Solar-Elektroauto Lightyear One: Pioneer Edition ausverkauft, so geht es weiter

Solar-Elektroauto Lightyear One: Pioneer Edition ausverkauft, so geht es weiter
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Lightyear

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Das niederländische Unternehmen Lightyear hat aktuelle Details zum Solar-Elektroauto Lightyear One und dessen bevorstehendem Produktionsbeginn veröffentlicht. Demnach sind die ersten 150 Autos, die Pioneer Edition zu einem Stückpreis von 150.000 Euro, nun ausverkauft. Die Kerntechnologie sei mittlerweile validiert, das Unternehmen verlagere nun den Fokus auf Prototypen für den Kundengebrauch.

Mit dem One will Lightyear beweisen, dass Solar-Elektroautos bei üblichen Pendlerstrecken weitestgehend unabhängig vom Stromnetz gefahren werden können. Dies soll durch einen radikalen Fokus auf Effizienz gelingen: mittels mehr Reichweite mit weniger Batterie, wodurch Gewicht und CO2-Emissionen pro Fahrzeug reduziert werden. Das optimierte Solardach und das ganzheitliche Design sollen es dem Auto ermöglichen, wochen- oder sogar monatelang ohne externes Aufladen zu fahren.

Die Kerntechnologie hierfür besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: Erstens den insgesamt fünf Quadratmeter großen Solarpaneelen auf dem Dach und der Motorhaube, die dem Auto das Potenzial geben, sich selbst aufzuladen und im Sommer den durchschnittlichen Arbeitsweg vollständig abzudecken. Auch der besonders niedrige Luftwiderstandskoeffizient spielt auf die Reichweiteneffizienz ein – mit einem Wert von weniger als 0,20 wird der Lightyear One der aerodynamischste Fünfsitzer auf dem Markt sein. Drittens zeigen sich laut Lightyear vier Radnabenmotoren für eine besonders hohe Energieeffizienz verantwortlich. Sie sollen einen Wirkungsgrad von bis zu 99 Prozent erreichen – was effektiv bedeutet, dass nur 1 Prozent an Leistung verloren gehen soll.

Erste Tests endeten mit vielversprechenden Ergebnissen: Im Juli 2021 hat Lightyear One eine neue Bestmarke für die Effizienz eines E-Auto gesetzt und 710 Kilometer mit einer Ladung von 60 kWh bei einer Geschwindigkeit von 85 km/h zurückgelegt. Das entspricht einem Verbrauch von gut 8,5 kWh je 100 Kilometer.

Nun steht die Produktion von 16 seriennahen Production Intent Vehicles an, was Lightyear näher an die Autos bringen wird, welche die ersten Kunden fahren werden. In dieser ausgereiften Validierungsphase führt das Unternehmen umfangreiche Tests zu Sicherheitssystemen, Funktionen, Missbrauch, Crash, Haltbarkeit, Robustheit und mehrere Homologationstests durch, damit die Fahrzeuge die Genehmigung der Behörden erhalten, auf öffentlichen Straßen zu fahren.

Neben der Optimierung der Sicherheit und der Zuverlässigkeit des Autos will Lightyear auch umfassende Erfahrungen sammeln, um sicherzustellen, dass der Lightyear One seinem Fahrer ein einzigartiges Erlebnis bietet. Dies will der Hersteller mit mehreren Innovationen erreichen: Anstelle von Spiegeln etwa verfügt der Lightyear One über vier Kameras: eine Rückansicht, eine Parkkamera und zwei Seitenkameras; Das Interieur ist komplett vegan und besteht aus natürlichen und nachhaltigen Materialien: aus pflanzlichem Leder, Stoffen aus recycelten PET-Flaschen und Holzdekoelementen aus nachhaltig gewonnener Rattanpalme; Ein maßgeschneidertes Infotainment-Display und seine Begleit-App (im eigenen Haus entwickelte Benutzeroberfläche) zeigen den Ladestatus an und verfolgen jeden sauberen Kilometer Reichweite, der von der Sonne erzielt wird.

Pioneer Edition ausverkauft, Limited Edition deutlich teurer

In der Debütserie, der Pioneer Edition, kostet der Lightyear One 150.000 Euro, um die ersten 150 Käufer zu feiern. Die Reservierungen für die nächste Serie von Lightyear One, die Limited Edition, haben bereits begonnen. Sie ist deutlich teurer und kostet 250.000 Euro je Stück. Dieser Preis stellt dem Unternehmen zufolge die Entwicklungskosten für die Herstellung des weltweit ersten fünfsitzigen, vollwertigen Solar-Elektrofahrzeugs mit großer Reichweite dar.

Trotz der Produktion eines exklusiven und für die meisten Käufer unerschwinglichen ersten Modells bezeichnet Lightyear seine Mission nicht als exklusiv. Das Unternehmen arbeitet daran, dass Lightyear-Fahrzeuge für alle Käufer zu bezahlen sind. Dies soll mit dem Lightyear Two Realität werden: Der zweite Wurf des Unternehmens soll 2024 in Produktion gehen und nach aktuellen Aussagen ab 30.000 Euro zu haben sein. Lightyear-Partner LeasePlan, ein Flottenunternehmen, hat bereits 5000 Modelle des Lightyear Two reserviert.

Quelle: Lightyear – Pressemitteilung vom 07.04.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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