, dass sich der Wärmeaustritt auf andere Zellen ausbreitet.

Der Grund, warum S/X-Batterien im Allgemeinen alle zusammen in Flammen aufgehen, ist, dass sie nicht diese Art der Trennung zwischen den Zellen in jedem Modul haben. Eine Zelle, die Feuer fängt, führt dazu, dass sich die umgebenden Zellen überhitzen und diese Feuer fangen und sich auf noch mehr Zellen ausbreiten. Der Akku ist nicht in der Lage, die Wärme schnell genug abzuführen.

Tesla lernt aus Daten von mehr als einer halben Millionen E-Autos und reagiert

„Während wir unsere Untersuchung der Grundursache fortsetzen, überarbeiten wir aus Vorsicht die Lade- und Wärmemanagementeinstellungen an Fahrzeugen des Model S und X über ein Over-the-Air-Software-Update, das heute mit der Einführung beginnt, um die Batterie weiter zu schützen und die Lebensdauer der Batterie zu verbessern.“

Nach und nach soll das Software-Update over-the-air auf die gesamte Flotte von Model S und Model X Fahrzeugen übertragen werden. Man halte dennoch an der Aussage fest, dass ein Tesla Fahrzeug „zehnmal seltener einen Brand erleide als ein Verbrenner“.

Mit weit über einer halben Millionen Fahrzeuge auf der Straße, mehr als die doppelte Zahl, die man Anfang letzten Jahres hatten, stehen genügend Daten zur Auswertung bereit. Teslas Team von Batterieexperten nutzt diese Daten, um Vorfälle, die auftreten, gründlich zu untersuchen und die Ursache zu verstehen. Obwohl Brandunfälle mit Tesla-Fahrzeugen bereits extrem selten sind und deren Elektroautos zehnmal weniger wahrscheinlich einen Brand erleiden als ein Verbrenner – wie Tesla zu verstehen gibt – strebt man an die Anzahl von Vorfällen auf Null zu reduzieren.

Zum Software-Update sei gesagt, dass Tesla mitteilt, dass die Aktualisierungen des Wärmemanagements keinen Einfluss auf die Spitzenladungsraten für die Flaggschiffe Limousine und SUV haben werden. So konnten die Besitzer von Model S und X ihre Fahrzeuge weiterhin mit Spitzenleistungen von bis zu 150 kW aus dem Supercharger-Netz aufladen.

Quelle: Electrek.co – Tesla is updating its battery software following a car fire, claims improve longevity // Teslarati – Tesla rolls out improved Model S/X battery thermal management software amid HK fire investigation

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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