Das Interesse an Rivian und Lucid sinkt

Das Interesse an Rivian und Lucid sinkt
Copyright:

Tada Images / Shutterstock / 2084781652

Hannes Dollinger
Hannes Dollinger
  —  Lesedauer 2 min

Der Automarkt war insgesamt weltweit zuletzt rückläufig. Auch in den USA, wo im vergangenen Jahr die Zulassungen auf etwa 13,8 Millionen Fahrzeuge gesunken sind. Das ist ein Minus von neun Prozent im Vergleich zu 2021 und der tiefste Wert seit 2011. Diese Entwicklung spüren besonders die jungen E-Auto-Startups wie Rivian und Lucid, die sich am Markt behaupten wollen. Die Aktien beider Unternehmen sind stark gefallen und befinden sich derzeit, wie bei Rivian, auf dem niedrigsten Stand seit Firmengründung.

Schwierige Zeiten für die Startups der Elektromobilität also. Gründe für die sinkende Nachfrage sind zum einen die Inflation und damit verbundene sinkende Kaufkraft. Wenn Käufer sich genauer überlegen müssen, welches Fahrzeug sie sich noch leisten können, sind die Autos von Lucid und Rivian nicht die typisch vernünftige Wahl. Ein weiterer Grund ist der gestiegene Wettbewerb. Immer mehr etablierte Autohersteller steigen in den Markt für Elektroautos ein und bieten preiswerte Modelle an. Zuletzt hatten Tesla und Ford weitere Preissenkungen auf ihre Modelle angekündigt. Sie profitieren von Kostensenkungen in der Produktion dank größerer Stückzahlen. Viele der etablierten Hersteller haben sich inzweischen auch auf Elektromobilität eingestellt und eigene Plattformen entwickelt, welche die Produktion der Fahrzeuge vereinfachen. Dadurch steigt der Preisdruck. Ein Effekt, der bei den Startups nicht so schnell eintritt. Diese haben dagegen mit steigender Inflation und gestörten Lieferketten mehr Probleme als die etablierten Marken.

Lucid hatte zuletzt von sinkenden Reservierungszahlen gesprochen, ohne weitere Zahlen veröffentlichen zu wollen. Auch Lkw Hersteller Nikola kämpft weiterhin mit Problemen bei der Nachfrage nach seinen batteriebetriebenen Lastwagen, während Rivian aufgrund von Problemen in der Lieferkette die Produktionsprognosen für 2023 gesenkt hat.

Eine Ausnahme bildet das Unternehmen Fisker, das gerade erst mit der Produktion eines preiswerten SUV begonnen hat. Fisker verzeichnete einen Anstieg der Bestellungen und ist damit eines der wenigen Unternehmen, das positive Nachrichten verkünden konnte.

Es bleibt abzuwarten, wie die jungen Autohersteller auf die sinkende Nachfrage reagieren werden. Im Vergleich zu etablierten Autoherstellern verfügen sie über weniger Kapazitäten und Reserven, um diese herausfordernden Zeiten zu überstehen. Es wird sich zeigen, wer in der Lage ist, sich im umkämpften Markt für Elektrofahrzeuge zu behaupten.

Quelle: Reuters – EV startups from Lucid to Rivian see demand fade, supply chain issues linger

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Hannes Dollinger

Hannes Dollinger

Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Sebastian Henßler  —  

Nach den Protesten bei Mercedes-Benz fordert Bosch eine Taskforce. Auch beim Volkswagen-Konzern sollen laut IG Metall Beschäftigtenaktionen folgen.

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Daniel Krenzer  —  

Bei Automobilzulieferern steigt der Krankenstand laut AOK auf 8,94 Prozent. Besonders psychische Fehlzeiten nehmen demnach zu.

EU plant Ausweitung des CO2-Preises – Automobilverband kritisiert

EU plant Ausweitung des CO2-Preises – Automobilverband kritisiert

Maria Glaser  —  

Der europäische Verband ACEA hat eine Stellungnahme zur Ausweitung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM der EU veröffentlicht.

Normale Reifen am E-Auto: Ein teurer Kompromiss

Normale Reifen am E-Auto: Ein teurer Kompromiss

Sebastian Henßler  —  

Drei Viertel der E-Fahrer:innen kennen EV-Reifen, aber kaum jemand fühlt sich beim Kauf gut informiert. Drei Mythen über Reifen erklären, warum das so ist.

Peking bremst Preiskampf, doch für Europa wird es nicht leichter

Peking bremst Preiskampf, doch für Europa wird es nicht leichter

Daniel Krenzer  —  

China will den ruinösen Preiskampf auf dem Automarkt eindämmen. Für europäische Hersteller wird es dennoch nicht leichter – im Gegenteil.