KION und BMZ gründen Joint Venture für Lithium-Ionen-Batterien in Deutschland

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Sebastian Henßler
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KION Battery Systems GmbH, so lautet der Namen des neu gegründeten Joint Ventures, welches es sich zum Ziel gesetzt hat Lithium-Ionen-Batterien für Flurförderzeuge für die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika herzustellen. An dem Joint Venture sind zu jeweils 50 Prozent Stapler-Hersteller KION sowie der Karlsteiner Batteriehersteller BMZ Group beteiligt.

Gemeinsames Ziel ist es das Lithium-Ionen-Produktangebot sowie die Produktionskapazitäten zu erweitern, um die stark wachsende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batteriesystemen im Bereich Intralogistik bestmöglich bedienen zu können. Das Joint Venture wird eine entsprechende Produktionsanlage in Karlstein am Main, dem Hauptsitz der BMZ Unternehmensgruppe, errichten. Bis 2023 sollen dort rund 80 Mitarbeiter vor allem in Forschung, Entwicklung und Produktion beschäftigt werden.

Zunächst wird sich die KION Battery Systems GmbH auf 48- und 80-Volt-Batterien für Gegengewichtsstapler fokussieren, später soll die Produktion auch auf 24-Volt-Batterien für kleinere Lagertechnikgeräte ausgeweitet werden. „Diese Allianz stärkt unsere Position im Bereich der Li-Ionen-Batterien deutlich und verschafft der KION Group – und damit allen Marken im Konzern weltweit – eine noch stärkere Wettbewerbsposition“, sagte Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender der KION GROUP AG. Man sei sich sicher, dass man „in Zusammenarbeit mit der BMZ Gruppe den stetig steigenden Bedarf an modernen Lithium-Ionen-Batteriezellen optimal bedienen“ könne, so Riske weiter.

„KION ist schon seit langer Zeit ein sehr geschätzter Partner und Kunde. Beide Unternehmen pflegen bereits langjährige strategische und operative Geschäftsbeziehungen. Die Technologie und die 25-jährige Erfahrung der BMZ Gruppe bieten dem Joint Venture eine hervorragende Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft, von der beide Unternehmen nachhaltig profitieren.“ – Sven Bauer, Gründer und Geschäftsführer der BMZ Holding

Geht es nach Bauer profitiere das Joint Venture vor allem von dem direkten Zugriff auf eigene Testlaboratorien und Development-Teams und von strategischen und kostenoptimierten Entwicklungen. Geleitet wird das neugegründete Unternehmen gemeinschaftlich. KION beruft Carsten Harnisch, BMZ Christian Hasenstab zum Geschäftsführer der KION Battery Systems GmbH. Auch den vierköpfigen Gesellschafterausschuss stellen beide Unternehmen paritätisch. Das Joint Venture wird bei der KION GROUP AG voll konsolidiert.

Die BMZ Group ruft auch Erinnerungen an den November 2018 hervor. Damals haben wir darüber berichtet, dass die BMZ Group mit Sitz in Karlstein in die Terra E Holding GmbH investiert und das Frankfurter Unternehmen sowie die Terra E Engineering GmbH mit Sitz in Dresden übernimmt. Sven Bauer, CEO und Founder der BMZ Group wird Geschäftsführer und setzt den Fokus auf eine deutsche Lithium-Ionen Zellfertigung. Bauer wolle die Terra-E-Pläne nicht aufgebenDie Terra E Holding GmbH wurde im Mai 2017 gegründet, nachdem sechs Mitgliedsfirmen des KLIB (Kompetenznetzwerk Lithium Ionen Batterien) eine Initiative zum Bau einer Groß-Serienfertigung gebildet hatten.

Inwieweit Terra-E mit dem neugegründeten Joint-Venture KION Battery Systems GmbH in Verbindung steht, ist noch unklar. Zumindest auf dem Papier scheinen sich hier mögliche Synergien aufzutun.

Quelle: KION Group – Pressemitteilung vom 11. Juli 2019

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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