Stadt, Land, Autobahn: So weit kommt ein Elektroauto wie der VW ID.3

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 8 min

Mächtig Reichweite abspulen ist mit der aktuellen Generation an Elektroautos wie dem VW ID.3 kein Problem. Denn nicht nur die Akkukapazitäten neuer E-Autos sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Der ID.3 verfügt auch über innovative Technologien, die ihn für jede Verkehrssituation gut wappnen. Außerdem fährt man mit einem E-Modell anders, bewusster, gezielter, effizienter – und hat dabei trotzdem jede Menge Fahrspaß. In einer aktuellen Mitteilung hat VW spannende Fakten zu insgesamt sechs verschiedenen Fahrszenarien zusammengestellt. Sie zeigen, wie alltagstauglich E-Autos mittlerweile geworden sind.

Städtische Rushhour, zehn Prozent Restkapazität

Nur noch zehn Prozent Restakku sind kein Grund für Reichweitenangst: Elektroautos wie der ID.3 haben so einige technische Raffinessen an Bord, die man nutzen kann, um weiterhin entspannt zu bleiben. Zehn Prozent Batterieladung bedeuten beim ID.3 Pro S immerhin noch rund 55 Kilometer Reichweite. Im städtischen Stop-and-go-Verkehr sogar noch mehr. Denn: Der Stromverbrauch bei innerorts während der Stoßzeiten üblichen Geschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h liegt beim ID.3 Pro S bei rund 10 kWh auf 100 km (WLTP). Mit einer Kapazität von 77 kWh bei der größten Batterie könnte man bei einem Ladestand von nur noch zehn Prozent also 77 Kilometer weit fahren. Der durchschnittliche Pendler fährt insgesamt etwa 40 Kilometer am Tag. Somit dürfte auch die deutliche Mehrheit der Autofahrer damit auf jeden Fall ans Ziel kommen.

Generell verbraucht der ID.3 Pro S kombiniert nur 17,7 bis 15,9 kWh pro 100 Kilometer. Hinzu kommt, dass diese Energie vom E-Motor fast komplett in Bewegungsenergie umgesetzt werden kann. Denn der Wirkungsgrad eines Stromers liegt bei bis zu 90 Prozent. Beim Verbrenner sind es maximal 40 Prozent, der Rest verpufft einfach als Wärme.

Volkswagen-Elektroauto-Reichweite-Rushhour

Sollte es doch einmal eng werden, kann der Leistungsbedarf von Heizung, Klimaanlage oder Radio heruntergefahren werden. Das intelligente ID.3 Batteriemanagementsystem macht diesen Schritt von selbst, sobald die Batterieladung unter fünf Prozent geht, fährt man im sogenannten „Turtle Mode“ – also sinnbildlich im „Schildkrötenmodus“.

Der Verbrauchsanteil der Nebenaggregate ist umso höher, je geringer die Durchschnittsgeschwindigkeit ist. Das ergibt insbesondere im Stop-and-go-Verkehr ein hohes Einsparpotenzial – für den Fall der Fälle. Liegen bleiben wird man aber nicht: Denn in Großstädten wie etwa Hamburg, Berlin oder München sind bereits heute jeweils mehr als 1000 Ladepunkte zu finden.

Fix zum Ziel über die Autobahn

Elektromobilität ist alles andere als langsam und macht richtig Spaß. Vor allem beim Beschleunigen. Und dafür ist der ID.3 Pro S mit 150 kW / 204 PS und 310 Nm Drehmoment ideal – selbst bei längeren Volllastfahrten auf der Autobahn. Doch was passiert, wenn man das „Spaßpedal“ mal stärker durchdrückt? Grundsätzlich ist das problemlos. Aber dann steigt natürlich – wie auch bei jedem Verbrenner – der Verbrauch. Wird etwa bei frühlingshaften 15 Grad konstant mit einer Geschwindigkeit von 130 km/h für 30 Minuten gefahren, schlägt dies mit gut 14 kWh zu Buche – was bei einem Verbrenner aber nur 1,6 Liter Superbenzin entspricht. Um die vorhandene Energie jedoch optimal auszunutzen, empfiehlt sich generell auch auf Autobahnen eine niedrigere Geschwindigkeit von etwa 120 km/h.

