Microcars Coalition: Brücke zwischen Auto und E-Scooter

Microcars Coalition: Brücke zwischen Auto und E-Scooter
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Sebastian Henßler
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In einer Zeit, in der Städte weltweit nach Lösungen suchen, um den Verkehr zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern, hat sich in Amsterdam eine neue Initiative formiert: Die „Microcars Coalition“. Diese Koalition, die im Juni angekündigt wurde, hat nun offiziell ihre Arbeit aufgenommen und besteht aus sechs führenden europäischen Unternehmen im Bereich der Elektrominimobilität.

Während der IAA 2023 in München kamen Führungskräfte und Gründer dieser Unternehmen zusammen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Ihr Hauptziel: Die Vorteile und Möglichkeiten von elektrischen Mikroautos in den Vordergrund zu rücken und sie als echte Alternative zu herkömmlichen Autos in städtischen und ländlichen Gebieten zu etablieren.

Die Gründungsmitglieder der Koalition repräsentieren eine breite Palette von Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern: Ark Motors aus dem Vereinigten Königreich, Circle Mobility aus Frankreich, City Transformer aus Israel, Kate ebenfalls aus Frankreich, Luvly aus Schweden und Microlino aus der Schweiz. Es wird erwartet, dass sich in naher Zukunft noch weitere Unternehmen dieser Initiative anschließen werden.

Warum Mikroautos?

Die Koalition sieht in Mikroautos nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Autos, sondern auch eine Möglichkeit, Städte lebenswerter zu gestalten. Durch die Reduzierung von Verkehr und Parkplatzbedarf könnten mehr Grünflächen und Freiräume für die Bürger geschaffen werden. Zudem könnten Mikroautos dazu beitragen, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern.

Ein besonderer Fokus der Koalition liegt auf den sogenannten Quadricycles, die in der EU als L7e klassifiziert sind. Diese vierrädrigen, schnellen Mikroautos dürfen wie herkömmliche Autos auf allen Straßen fahren und bieten somit eine hohe Flexibilität.

Mikroautos könnten viele der aktuellen städtischen Herausforderungen adressieren. Sie benötigen weniger Platz, verursachen weniger Verkehrsstaus und sind energieeffizienter. Zudem bieten sie mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer und könnten dazu beitragen, den öffentlichen Raum in Städten neu zu gestalten.

Weltweit gibt es Bestrebungen, den Autoverkehr in Innenstädten zu reduzieren. Einige Städte planen sogar, Autos komplett aus den Innenstädten zu verbannen und stattdessen auf öffentliche Verkehrsmittel und Mikromobilitätslösungen zu setzen. Doch nicht alle Bürger sind bereit, auf den Komfort eines eigenen Fahrzeugs zu verzichten. Hier könnten Mikroautos eine Brücke schlagen und eine Lösung bieten, die sowohl umweltfreundlich als auch komfortabel ist.

Ein Blick in die Zukunft

Eine im September 2022 veröffentlichte Studie des McKinsey Center for Future Mobility hat Mikroautos als das „fehlende Bindeglied“ zwischen herkömmlichen Autos und aktuellen Alternativen identifiziert. Die Studie kam zu dem Schluss, dass Mikroautos in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle in der städtischen Mobilität spielen könnten. McKinsey schätzt, dass der Markt für Mikroautos in Europa, Nordamerika und China bis 2030 einen Wert von 340 Milliarden Dollar erreichen könnte.

Quelle: Microcars Coalition – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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