Das spanische Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung (MITECO) hat weitere 104,8 Millionen Euro aus dem Wiederaufbau- und Resilienzplan (PRTR) für die Elektromobilität freigegeben. Die Mittel verteilen sich auf zwei Förderlinien, MOVES Corredores de Recarga und MOVES Flotas Plus, beide finanziert aus dem europäischen Programm NextGenEU. Insgesamt profitieren 341 Projekte zum Ausbau der Ladeinfrastruktur an wichtigen Fernstraßen sowie 20 Vorhaben zur Elektrifizierung von Unternehmensflotten von den Zuschüssen. Verwaltet werden beide Programme vom spanischen Institut für Energiediversifizierung und Energieeinsparung (IDAE).
Mit den neuen Mitteln setzt Spanien seine Förderpolitik für emissionsfreie Mobilität fort, die seit 2019 kontinuierlich ausgebaut wird. Über insgesamt neun Ausschreibungsrunden des MOVES Ökosystems wurden bislang rund drei Milliarden Euro bereitgestellt, größtenteils aus NextGenEU Mitteln. Ein Blick auf die bisherige Wirkung zeigt den Umfang des Programms: Etwa 205.000 Elektroautos und rund 160.000 Ladepunkte konnten dadurch bereits angestoßen werden.
Ladenetz wächst an Spaniens wichtigsten Fernstraßen
Die 341 ausgewählten Projekte von MOVES Corredores de Recarga wurden im Wettbewerbsverfahren bestimmt und erhalten zusammen Fördermittel in Höhe von 97 Millionen Euro. Sie sollen die Ladeinfrastruktur entlang des transeuropäischen Straßennetzes in den 15 spanischen Festland-Regionen verdichten. Besonders jene Streckenabschnitte profitieren, die bislang die Mindestvorgaben der EU-Verordnung 2023/1804 zum Aufbau einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, bekannt als AFIR, nicht erfüllten. Andalusien erhält mit 61 Projekten die meisten Zuschläge, gefolgt von Kastilien-La Mancha mit 44, Galicien mit 38 und Kastilien und León mit 37 Vorhaben.
Für die Umsetzung haben die Betreiber maximal 36 Monate Zeit, in begründeten Fällen kann die Frist auf 42 Monate verlängert werden. Gefördert werden sowohl die Repowerung bestehender Ladestationen als auch komplette Neubauten, wobei je nach Straßentyp eine Mindestleistung von 300 bis 400 Kilowatt pro Station vorgeschrieben ist. Jede bezuschusste Station muss zudem über mindestens einen Ladepunkt mit 150 Kilowatt verfügen. In der Summe entstehen dadurch 2674 zusätzliche Ladepunkte, die künftig für mehr Zuverlässigkeit auf Langstrecken mit dem Elektroauto sorgen sollen.
Zustellfahrzeuge und Lastenräder kommen ebenfalls zum Zug
Die zweite Förderlinie, MOVES Flotas Plus, richtet sich an Unternehmen und verteilt 7,8 Millionen Euro auf 20 Projekte zur Elektrifizierung von Firmenflotten mit leichten Nutzfahrzeugen. Im Fokus stehen dabei Fahrzeuge für den städtischen Lieferverkehr und die letzte Meile. Antragsberechtigt sind öffentliche und private Unternehmen sowie Konsortien, die in mindestens zwei spanischen Regionen oder außerhalb des Festlands tätig sind. Bezuschusst werden sowohl der Kauf der Fahrzeuge als auch der Aufbau eigener Ladelösungen.
Neu in dieser vierten Ausschreibungsrunde ist die Aufnahme von Pedelecs, Elektromotorrädern und Quads in den Förderkatalog. Damit knüpft MOVES Flotas Plus an drei vorangegangene Förderrunden für die Elektrifizierung von Firmenfahrzeugen an, erweitert den Kreis der förderfähigen Fahrzeugtypen jedoch deutlich.
Beide Programme sind Teil der Investition 9 der Komponente 31 des spanischen Wiederaufbauplans und sollen zur Erreichung der Ziele des Nationalen Energie- und Klimaplans (PNIEC) sowie des nationalen Programms zur Bekämpfung der Luftverschmutzung beitragen. Sie ergänzen weitere Linien des MOVES Ökosystems, darunter MOVES I, II und III, die aktuelle Runde MOVES III 2025 sowie die Programme MOVES Singulares für innovative Mobilitätsprojekte und MOVES Flotas. Über die MOVES Singulares Linie wurden bislang 161 innovative Einzelprojekte gefördert.
Quelle: miteco.gob.es – El MITECO concede otros 104 millones en ayudas a la movilidad eléctrica con MOVES Corredores de Recarga y Flotas Plus









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