Drei europäische Unternehmen bündeln ihre Kräfte, um elektrische Kleinstfahrzeuge gemeinsam zu entwickeln und zu produzieren: AMFI, Micro und CEiiA wollen mit einer strategischen Partnerschaft ein europäisches Ökosystem für Mikromobilität aufbauen – von der Privatnutzung bis zur gewerblichen Flotte.
Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen zwei Fahrzeuge mit unterschiedlichem Fokus. Der Microlino, entwickelt vom Schweizer Unternehmen Micro, hat sich bereits als kompaktes E-Auto für den privaten Stadtverkehr etabliert. Inspiriert von den Kabinenrollern der 1950er-Jahre, setzt das Modell auf Emotion und Einfachheit. Einen anderen Weg geht der BEN (BE Neutral) des portugiesischen Entwicklers CEiiA. Das modulare Elektro-Kleinstfahrzeug richtet sich an gewerbliche Anwendungen und wird von einer digitalen Plattform begleitet, die Flottenmanagement, smarte Dienste und CO₂-Tracking ermöglicht.
Gemeinsam decken beide Modelle ein breites Spektrum ab – vom individuellen Pendeln in der Stadt über geteilte Mobilität bis hin zur letzten Meile in der Logistik. Dass sich private und gewerbliche Nutzung in einer Plattform verbinden lassen, macht die Partnerschaft für alle drei Beteiligten attraktiv.
Eines der greifbarsten Ergebnisse der Allianz ist die Industrialisierung des BEN am Standort Turin. AMFI, die Automotive Micro Factory Italy, übernimmt dabei die Rolle des Produktionspartners. Das Unternehmen verfügt über eine flexible und skalierbare Fertigung, die speziell auf elektrische Kleinstfahrzeuge ausgelegt ist. Gemeinsam mit CEiiA sollen Produktionsprozesse, Lieferketten und Qualitätsstandards definiert werden, um den BEN in Serie zu bringen.
Für Turin bedeutet dieser Schritt eine Stärkung als europäischer Standort für nachhaltige Fahrzeugproduktion. Die Stadt verbindet industrielle Tradition mit einem zukunftsgerichteten Mobilitätsansatz – eine Kombination, die in der aktuellen Transformation der Branche an Bedeutung gewinnt.
Mehr als nur gemeinsame Fertigung
Die Zusammenarbeit geht über die reine Produktion hinaus. Alle drei Partner wollen Synergien in mehreren Bereichen heben: gemeinsame Antriebs- und Elektronikarchitekturen, gebündelte Entwicklungsarbeit, optimierte Lieferketten sowie die gemeinsame Erschließung europäischer Fördermittel und internationaler Märkte. Micro bringt dabei die Produktvision ein, CEiiA steuert Engineering- und Digitalkompetenz bei, AMFI liefert das industrielle Know-how. Das Ziel ist eine skalierbare und wettbewerbsfähige Mikromobilitäts-Plattform, entwickelt und gefertigt in Europa.
Ein weiterer Baustein der Kooperation ist die AYR-Technologie von CEiiA. Das prämierte System kann vermiedene CO₂-Emissionen messen, nachverfolgen und sogar monetarisieren. In Kombination mit effizienten Kleinstfahrzeugen wie dem Microlino und dem BEN eröffnet das Möglichkeiten für Städte, die ihre Klimaziele erreichen wollen.
Die Partnerschaft spiegelt eine größere Ambition wider. In einer Zeit, in der Mikromobilität häufig mit asiatischen Anbietern assoziiert wird, setzen AMFI, Micro und CEiiA auf eine europäische Alternative. Komplementäre Produkte, geteilte Technologie und lokale Produktion sollen das Fundament bilden für eine neue Generation urbaner Fahrzeuge – entworfen und gebaut auf dem Kontinent, für den sie gedacht sind.







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