Bereitschaft, in den Klimaschutz zu investieren, nimmt deutlich zu

Bereitschaft, in den Klimaschutz zu investieren, nimmt deutlich zu
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Michael Neißendorfer
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Die Menschen in Deutschland sind wieder stärker bereit, sich persönlich mit Investitionen für den Klimaschutz einzusetzen. Der Anteil der Haushalte, die Handlungsbereitschaft bekunden, ist deutlich gestiegen: von 59 Prozent im Vorjahr auf nun 66 Prozent. Die Rückgänge der letzten Jahre sind damit größtenteils wettgemacht.

Das ist ein Ergebnis des KfW-Energiewendebarometers, für das KfW Research zwischen Dezember 2025 und April 2026 mehr als 4300 Haushalte in Deutschland repräsentativ befragt hat. 84 Prozent der Haushalte gaben an, dass sie Klimaschutz für wichtig oder sehr wichtig halten – ein Jahr zuvor waren es ähnlich hohe 83 Prozent.

„In den vergangenen Jahren wirkten viele Menschen in Deutschland ‚klimamüde‘. Das Thema Klimaschutz stand weniger stark im Fokus. Trotz andauernder Konjunkturdelle in Deutschland scheinen die Menschen nun wieder umzudenken; sie wollen wieder in die Energiewende investieren. Das ist eine gute Nachricht. Der außergewöhnliche Hitzesommer 2026 hat die Notwendigkeit des Klimaschutzes nochmal klar verdeutlicht“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Der Anteil der Haushalte, die mindestens eine Energiewendetechnologie nutzen, ist auf 34 Prozent beziehungsweise rund 14 Millionen Haushalte gestiegen. Das sind etwa 1,1 Millionen Haushalte mehr als im Vorjahr. 2025 war der Anstieg zum Vorjahr mit rund 800.000 Haushalten noch geringer ausgefallen – der Hochlauf hat also Fahrt aufgenommen. Binnen Jahresfrist planen zudem 5 Prozent der Haushalte die erstmalige Anschaffung einer Energiewendetechnologie. Zu diesen zählt KfW Research Wärmepumpen, auf dem Dach montierte Photovoltaikanlagen (PV), Solarthermieanlagen, Batteriespeicher, Holzpelletheizungen und Elektroautos.

Besonders dynamisch entwickelt sich die Nachfrage nach Elektroautos und Aufdach-PV-Anlagen. Der Anteil der Haushalte mit reinem Elektroauto oder Plug-in-Hybrid ist binnen eines Jahres von 7 auf 10 Prozent gestiegen. 18 Prozent der Haushalte nutzen zudem eine Aufdach-PV-Anlage, vor einem Jahr waren es nur 16 Prozent. Mehr als jede zweite dieser PV-Anlagen, 55 Prozent, wird zusammen mit einem Batteriespeicher betrieben. Vor drei Jahren war es nicht einmal jede dritte (31 Prozent). Schaut man allein auf Eigentümer, so besitzen bereits 34 Prozent von ihnen eine Aufdach-PV-Anlage und 17 Prozent ein Elektroauto.

KfW

Das Gefälle zwischen Eigentümern und Mietern bleibt unverändert hoch. 59 Prozent der Haushalte im eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus nutzen mindestens eine Energiewendetechnologie, das sind fast viermal so viele wie Haushalte in Mietwohnungen (15 Prozent). Zudem sind Haushalte mit höherem Einkommen deutlich häufiger „Energiewender“ als ärmere Haushalte. Angesichts der zunehmenden Verteuerung fossiler Energieträger bedeutet diese Spreizung, dass gerade die vulnerablen Gruppen künftig mit steigendem Kostendruck zu rechnen haben. Fast zwei Drittel der Haushalte in Deutschland (63 Prozent) heizen derzeit weiter mit Gas oder Öl, Wärmepumpen nutzen 9 Prozent der Haushalte.

„Haushalten im unteren Einkommenssegment fehlen oft die Mittel für Investitionen in klimaschonende Technologien. Durch die steigende CO2-Bepreisung werden genau diese Haushalte in den kommenden Jahren überproportional belastet. Um die Energiewende in die Breite zu tragen, ist es wichtig, auch einkommensschwächere Haushalte durch gezielte Fördermaßnahmen für Energiewendetechnologien zu gewinnen“, mahnt KfW-Chefvolkswirt Schumacher.

Quelle: KfW – Pressemitteilung vom 27.08.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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