Insgesamt schafft der ID.3 Pro S im WLTP-Zyklus bis zu 549 Kilometer und gilt selbst bei sportlicher Fahrweise als effizientes und reichweitenstarkes E-Fahrzeug. Der ADAC spricht übrigens bei Elektroautos von „Langstreckenautos“, wenn eine Reichweite von 200 Kilometern realistisch ist. Ausreichend Fahrdisziplin vorausgesetzt, sind sogar mit dem mittleren Batteriepaket (58 kWh und 420 Kilometer gemäß WLTP) beachtliche 531 Kilometer mit einer Batterieladung möglich. Das zeigte eine Rekordfahrt mit dem ID.3 Pro Performance von Zwickau in die Schweiz. Möglich macht das neben dem smarten Batteriesystem und dem starken E-Motor auch der niedrige cW-Wert von 0,267.

Volkswagen-Elektroauto-Reichweite-Autobahn

Schlussendlich gilt beim E-Fahrzeug aber genauso wie bei jedem anderen Auto: Der Mix macht’s. Nach schnellem Fahren also am besten in den „Eco-Modus“ umschalten, um der Batterie und dem Kühlsystem eine Pause zu gönnen – und auch selbst entspannt ans Ziel zu kommen.

Voll beladen in den Urlaub: eine gute Idee?

Mit Kind und Kegel in den wohlverdienten Urlaub – diesmal nach Paris. Mit dem ID.3 ist das ohne weiteres möglich. Also nichts wie los – Gepäck verstauen und ab in die Sommerferien bei 25 Grad im Schatten. Die knapp 900 Kilometer werden auf zügiger Autobahn und malerischen Landstraßen zurückgelegt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei entspannten 80 km/h.

Der ID.3 Pro S kann mit bis zu 412 (plus 75 kg für Fahrer, Gepäck) Kilogramm beladen werden. Das ergibt ein Gesamtgewicht von 2260 Kilogramm, welches voll ausgeschöpft natürlich auch Einfluss auf die Reichweite hat. Voll beladen sind auf dieser Fahrt mit der 77-kWh-Batterie realistisch 450 Kilometer machbar. Dabei sollte vor Fahrtantritt aber auch der optimale Reifendruck im Auge behalten werden. Liegt dieser unter dem Sollwert, dann erhöhen sich Verschleiß und Rollwiderstand; der Verbrauch steigt um bis zu 0,2 kWh/100 km und führt so zu einer geringeren Reichweite.

Volkswagen-Elektroauto-Reichweite-Urlaub

Reichweitenunterstützend ist bei Elektroautos auch das „Segeln“. Hierbei wird Strecke zurückgelegt, ohne Energie aufzuwenden. Das ist beim ID.3 grundsätzlich in der Fahrstufe „D“ möglich und geht ganz einfach, indem der Fuß vom Gaspedal genommen wird. Ist der „Eco-Assistent“ aktiviert, kann so über die „Rekuperation“ die Hochvoltbatterie wieder geladen werden – das macht der ID.3 ganz automatisch und berücksichtigt dabei die aktuelle Fahrsituation und sogar Tempolimits. Besonders viel Energie kann im „Sport-Modus“ zurückgewonnen werden.

Klar ist aber auch: Das Gewicht muss am Anfang mit mehr Energie beschleunigt werden. Hier kommt es auf den individuell geschicktesten Fahrstil an.

Fahrt in die Berge: Die Luft wird dünn!

In der Früh bei zehn Grad: auf zum Wochenendtrip in die Alpen. Da geht’s schon mal bei Steigungen von über 15 Prozent auf knapp 3000 Meter Höhe! Das schafft der ID.3 selbst bei verschiedenen Witterungsbedingungen und Straßenbelägen problemlos. Denn Höhenluft hat – anders als bei reinen Saugmotoren – keinen Einfluss auf die Leistung des E-Motors. Dieser ist beim ID.3 ein effizienter Synchronmotor mit Permanentmagnet (PSM), der geringe Stromwärmeverluste hat. Zudem ist der E-Motor kompakt gebaut: Er passt sogar in eine Sporttasche und bringt nur rund 90 Kilogramm Gewicht mit sich.

