Oliver Rowland hat erstmals das neue Gen4-Fahrzeug der Formel E getestet. Der amtierende Weltmeister der Saison 11 setzte sich damit hinter ein Lenkrad, das die Rennserie ab der übernächsten Saison prägen soll, wie E-Formel.de berichtet. Bei Nissan hatten zuvor Benoit Treluyer und Sam Bird die Testarbeit mit dem neuen Boliden übernommen, nun war es an Rowland selbst, erste Eindrücke zu sammeln.
Das Fazit des Briten fiel deutlich aus. „Die Leistung des Autos ist wirklich beeindruckend“, so Rowland nach seinem Einsatz. „Ein Großteil der zusätzlichen Leistung kommt von der Vorderachse. Das ist ziemlich einzigartig und etwas, an das wir Fahrer uns erst gewöhnen müssen.“ Der Allradantrieb, ein neues Differenzial und der deutlich gestiegene Abtrieb zählen zu den markantesten Unterschieden gegenüber dem aktuellen Gen3-Auto.
Besonders die rohe Leistungsentfaltung hinterließ Eindruck. „Wir haben nahezu die doppelte Leistung – die Beschleunigung ist unglaublich“, so Rowland. Hinzu kommt ein weiterentwickeltes Chassis, das der Weltmeister als spürbaren Komfortgewinn gegenüber dem Gen3-Fahrzeug einordnet, das er als „ziemlich unbequem“ beschreibt. Im Verlauf des Tests steigerte er sich nach eigener Aussage schnell.
Umgewöhnung trotz Begeisterung nötig
Trotz der positiven Gesamtbilanz blieb die Umstellung nicht ohne Herausforderungen. Als größten Anpassungspunkt nennt Rowland die Servolenkung, mit der er in seiner Karriere bislang kaum Erfahrung gesammelt hat. „Ich musste lernen, das Limit des Autos über die Lenkung zu spüren und es in Bezug auf Performance, Leistung und Fahrstil optimal auszunutzen.“
Gleichzeitig sieht er im neuen Fahrzeug Vorteile, die ihm persönlich entgegenkommen: Das Bremsverhalten des Gen3-Autos habe nie wirklich zu ihm gepasst, beim Gen4-Fahrzeug erwartet er Verbesserungen, insbesondere im Qualifying. Dort hofft er, wieder ähnlich fahren zu können wie in der Gen2-Ära.
Auch in Bezug auf die Fahrperformance insgesamt zeichnet Rowland ein klares Bild. Höherer Topspeed, schnellere Kurvengeschwindigkeiten und deutlich mehr Grip durch den gesteigerten Abtrieb kennzeichnen das neue Fahrzeug. Wie diese Leistungsdichte letztlich im Rennen umgesetzt werden kann, hängt nach seiner Einschätzung stark von der technischen Abstimmung ab.
Wie sich das Racing entwickelt, bleibt offen
Weniger klar ist für Rowland, wie sich die sportliche Auseinandersetzung im Rennen mit dem Gen4-Auto gestalten wird. „Die Art des Rennens hängt stark vom Energiemanagement ab“, erklärt er. Ob die Formel E ihr charakteristisches Format mit Energiesparphasen und Attack Mode beibehalten kann, werde maßgeblich vom Reglement abhängen. In den ersten Rennen der neuen Ära könnten mehrere Anpassungen notwendig sein, um die richtige Balance zu finden.
Grundsätzlich bewertet der Titelverteidiger die Entwicklung als Schritt in die richtige Richtung: „Ich denke, es wird der Formel E noch mehr Glaubwürdigkeit verleihen, und Fahrer aus anderen Kategorien werden der Serie noch mehr Respekt entgegenbringen.“ Bis die Gen4-Ära offiziell beginnt, stehen zunächst noch sieben Rennen mit den aktuellen Gen3-Fahrzeugen an. Der nächste Lauf findet am 20. Juni in Sanya statt. Die Vorsaison-Testfahrten für Saison 13 mit dem neuen Fahrzeug sind für November in Madrid geplant.
Quelle: E-Formel.de – „Ein riesiger Schritt in die richtige Richtung“: Formel-E-Weltmeister Oliver Rowland nach 1. Gen4-Test beeindruckt









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