Niobwolframoxid soll ultraschnelles Laden von E-Autos ermöglichen

Niobwolframoxid soll ultraschnelles Laden von E-Autos ermöglichen
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Forscher aus England wollen eine Lösung gefunden haben, um das ultraschnelle Laden von E-Autos deutlich zu beschleunigen. Das Zauberwort heißt Niobwolframoxid. Wird dieses statt Graphit in der Anode verwendet, sollen die Ionen „beweglicher“ werden. Erste Prototypen des Akkus, eingesetzt in ferngesteuerten Autos und Staubsaugerrobotern, sollen innerhalb von nur fünf Minuten auf mehr als 90 Prozent geladen worden sein – und das bei deutlich weniger Wärmeentwicklung als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus.

Verantwortlich für diese Entdeckung zeigt sich das britische Startup Nyobolt, das von Wissenschaftern rund um Claire Grey und Dr. Sai Shivareddy von der University of Cambridge gegründet wurde. Ihre Fortschritte, die auf gut zehn Jahren Forschung basieren, haben sie unter anderem auf dem Falling Walls Science Summit 2021 in Berlin vorgestellt.

Wie die Forscher berichten, steigt bei der neuartigen Akkuchemie die Temperatur beim Schnellladen auf höchstens 40 Grad, was einem vorzeitigen Verschleiß des Akkus vorbeugt. Die Energiedichte sei vergleichbar mit gängigen Lithium-Ionen-Akkus. Und auch in Sachen Haltbarkeit sieht die Sache vielversprechend aus: Nach hunderten Ladezyklen sollen die Prototypen noch gut 90 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen. Die Forscher wollen aber mehr: Mindestens 10.000 Ladezyklen ohne übermäßig hohen Verlust sind das Ziel.

Nun wollen die Forscher skalieren, um die Akkus auch als Energiespeicher für E-Autos nutzbar zu machen. Und dafür gibt es eine spannende Partnerschaft: Seit einigen Monaten arbeiten die Forscher mit Williams Advanced Engineering, ab der Saison 2022-23 erneut der Batterielieferant für die rein elektrische Rennserie Formel E sowie für die Rennserien Extreme E und ETCR. Für die neue Zellchemie, sollte sie dort zum Einsatz kommen, wären dies Härtetests unter Höchstbelastungen. Die Formel E etwa strebt Ladeleistungen im Bereich von 600 Kilowatt an.

Besonders schnell aufzuladende Akkus hätten einen entscheidenden Vorteil. Dauert das Laden nicht mehr schneller als ein herkömmlicher Tankvorgang mit Benzin oder Diesel, würden Elektroautos im Sinne der Nachhaltigkeit mit kleineren und somit leichteren Akkus auskommen. Ganz zu schweigen von einer breiteren Akzeptanz in der Öffentlichkeit, wenn einer der großen Nachteile der E-Mobilität – die mitunter langen Ladevorgänge – der Vergangenheit angehören.

Quelle: Heise – Batterie-Fortschritt: In fünf Minuten auf 90 Prozent / Nyobolt – Pressemitteilung vom 20.07.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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