Der chinesische Automobilhersteller BYD und Energieanbieter Eon wollen Elektroautos stärker mit dem Energiesystem verknüpfen und starten dafür eine strategische Partnerschaft. Ein erstes gemeinsames Angebot soll bereits im November in Deutschland verfügbar sein. Wie BYD Deutschland in einer Pressemitteilung berichtet, sollen Fahrer eines vollelektrischen BYD durch intelligentes Laden ihre monatlichen Kosten um bis zu 20 Euro verringern können.
Das Angebot kombiniert den Kauf oder das Leasing eines rein elektrischen BYD mit einem smarten Stromtarif von Eon. Es soll für alle vollelektrischen Modelle der Marke gelten. Voraussetzung für den Bonus ist die Nutzung intelligenter Ladefunktionen: Eon steuert den Ladevorgang dabei automatisiert und kann ihn verstärkt in Zeiten verschieben, in denen dies für das Energiesystem günstig ist. Flexibel geladener Strom wird entsprechend vergütet. Auch bestehende BYD-Kunden sollen profitieren können, wenn sie zu einem entsprechenden Eon-Angebot wechseln.
Netzdienlicheres Laden, günstigeres Laden
Damit greifen die beiden Unternehmen einen Ansatz auf, der mit dem wachsenden Bestand an Elektroautos zunehmend an Bedeutung gewinnt. Statt Fahrzeuge unmittelbar nach dem Einstecken mit voller Leistung zu laden, kann der Ladevorgang innerhalb des vom Nutzer vorgegebenen Zeitfensters verschoben werden. Das ermöglicht beispielsweise eine stärkere Nutzung von Zeiten mit viel erneuerbarer Stromerzeugung oder geringer Netzbelastung.
BYD und Eon wollen ihre Zusammenarbeit dabei nicht auf einen Stromtarif beschränken. Vorgesehen ist eine stärkere Verzahnung von Fahrzeugkauf, intelligentem Laden und weiteren Energielösungen für das Zuhause. Künftig sollen Kunden bereits beim Kauf oder Leasing eines Elektroautos Zugang zu passenden Energie- und Ladeangeboten erhalten. Nach dem Start in Deutschland ist eine schrittweise Ausweitung auf weitere europäische Märkte geplant.
Auch das digitale Kundenerlebnis soll weiterentwickelt werden. BYD nennt unter anderem eine stärkere Integration der Angebote in Apps sowie Mixed-Reality-Anwendungen, die bei Einrichtung und Inbetriebnahme des Fahrzeugs unterstützen könnten.
Bidirektionales Laden als Perspektive
Perspektivisch dürfte allerdings vor allem das bidirektionale Laden interessant werden. BYD und Eon wollen gemeinsam entsprechende Flexibilitätslösungen erproben und anschließend in größerem Maßstab anbieten. Beim Vehicle-to-Grid-Prinzip (V2G) kann Strom nicht nur in die Fahrzeugbatterie geladen, sondern bei Bedarf auch wieder ins Stromnetz abgegeben werden. Elektroautos könnten damit als dezentrale Speicher helfen, schwankende erneuerbare Stromerzeugung besser ins Energiesystem zu integrieren.
Eon spricht in seiner eigenen Mitteilung ebenfalls davon, bidirektionales Laden perspektivisch in den Massenmarkt bringen zu wollen. Zunächst steht jedoch das einfachere intelligente Verschieben von Ladevorgängen im Mittelpunkt. Der Deutschlandstart im November dürfte damit zugleich ein Praxistest dafür werden, wie attraktiv sich Flexibilität beim Laden über einen konkret sichtbaren finanziellen Vorteil an Elektroautofahrer vermitteln lässt.
Quelle: BYD und Eon – Pressemitteilungen vom 16. September 2026









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