Volkswagen-Elektroauto-Reichweite-Berge

Die hügelige Route ist besonders anspruchsvoll (Steigungen und Gefälle im permanenten Wechsel) und führt größtenteils über Landstraßen. Geht es bergab, dann gerne den Fuß vom Strompedal nehmen und in den Rekuperationsmodus „B“ wechseln, rät Volkswagen. So kann bis zu 3/4 der kinetischen Energie zurückgewonnen werden. Diese Art zu fahren – also ein komfortabler „New Drivestyle“ – ist exklusiv Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen vorbehalten und bietet klare Vorteile gegenüber dem Verbrenner.

Flotte Fahrt im Hochsommer

Sommer, Sonne, Wochenende! Draußen herrscht Kaiserwetter und deshalb geht es mit dem ID.3 zum Strandtrip nach Timmendorf. Bei der Nutzung der Klimaanlage gilt die Faustformel: Kühlen benötigt weniger Energie als Heizen. Cruist der ID.3 entlang der Strandpromenade mit 20 km/h bei 30 Grad Außentemperatur, dann braucht die Klimaanlage weniger als 1 kW, um im Innenraum eine angenehme Temperatur zu halten. Diese großen Temperaturunterschiede kommen jedoch eher selten vor. So war es im Sommer 2019 in Deutschland im Durchschnitt nur 19,7 Grad warm, eine Zuschaltung der Klimaautomatik kaum nötig. Zur optimalen Entfeuchtung läuft sie bedarfsgerecht und verbrauchsarm im Hintergrund.

Volkswagen-Elektroauto-Reichweite-Sommer

Nach einem tollen Strandtag soll’s dann auch fix zurück nach Hause gehen. Doch die Sonne hat den Innenraum ordentlich aufgeheizt: Also besser die Stauhitze vor Fahrtantritt entlassen. Dann ab in den Sportmodus: Ein Spurt von 0 auf 100 km/h ist mit dem ID.3 Pro S bereits in 7,9 Sekunden erreicht! Aber besser Fenster zu, damit die Klimaanlage optimal arbeiten kann. Über die Autobahn geht’s dann mit konstanten 120 km/h zurück. Eine ideale Geschwindigkeit, weil hier besonders die Aerodynamik des vollverkleideten Unterbodens und die strömungsoptimierte Karosserie (ähnlich einer Tropfenform) zum Tragen kommen.

Draußen dunkel und eiskalt, innen mollig: Kommen wir ans Ziel?

„Driving home for Christmas“: Der Winter hat sein Schneekleid über die Landschaft gelegt und Väterchen Frost kühlt die Außentemperatur auf konstante 10 Grad Minus. Bei solch eisigen Startbedingungen gibt es leichte Einschränkungen der Leistung. Das gilt für Verbrenner (Motor benötigt länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen) wie auch für E-Fahrzeuge, da die Batterien bei starker Kälte etwas weniger leistungsfähig sind. Diesen Effekt minimiert jedoch die eingebaute Batterieheizung.

Reichweitenunterstützend wirkt beim ID.3 die sogenannte „Hochvolt-PTC-Einheit“. Sie setzt die elektrische Energie der Batterie direkt in Wärme um. Im Verbund mit der optionalen Wärmepumpe werden so weitere Wärmequellen für eine höhere Effizienz genutzt. So werden aus 1 kW elektrischer Energie (Batterie) bis zu 2 kW Wärmeleistung.

Volkswagen-Elektroauto-Reichweite-Winter

Hinzu kommt, dass in der dunklen und kalten Jahreszeit Verbraucher wie Heckscheibenheizung und Scheinwerfer mehr in Anspruch genommen werden als in anderen Monaten. Ist etwa die Heckscheibe mit Raureif oder gar Frost bedeckt, verbraucht die Heckscheibenheizung rund 0,0033 kWh. Tipp: Die Umluftregelung der Klimaanlage ist permanent aktiv und regelt bedarfsgerecht den Umluftanteil, um Heizenergie bei weiterhin freier Sicht zu sparen. Auch ist es ratsam, bei der gewünschten Cockpit-Temperatur die Sitz- und Lenkradheizung wieder zu deaktivieren, um hierdurch weitere Energie zu sparen.

