Lightyear One bestätigt rekordverdächtig niedrigen Luftwiderstandswert

Lightyear One bestätigt rekordverdächtig niedrigen Luftwiderstandswert
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Lightyear

Iris Martinz
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Aerodynamik bringt Reichweite. Dieser Prämisse hat sich offenbar das niederländische Start-up Lightyear verschrieben. Ein erster Prototyp der fünfsitzigen, vollelektrisch angetriebene Limousine Lightyear One wurde nun im italienischen Aprilia einem umfassenden aerodynamischen Test unterzogen. Ergebnis: der Lightyear One könnte der effizienteste elektrisch angetriebene Fünfsitzer auf dem Markt werden.

Bisher ist der Lightyear One vor allem wegen seiner auf Dach und Motorhaube integrierten Solarzellen durch die Medien gerauscht. Allein mit diesen Solarmodulen soll das Fahrzeug 70 Kilometer weit fahren können, zusätzlich zu den 710 Kilometern Reichweite, die Lightyear für das Modell angibt. Nun lässt man aber auch mit einem hohen Anspruch an die Aerodynamik des Fahrzeuges aufhorchen, das es zum effizientesten der Welt machen soll. Ein Testlauf im realen Umfeld soll das nun bestätigt haben.

Aerodynamik-Tests verlaufen üblicherweise nach einem dreiteiligen Schema: zuerst wird das Fahrzeug in einen Windtunnel gestellt, mit dem der Verlauf der Luftströme visualisiert werden kann. Gleichzeitig erfolgt eine Simulation, die sogenannte Computational Fluid Dynamics (CFD) Berechnung. Damit können Strömungsverläufe prognostiziert werden. Unabdingbar ist aber auch ein Realtest, denn dort muss das Fahrzeug in der realen Welt zeigen, was zuvor berechnet wurde. Diesen Realtest auf dem Bridgestone European Proving Ground (EUPG) im italienischen Aprilia hat der Lightyear One Prototyp nach Angaben des Unternehmens nun mit erfolgsversprechenden Ergebnissen absolviert.

Neben dem Heizsystem und dem Rollwiederstand der Reifen, welche ebenfalls Einfluss auf die Effizienz eines Autos haben, fokussiert sich Lightyear auf ein Design, das den Luftwiderstand und den Cw-Wert (Luftwiederstandskoeffizient) minimiert. Ein niedriger Cw-Wert bedeutet, dass das Fahrzeug weniger Energie benötigt und damit eine höhere Reichweite hat. Dabei ist eine heikle Balance zu finden zwischen aerodynamische Formen, glatten Oberflächen und der Integration der Solarpanele, einem großen Kofferraumvolumen und einer nutzerfreundlichen Bedienung. Es ist für Federico Garcia, Aerodynamik-Ingenieur bei Lightyear, daher unumgänglich, „so viel Information wie möglich zu bekommen, wie sich das Fahrzeug in einem natürlichen Umfeld verhält„.

Für den Test wurde der Lightyear One mit verschiedenen Geschwindigkeiten bis 130 km/h gefahren und der Luftdruck um das Fahrzeug sowie der Energieverbrauch gemessen. Für die Messung wurde ein spezieller Aufbau entwickelt, auf denen die Sensoren rund um das Auto angebracht wurden. „Diese Sensoren kommunizieren mit einem Datenspeichersystem„, erklärt Aerodynamik-Ingenieurin Annemiek Koers. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Lightyear One wohl auch im Realtest einen rekordverdächtigen Cw-Wert von weniger als 0,20 erreicht, und somit der aktuell aerodynamischte Fünfsitzer auf dem Markt ist.

Diese Ergebnisse des Prototyps fließen nun in die weitere Entwicklung des Modells ein. Die ersten Serienmodelle sollen heuer ausgeliefert werden. Preislich startet der Lightyear One bei etwa 150.000 Euro. Das bereits in Entwicklung befindliche Modell Lightyear Two soll dann den Massenmarkt bedienen, mit einem Preis weit unter 50.000 Euro.

Quelle: lightyear.one – On track to the most aerodynamic 5-seater to date: real-world testing validates our record-breaking drag coefficient

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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