Vier europäische Logistik- und Handelsunternehmen fahren ab sofort mit einem neuen Elektro-Lkw: SuperPanther hat in Steyr die ersten seriengefertigten Exemplare des eTopas 600 an DHL, Gress, Temmel und Lontex übergeben. Damit beginnt der reguläre kommerzielle Einsatz des Fahrzeugs in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Polen und der Tschechischen Republik. Vorausgegangen war eine monatelange Testphase, in der eine Kundenflotte in Deutschland und Österreich seit März 2026 mehr als 70.000 Kilometer im Realbetrieb zurücklegte.
Der eTopas 600 wird zwar in China entwickelt, aber im Rahmen einer Industriepartnerschaft in Österreich gefertigt. Bei Steyr Automotive werden vormontierte Module aus China in die Endmontage integriert, während SuperPanther zentrale Systeme wie die Zweimotor-Elektroachse, die Hochvolt-Leistungselektronik und das Thermomanagementsystem beisteuert. Zusätzliche Komponenten liefern europäische Zulieferer wie ZF, Schaeffler, Aumovio, Infineon, Michelin, Continental, Goodyear und Castrol zu, Steyr Automotive verantwortet Endmontage, Inbetriebnahme und Qualitätsabnahme.
SuperPanther: Reichweite und Ladezeiten im Praxistest
Die technischen Werte aus der Testphase fallen deutlich aus: Bei einem durchschnittlichen Energieverbrauch von rund 0,94 kWh pro Kilometer erreicht der Lkw unter realen europäischen Betriebsbedingungen mit gemischter Zuladung etwa 600 Kilometer Reichweite. Möglich macht das eine 621-kWh-Batterie auf Lithium-Eisenphosphat-Basis von CATL im 876-Volt-System, ausgelegt für bis zu 4500 vollständige Ladezyklen oder eine Lebensdauer von bis zu 1,2 Millionen Kilometern.
Über zwei CCS2-Anschlüsse lässt sich das Fahrzeug gleichzeitig an zwei Ladepunkten laden. In Tests erreichte diese Dual-Schnellladefunktion eine Spitzenleistung von 646,7 kW und eine stabile Durchschnittsleistung von 635 kW, wodurch sich der Ladezustand in unter 38 Minuten von 20 auf 80 Prozent anheben ließ, sofern zwei geeignete Ladepunkte zur Verfügung standen.
Bei einem zulässigen Gesamtzuggewicht von 42 Tonnen und einem Leergewicht von 10,8 Tonnen bleibt eine hohe Nutzlast erhalten. Die Dualmotor-Elektroachse leistet 394 kW im Dauerbetrieb und 692 kW als Spitzenwert. Ein integriertes Thermomanagementsystem mit Niedertemperatur-Wärmepumpe soll den zuverlässigen Betrieb bei Temperaturen zwischen minus 35 und plus 40 Grad Celsius sicherstellen, was den Lkw grundsätzlich auch für nordische oder südeuropäische Einsatzgebiete tauglich machen würde.
Chao Liu: „Europa braucht einen Industriepartner“
SuperPanther-Gründer und CEO Chao Liu betonte anlässlich der Produktionseröffnung am 27. Juli 2026 in Steyr den Ansatz hinter dem Projekt: Europa brauche keinen weiteren importierten Lkw, sondern einen Industriepartner. Durch die Verbindung der eigenen Technologieplattform mit europäischer Fertigung, Validierung und Servicekompetenz entstehe ein Produkt für Europa, gemeinsam mit Europa entwickelt.
Auch Siegfried Wolf, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Steyr Automotive GmbH, ordnete den Produktionsstart als Beleg für die Stärke internationaler Zusammenarbeit ein. Die Partnerschaft vereine komplementäre Stärken und zeige, wie sich der Übergang zu einem nachhaltigen Nutzfahrzeugverkehr in Europa beschleunigen lasse. Dr. Michael Ruf, Europa-Chef von SuperPanther, ergänzte, dass Europa nicht als reiner Absatzmarkt betrachtet werde, sondern als System, in dem ein Fahrzeug regulatorisch, industriell und im laufenden Betrieb funktionieren müsse.
Für Wartung und Reparatur setzt SuperPanther auf eine Kooperation mit dem markenunabhängigen Werkstattnetzwerk Alltrucks, das auch einen durchgehenden Pannendienst umfasst. Parallel dazu baut das Unternehmen eigene Strukturen auf, darunter Qualifizierungsprogramme für Servicetechniker:innen, eine eigene Ersatzteillogistik sowie Ferndiagnose- und Over-the-Air-Funktionen für drahtlose Softwareaktualisierungen.
Quelle: SuperPanther – Pressemitteilung per Mail








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