Grundsätzlich gilt es wie sonst auch, vorausschauend zu fahren. Dadurch wird mechanisches Bremsen vermieden und stattdessen kann rekuperiert werden, um Energie zurückzugewinnen. In jeder Fahrsituation sind eine klare Sicht und optimales Licht wichtig: Deshalb kommt der ID.3 serienmäßig bereits mit LED-Scheinwerfern. Diese brauchen rund 73 Prozent weniger Energie als herkömmliche Halogen-Scheinwerfer. Wählt man etwa das optionale IQ.LIGHT mit den neuesten LED-Matrix-Scheinwerfern, dann leuchten insgesamt 48 LEDs die Straße aus, und das mit 44 Prozent weniger Energie.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 05.01.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Alex S.:

Also ich bin an drei Tagen den ID.3 gefahren und muß sagen, ich kann den Betrug schon riechen.
Ich habe tatsächlich an allen drei Tagen einen Durchschnittsverbrauch von mhr als 22 Kw gehabt. Was steht in den Herstellerangaben?
Die Tagestemperatur betrug ca. 14°C.
Außerdem fuhr der 170Kw starke Motor mehrmals im reduzierten Modus, da sich bei mehreren Fahrtantritten Fehlermeldungen zeigten, die erst wieder nach dem Ausschalten und längerem Abstellen des Fahrzeugs verschwunden waren. Wie von Geisterhand.
Verkäufer: Ja, das hat er manchmal, stellt aber kein Problem dar.
Soso, mit der Hälfte der Leistung trotzdem 22Kw zu verbrauchen ist also kein Problem. Versprochen :-)
Auch ohne Fehlermeldung ist die Leistung des ID.3 nicht berauschend, ziemlich langweilig und das Mini-Cockpit ist lächerlich, braucht keiner so ein Zusatzding auf der Lenksäule.
Ich bin sehr enttäuscht über diese chinesische Ingenieursleistung.

wv6661@gmx.de:

In Felsberg bei Kassel ist ein 2 Tage alt und 300 Km gefahrender Golf 8 Hybrid wären der Fahrt mit einen hellen blauen Blitz explodiert. Fahrer und Beifahrer sind leicht verletzt, dem Beifahrer hat es sogar die Brille vom Kopf gerissen. Der VW Golf 8 ist ausgebrannt.

Daniel W.:

Ich frage mich wo die Langstreckenfahrer sind und wieviel es überhaupt gibt – reden wir da über eine Minderheit, die BEVs mit 600 km Reichweite brauchen?

Ich bin über 40 Jahre mit dem Auto gefahren und hätte mit einem BEV (240 km Reichweite) nur beim Österreichurlaub vor gut 30 Jahren zwischenladen müssen.

Die große Mehrheit kommt mit 40 km am Tag locker hin plus Wochenendfahrt ins Grüne wohl keine 400 km pro Woche – also 2 Ladungen in der Woche würden reichen.

IT-JiM:

So ein Quatsch. Ich bin nie gestresst durch schnelles Fahren. Ich schwimme mit dem Verkehr mit. Ist die Bahn frei fährt man schneller. Meist fahre ich im Urlaub mit adaptiven Tempomat auf 210km/h und Lenkassistenten. Ist der Verkehr langsam fährt man langsam ist die Bahn frei fährt man schnell. Da ist nichts stressig dran. Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich schneller und ohne Tempomat da dieser nur bis 210 funktioniert. Auch da bin ich nicht gestresst Dank gleicher Fahrweise.

IT-JiM:

Waren sie schonmal in Griechenland, Kroatien, Slowenien, Tschechien? Da fährt man unsere alten Diesel, baut den SCR aus und freut sich darüber auch endlich Passat, Mercedes und BMW fahren und leisten zu können. In diesen Ländern gibt es seitens der Fahrer weder Interesse noch Kapital für E-Mobilität. Von der Infrastruktur fange ich gar nicht erst an.

