KION und BMZ gründen Joint Venture für Lithium-Ionen-Batterien in Deutschland

KION und BMZ gründen Joint Venture für Lithium-Ionen-Batterien in Deutschland
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 776904124

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

KION Battery Systems GmbH, so lautet der Namen des neu gegründeten Joint Ventures, welches es sich zum Ziel gesetzt hat Lithium-Ionen-Batterien für Flurförderzeuge für die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika herzustellen. An dem Joint Venture sind zu jeweils 50 Prozent Stapler-Hersteller KION sowie der Karlsteiner Batteriehersteller BMZ Group beteiligt.

Gemeinsames Ziel ist es das Lithium-Ionen-Produktangebot sowie die Produktionskapazitäten zu erweitern, um die stark wachsende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batteriesystemen im Bereich Intralogistik bestmöglich bedienen zu können. Das Joint Venture wird eine entsprechende Produktionsanlage in Karlstein am Main, dem Hauptsitz der BMZ Unternehmensgruppe, errichten. Bis 2023 sollen dort rund 80 Mitarbeiter vor allem in Forschung, Entwicklung und Produktion beschäftigt werden.

Zunächst wird sich die KION Battery Systems GmbH auf 48- und 80-Volt-Batterien für Gegengewichtsstapler fokussieren, später soll die Produktion auch auf 24-Volt-Batterien für kleinere Lagertechnikgeräte ausgeweitet werden. „Diese Allianz stärkt unsere Position im Bereich der Li-Ionen-Batterien deutlich und verschafft der KION Group – und damit allen Marken im Konzern weltweit – eine noch stärkere Wettbewerbsposition“, sagte Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender der KION GROUP AG. Man sei sich sicher, dass man „in Zusammenarbeit mit der BMZ Gruppe den stetig steigenden Bedarf an modernen Lithium-Ionen-Batteriezellen optimal bedienen“ könne, so Riske weiter.

„KION ist schon seit langer Zeit ein sehr geschätzter Partner und Kunde. Beide Unternehmen pflegen bereits langjährige strategische und operative Geschäftsbeziehungen. Die Technologie und die 25-jährige Erfahrung der BMZ Gruppe bieten dem Joint Venture eine hervorragende Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft, von der beide Unternehmen nachhaltig profitieren.“ – Sven Bauer, Gründer und Geschäftsführer der BMZ Holding

Geht es nach Bauer profitiere das Joint Venture vor allem von dem direkten Zugriff auf eigene Testlaboratorien und Development-Teams und von strategischen und kostenoptimierten Entwicklungen. Geleitet wird das neugegründete Unternehmen gemeinschaftlich. KION beruft Carsten Harnisch, BMZ Christian Hasenstab zum Geschäftsführer der KION Battery Systems GmbH. Auch den vierköpfigen Gesellschafterausschuss stellen beide Unternehmen paritätisch. Das Joint Venture wird bei der KION GROUP AG voll konsolidiert.

Die BMZ Group ruft auch Erinnerungen an den November 2018 hervor. Damals haben wir darüber berichtet, dass die BMZ Group mit Sitz in Karlstein in die Terra E Holding GmbH investiert und das Frankfurter Unternehmen sowie die Terra E Engineering GmbH mit Sitz in Dresden übernimmt. Sven Bauer, CEO und Founder der BMZ Group wird Geschäftsführer und setzt den Fokus auf eine deutsche Lithium-Ionen Zellfertigung. Bauer wolle die Terra-E-Pläne nicht aufgebenDie Terra E Holding GmbH wurde im Mai 2017 gegründet, nachdem sechs Mitgliedsfirmen des KLIB (Kompetenznetzwerk Lithium Ionen Batterien) eine Initiative zum Bau einer Groß-Serienfertigung gebildet hatten.

Inwieweit Terra-E mit dem neugegründeten Joint-Venture KION Battery Systems GmbH in Verbindung steht, ist noch unklar. Zumindest auf dem Papier scheinen sich hier mögliche Synergien aufzutun.

Quelle: KION Group – Pressemitteilung vom 11. Juli 2019

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Trumps Zolldrohungen verschärfen die Krise der Autoindustrie

Trumps Zolldrohungen verschärfen die Krise der Autoindustrie

Daniel Krenzer  —  

US-Präsident Donald Trump will Grönland und zieht die Zoll-Daumenschrauben für Europa an. Darunter könnte wieder einmal die Automobilindustrie besonders leiden.

Open-Source-Initiative für gemeinsame Software

Open-Source-Initiative für gemeinsame Software

Maria Glaser  —  

Der VDA gab bekannt, dass inzwischen mehr als 30 Unternehmen aus der gesamten Automobilzulieferkette die kollaborative Vereinbarung unterschrieben haben.

Diskussion: Batterien für Europa entstehen nicht über Nacht

Diskussion: Batterien für Europa entstehen nicht über Nacht

Sebastian Henßler  —  

Batterien einfach importieren? Das greift zu kurz. Experten offenbaren, warum Europas Industrie eigene Wertschöpfung, Partnerschaften und Skalierung braucht.

Warum Europas Batterie-Zukunft im Recycling beginnt

Warum Europas Batterie-Zukunft im Recycling beginnt

Sebastian Henßler  —  

Asien dominiert den Batteriesektor, Europa hinkt hinterher. Warum Recycling und geschlossene Stoffkreisläufe ein wichtiger strategischer Hebel sind.

Warum Rohstoffzugang allein Europas Batterien nicht rettet

Warum Rohstoffzugang allein Europas Batterien nicht rettet

Sebastian Henßler  —  

Rohstoffe sind da, Technologien auch. Warum Europas Batterielieferkette dennoch stockt und weshalb Umsetzung, Kapital und Skalierung entscheidend sind.

EU gegen China: Mindestpreise statt Strafzölle

EU gegen China: Mindestpreise statt Strafzölle

Sebastian Henßler  —  

Die EU prüft einen Kurswechsel im Handel mit China. Mindestpreise für E-Autos könnten Sonderzölle ersetzen, doch für Käufer bleiben sinkende Preise vorerst aus.

Mercedes-Benz CLA ist Europas „Car of the Year 2026“

Mercedes-Benz CLA ist Europas „Car of the Year 2026“

Michael Neißendorfer  —  

Der Mercedes-Benz CLA hat auf dem Autosalon in Brüssel die finale Abstimmung gewonnen und löst damit den Renault 5 E-Tech als „Car of the Year“ ab.