SPD und Grüne wollen Verbrenner-Dienstwagen teurer machen

SPD und Grüne wollen Verbrenner-Dienstwagen teurer machen
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

SPD und Grüne würden gerne Dienstwagen mit Verbrennermotor teurer werden lassen, allerdings könnte dieses Vorhaben scheitern – wieder einmal am dritten Regierungspartner, der FDP. Das berichtet die „Welt“. Demnach soll die SPD den Prozentsatz für die Berechnung des geldwerten Vorteils bei Benzin- und Diesel-Dienstwagen von 1,0 auf 1,2 Prozent anheben wollen. Der für Elektroautos soll hingegen bei 0,25 Prozent bleiben.

Michael Schrodi, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sagte der „Welt“: „Eine geänderte Dienstwagen-Besteuerung ist ein wichtiges Werkzeug, damit in drei bis fünf Jahren mehr Elektrofahrzeuge zu erschwinglichen Preisen auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen.“ Denn ein ernstzunehmender Markt für gebrauchte Elektroautos findet derzeit nahezu nicht statt, was vor allem Menschen mit geringeren Einkommen von der Elektromobilität fernhalten dürfte.

Die Grünen sind ebenfalls für einen größeren Steuervorteil für klimafreundlichere Autos und könnten sich eine neue Einteilung anhand des CO2-Ausstoßes vorstellen, sagte der Bundestagsabgeordnete Sascha Müller. Auch wenn seine Partei aufgrund der Handhabbarkeit keine Abschaffung des pauschalen Steuersatzes fordere, verstecke sich dahinter eine Subvention von klimaschädlichem Verhalten. „Die Regel verleitet dazu, privat mehr und mit einem größeren Fahrzeug zu fahren“, sagte er der „Welt“.

FDP sieht keinen Sinn darin

„Spielverderber“ ist wie zuletzt so häufig die FDP. „Weder im Koalitionsvertrag noch in der Kabinettseinigung zum Bundeshaushalt ist eine einseitige Subvention zum E-Auto-Kauf vorgesehen“, wird Markus Herbrand als finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion zitiert. Er sehe keinen Sinn darin, angesichts langer Lieferzeiten für Elektroautos deren Kauf noch zusätzlich zu „stimulieren“.

Derzeit ist für Verbrennerfahrzeuge monatlich ein Prozent des Listenpreises zusätzlich zum Gehalt mit zu versteuern, je nach persönlichem Steuersatz kann das also unterschiedlich viel beim Nettogehalt ausmachen. Für Plug-in-Hybride sind es nur 0,5 Prozent, für Elektroautos unter 60.000 Euro Listenpreis sogar nur 0,25 Prozent.

Bei einem Dieselauto als Dienstwagen mit 50.000 Euro Listenpreis wären also monatlich 500 Euro zusätzlich zum Gehalt zu versteuern. Wer 60.000 Brutto jährlich in Steuerklasse 1 verdient, müsste folglich monatlich etwa 220 Euro aus eigener Tasche für das Fahrzeug bezahlen – plus einem Entfernungsbetrag für die Fahrten zum Arbeitsplatz. Bei einem Elektroauto mit dem gleichen Listenpreis wären es für ihn derzeit nur etwa 55 Euro plus Entfernungsbetrag, also 165 Euro weniger. Dieser Vorteil würde beim Vorschlag der SPD um einen niedrigen zweistelligen Betrag pro Monat steigen.

Quelle: Welt – „Dienstwagen-Regelung: SPD und Grüne wollen Verbrenner-Dienstwagen unattraktiver machen“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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