IT-JiM:

Auch eine zentrale Serverfarm hat eine max Live Time von 5 Jahren. Kein Unternehmen betreibt Server über EoL. Das geht meist auch gar nicht, da Cisco, HP, TK & Co keinen längeren Support und Sale anbieten. Bedeutet also spätestens alle 5 Jahre muss alles ausgetauscht werden. Alleine die Herstellungskosten dieser Server Umgebungen ist nach ökologischen Maßstäben eine riesen Sauerei. Dazu kommt die eingeschränkte Recyclingfähigkeit und der stetig wachsende Energiebedarf für den Betrieb. Davon wird sicherlich ein Teil aus regenerativen Quellen genutzt aber eben nur ein sehr kleiner Teil. Dieser Teil wächst nicht annähernd so schnell, wie der Mehrverbrauch steigt. Dazu kommt die Gewinnung und Verwendung diverser ökologisch- und sozialproblematischer Ressourcen (Gold, Nickel, Lithium, etc.). Allein das in Mainboards verwendete Glasfaser ist schon eine riesen Sauerei und läßt sich überhaupt nicht recyceln. Es sei denn zu Staub zermahlen und in Beton kippen ist neuerdings ökologisches Recycling…

IT-JiM:

Ich verbringe die Zeit mit meiner Familie, Pflege meinen Permakulturgarten und genieße qualitative Freizeit.

Dagobert Duck:

Ich sage doch als Zweitwagen ist das okay. Die Wagen sind in Ordnung um zur Arbeit zu pendeln und die Einkäufe in der Stadt zu machen. Auch um alleine kann eine Strecke mit 1-2 Ladestopps zu machen mag das okay sein, wenn man es nur 2 mal im Jahr braucht. Kaufen sie aber keinen aktuellen BEV Neuwagen von ihrem eigenen Geld. Nur der Batterietechnik von in 5 Jahren sehen die BEVs von heute alt aus und das wird sich im Wert niederschlagen.

Ich sage aber auch:
Sie können aktuell nicht alle Bereiche abdecken. Für die meisten Familien geht es eben nicht als alleiniges Fahrzeug. Das muss mal ein Hänger gezogen werden oder mit Dachbox in den Winterurlaub gefahren werden, etc. BEVs mit denen das mit Einschränkungen funktioniert Kosten oberhalb 100.000€. Dem gegenüber erledigt diese Aufgabe jeder 10 Jahre alte Kombi aus der Kompaktklasse.

Was auch stimmt ist, dass die heutigen BEV Kleinwagen Spielzeuge mit 150km realer Autobahnreichweite sind. Viele Kleinwagen beginnen ihr Leben als Zweit oder Drittwagen einer wohlhabenden Familie, gehen dort dann als erstes Auto in den Besitz des Kindes und sind danach das einzige Auto eines Angestellten im Niedriglohnsektor.
Wie ich schon gesagt habe: Mir tut bereits die Tochter leid, die im Studium auch mal aus ihrer Studentenstadt die Eltern besuchen will. Für den dritten Besitzer ist es dann nach 12-15 Jahren mit 70% SoC ganz vorbei…
Ich habe mir mit 18 den Twingo von meiner Mutter geliehen um von Freiburg aus Freunde in Berlin zu besuchen. Klar, geht auch mit der Bahn, ist man zu viert eben 400-600€ los und nicht nur 3 Tankfüllungen. Ob die Kinder von morgen dafür dann wohl Papas Model X2 bekommen?

Diese BEV Kleinwagen mit niedriger Reichweite werden in einigen Jahren wie Blei bei den Händlern stehen, da gehe ich jeder Wette ein. Die üblichen 2. und 3. Besitzer haben für diese Autos doch gar keine Verwendung.

Horst:

Also ich habe mich vorab informiert, alle Fakten klar analysiert und entschieden, dass ein E-Auto der ideale Zweitwagen ist, der eigentlich das gros der Familien-km abdeckt. Bin rückblickend sehr zufrieden mit der Entscheidung. Fährt sich toll, keine angeblich unkaputtbare Steuerkette drin, kein hakeliges Getriebe usw. Was ist mein Fehler? Was habe ich übersehen? Wo ist der Haken, den scheinbar nur die Tier 1-Elite kennt?

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