Große Rückstände bei der eichrechtskonformen Umrüstung von Ladesäulen

Große Rückstände bei der eichrechtskonformen Umrüstung von Ladesäulen
Copyright:

shutterstock / 2015049104

Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 2 min

Es sollte eigentlich längst Geschichte sein, aber vielen Ladesäulen fehlt immer noch ein geeichter Zähler, um den bezogenen Ladestrom kilowattstundengenau erfassen und abrechnen zu können. Damit verstoßen sie gegen das geltende Eichrecht, auf Basis dessen die Bundesregierung bereits 2019 angeordnet hat, dass alle Säulen entsprechend umzurüsten sind. Längst nicht alle Betreiber haben das aber bereits zu 100 Prozent getan. Das ergab eine Umfrage des Branchendienstes Energate unter den zehn größten Akteuren am Markt.

E.On hat demnach alle seine 4.000 öffentlichen AC-Ladepunkte bereits umgerüstet, bei den DC-Ladesäulen hinke man jedoch hinterher. Davon wurden erst etwa 30 Prozent mit einem Zähler ausgestattet. Alle neu errichteten Schnellladesäulen würden hingegen bereits eichrechtskonform ausgeführt werden. EnBW gibt an, bislang etwa 80 Prozent seiner AC- und 70 Prozent der DC-Ladesäulen umgerüstet zu haben. Bis zum ersten Halbjahr 2023 sollen 100 Prozent der EnBW-Säulen eichrechtskonform sein. Mit diesem Zeitpunkt rechnen auch die Berliner Stadtwerke, die bereits alle 478 AC-Stationen umgebaut haben – 51 AC-Laternenlader und zwei DC-Säulen würden aber noch fehlen.

Der Grund für die Verzögerungen: lange war am Markt die erforderliche Technik schlicht nicht verfügbar. Der erste eichrechtskonforme Zähler für DC-Ladesäulen wurde erst im Dezember 2019 vom hessischen Hersteller Isabellenhütte vorgestellt. „Wir sind bei der Nachrüstung der DC-Stationen auf die Hersteller angewiesen und uns liegen noch nicht von allen Partnern exakte Zeitpläne dazu vor„, erläutert eine E.On-Sprecherin.

Bei Aral – Betreiber des HPC-Ladenetzes „Aral pulse“ – sei man „größtenteils“ konform, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte. Für den Rest gebe es einen klaren Zeitplan: bis zum Jahresende sollen 99 Prozent umgerüstet sein. Bei Enercity aus Hannover sind es jetzt schon 97 Prozent. Die restlichen drei Prozent sollen noch in diesem Jahr umgerüstet werden. Einzig alle 1.293 Ladepunkte in der Hansestadt Hamburg seinen bereits zu 100 Prozent eichkonform. Die Stadtwerke München melden eine 100 prozentige Umrüstung der DC-Säulen, bei den AC-Säulen liege man allerdings erst bei 30 Prozent. Noch heuer sollen jedoch die restlichen 70 Prozent dazu kommen.

Keine Stellungnahme gab es hingegen von Tesla. Nach einer Untersuchung des Förderprojekts IKT für Elektromobilität verfügt keine einzige der 1.800 Supercharger-Stationen in Deutschland über einen eichrechtskonformen Zähler. Das war bisher auch kein Problem, haben Tesla-Fahrer doch gratis an den Superchargern geladen. Seit die Stationen aber auch für Fremdmarken geöffnet wurden und der bezogene Strom verrechnet wird, wird der fehlende Zähler sehr wohl relevant. Bisher sind die staatlichen Behörden nicht gegen das regelwidrige Betreiben vorgegangen, um die Entwicklung der Elektromobilität nicht zu behindern.

Quelle: edison.media – Ladesäulen noch längst nicht alle eichrechtskonform

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.