Polizei Niedersachsen wird immer elektromobiler

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Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat vor wenigen Tagen 16 neue Funkstreifenwagen mit Plug-in-Hybridantrieb von Volkswagen sowie ein vollelektrisches Fahrzeug vom Typ Opel Ampera-e an die Polizei Niedersachsen übergeben. Bei den insgesamt 17 Neuzulassungen handelt es sich erstmals um Fahrzeuge, die im Zuge einer bundesweiten Förderung primär für solche Kommunen beschafft wurden, die durch Schadstoffbelastungen oberhalb gesetzlicher Grenzwerte betroffen sind.

Die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD NI) hatte Ende Januar des vergangenen Jahres stellvertretend für die Landespolizei unter dem Projektnamen „air“ (alternativ-innovativ-regenerativ) den entsprechenden Förderantrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eingereicht. Sie erhielt dafür wenig später einen Förderbescheid über 2,4 Millionen Euro für die Beschaffung von bis zu 185 Fahrzeugen, darunter auch erstmals leichte und rein elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge. Darüber hinaus sollen auch bis zu 188 Ladestationen mit Fördermitteln des Bundes beschafft und installiert werden. Insgesamt wurden 2018 unter anderem bereits 24 VW Passat GTE, der Opel Ampera-e, sowie 27 Ladestationen unter Nutzung von Fördermitteln des Bundes beschafft.

„In Niedersachsen haben wir mit Hannover, Hildesheim, Hameln, Osnabrück und Oldenburg fünf Kommunen, die ihre Schadstoffbelastung in den Innenstädten durch verschiedene Maßnahmen verringern wollen. Diese Städte werden durch die extrem emissionsarmen und teils -freien Fahrzeugen profitieren. Mit den Fördermitteln in einem Gesamtvolumen von rund 2,4 Millionen modernisieren wir nicht nur den polizeilichen Fuhrpark, sondern verringern gleichzeitig nachhaltig den Schadstoffausstoß bei unseren Fahrzeugen.“ – Boris Pistorius, Niedersachsens Minister für Inneres und Sport

Mit der bewussten Schwerpunktsetzung auf emmissionsarme und -freie Fahrzeuge für die Polizei setzt Niedersachsen den bereits vor einigen Jahren eingeschlagenen Weg konsequent fort. Die anhaltende Diskussion über die Schadstoffbelastung in deutschen Innenstädten mache deutlich, wie wichtig es sei, hier Vorbild zu sein, so Pistorius, und auch in alternative Antriebsarten zu investieren. „Die Polizei Niedersachsen nimmt diese Rolle bewusst und gerne wahr und ist damit auch bundesweit Vorreiter“, so Pistorius weiter.

Im Fuhrpark der Polizei Niedersachsen befinden sich aktuell gut 4400 Fahrzeuge aller Art, die meisten davon dieselbetrieben. Zum Jahresende 2018 waren davon 71 Hybrid- sowie 46 rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge – davon sechs Motorräder. Das ist ein Anfang, aber der Anteil dieser Fahrzeuge soll sich in den kommenden Jahren immer weiter und immer deutlicher steigern. Bereits in diesem Jahr soll – so die Planung – etwa jedes zehnte neubeschaffte Fahrzeug des polizeilichen Fuhrparks in Niedersachen elektrisch betrieben sein.

Wird das niedersächsische Projekt für E-Fahrzeuge „air“ vollständig umgesetzt, führt dies zur Verdreifachung der Anzahl der E-Fahrzeuge im Fuhrpark der Polizei Niedersachsen bis Ende 2020 im Vergleich zum Bestand zu Beginn des Projektes. Um die höheren Kosten in der Beschaffung abzumildern und so Kaufanreize zugunsten von Elektrofahrzeugen zu setzen, übernimmt der Bund 75 Prozent der Mehrkosten im Vergleich zum Kauf eines konventionell angetriebenen Fahrzeugs. Das verbleibende Viertel trägt die Polizei Niedersachsen.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport – Pressemeldung vom 07.01.2019

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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