Studie: Der typische E-Auto-Fahrer existiert nicht mehr

Studie: Der typische E-Auto-Fahrer existiert nicht mehr
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Der eine vergleicht gründlich Tarife und Konfigurationen, bevor er unterschreibt, der andere lässt sich Status und Komfort auch etwas kosten. Wie unterschiedlich die Menschen hinter dem Steuer eines Elektroautos inzwischen ticken, zeigt die neue EV Charging Persona Study 2026 (Link zu Auszug aus Studie) der UScale GmbH, für die im Juni 2026 insgesamt 1016 rein batterieelektrisch fahrende Personen in Deutschland befragt wurden. Herausgekommen sind vier Lade-Personas mit jeweils eigenen Werten und Kaufmotiven, ein Bild, das mit dem einen typischen E-Auto-Fahrer endgültig aufräumt.

Grundlage ist eine doppelte Unterscheidung: zum einen, wo und wie oft jemand lädt, das ergibt fünf Verhaltensprofile von den Homebodies, die fast ausschließlich zuhause laden, bis zu den Vielfahrern, die überall laden. Zum anderen, was die Person beim Autokauf eigentlich antreibt, das ergibt die vier Lade-Personas: der pragmatische Informationssucher mit 38 Prozent, der entspannte Einsteiger mit 24 Prozent, der kostenbewusste Alltagsfahrer mit 23 Prozent und der statusorientierte Komfortkäufer mit 15 Prozent.

Der pragmatische Informationssucher bleibt damit mit Abstand die größte Gruppe, tendenziell ein Vertreter der Pioniere der Elektromobilität. Stellvertretend zitiert die Studie den 43-jährigen Ingenieur Thomas: „Ich will wissen, was ich kaufe. Bezahlen will ich dafür nicht mehr als nötig.“ Mehrheitlich männlich, überwiegend der Generation Y zugehörig und mit 37 Prozent überdurchschnittlich oft akademisch gebildet, verlässt sich diese Gruppe beim Kauf lieber auf eigene Recherche als auf Marke oder Empfehlung, das Einkommen liegt meist zwischen 3000 und 7000 Euro netto im Monat, und vier von zehn arbeiten überwiegend vor Ort statt im Homeoffice.

Den stärksten Kontrast dazu bildet der statusorientierte Komfortkäufer, in der Studie als Matthias vertreten: Für ihn zählen Marke und Komfort mehr als der reine Preisvergleich, in der Kaufentscheidung tritt er damit fast als Gegenentwurf zum Informationssucher auf. Der entspannte Einsteiger, Lea, und der kostenbewusste Alltagsfahrer, Julian, liegen dazwischen und tragen ihre jeweilige Priorität, Gelassenheit hier, Preis dort, bereits im Namen.

Für die Branche heißt das: Ein einheitliches Angebot für alle E-Auto-Fahrenden funktioniert immer weniger. Automobilhersteller, Energieversorger und Ladepunktbetreiber können mit der Typisierung genauer bestimmen, welche Produkte und Pain Points eine Zielgruppe hat und über welche Kanäle und mit welcher Botschaft sie sich erreichen lässt, statt alle vier Gruppen mit derselben Ansprache zu bedienen. Für Angebote rund um Home Charging und Public Charging liefert das laut UScale konkrete Ansatzpunkte. Wer den Unterschied zwischen Informationssucher und Komfortkäufer ignoriert, spricht am Ende häufig keine der beiden Gruppen wirklich an.

Quelle: UScale GmbH – EV Charging Persona Study 2026

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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