Hyundai investiert massiv in Brennstoffzellentechnologie

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Hyundai entwickelt als einer von sehr wenigen Autoherstellern weltweit alle Arten von Elektrofahrzeugen, von Hybrid- und Plug-In-Hybridautos bis hin zu reinen Elektro- und Brennstoffzellenautos. Im März 2019 wurde bekannt, dass die koreanische Hyundai Motor Company mit ihren Marken Hyundai und Kia in den nächsten fünf Jahren umgerechnet mehr als 35 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung sowie Zukunftstechnologien investieren wird.

Im Rahmen dieser Brennstoffzellen- und Batteriebetriebene-Offensive investierte das Unternehmen vor kurzem in drei Unternehmen, die sich auf Wasserstofftechnologien spezialisiert haben. Dabei handelt es sich um Impact Coatings, H2Pro und GRZ Technologies. Vonseiten des Konzerns habe man das Investment getätigt, um die eigene Führungsposition im globalen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Ökosystem zu stärken. Die strategischen Investitionen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Interesse an der Brenn­stoffzellentechnologie spürbar steigt.

Hyundai investiert in das Ökosystem der Brennstoffzelle

Durch das Investment in die branchenführenden Unternehmen soll es Hyundai möglich sein, die Wasserstoffinfrastruktur zu erweitern und die Effizienz der Herstellung von Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV) zu verbessern. Youngcho Chi, President und Chief Innovation Officer der Hyundai Motor Group, gab hierzu zu verstehen, dass man hoffe „die breite Akzeptanz der Wasserstofftechnologie zu beschleunigen, indem wir FCEVs für unsere Kunden zugänglicher machen.“

„Unsere Investition in diese innovativen Unternehmen wird die Produktionskosten von Brennstoff­zellenfahrzeugen senken und die Sicherheit und Erschwinglichkeit einer Wasserstoffinfrastruktur verbessern.“ – Youngcho Chi, President und Chief Innovation Officer der Hyundai Motor Group

Erst Ende September wurde bekannt, dass Hyundai, zusammen mit strategischen Partnern, ein Geschäftsmodell entwickelt hat, mit dem grüner Wasserstoff produziert und der Aufbau einer Wasserstoffversorgung in ganz Europa ermöglicht werden kann. Nachfolgend einige Details zu den drei Unternehmen, in welche Hyundai investiert hat.

Invest in drei branchenführende Unternehmen

Impact Coatings AB ist ein führender Anbieter von PVD-basierten (Physical Vapor Deposition) Beschichtungslösungen für Brennstoffzellen und bietet Beschichtungsmaterialien, Maschinen und Dienstleistungen an. Durch die Keramikbeschichtungen des schwedischen Unternehmens soll die Brennstoffzellenproduktion für Hyundai günstiger werden, da diese ein  kosteneffizienten Ersatz für Edelmetalle, die derzeit in der Brennstoffzellenproduktion verwendet werden, gelten. Des Weiteren werde man gemeinsam eine neue Generation von Materialien, Verfahren und Geräten für eine Vielzahl von Anwendungen erforschen und entwickeln, einschließlich der Herstellung von Brennstoffzellen und Wasserstoff selbst.

H2Pro ist ein israelisches Startup, das die E-TAC-Wasserspalttechnologie entwickelt hat, die effizient, erschwinglich und sicher ist. Dank der H2Pro-Technologie kann Hyundai die Kosten für die Wasserstoffproduktion senken, was wiederum den Wasserstoffpreis für die Kunden senkt. Mit dem in der Schweiz ansässigen Unternehmen GRZ Technologies, wird die aktuelle Investitionsrunde von Hyundai abgeschlossen. Bei GRZ Technologies hat man sich auf die Speicherung von Wasserstoff spezialisiert.

Mithilfe der Technologie lässt sich Wasserstoff bei niedrigerem Druck und höherer Dichte sicherer speichern. Die urheberrechtlich geschützte Kompressionstechnologie hilft darüber hinaus auch Kosten zu reduzieren. Durch die Vereinbarung von Hyundai mit GRZ wird die Kommerzialisierung der Wasserstoffinfrastruktur beschleunigt und gleichzeitig eine bessere Zugänglichkeit für die Kunden geschaffen.

Es zeigt sich, dass Hyundai einen breit gefächerten Ansatz wählt, um nicht nur die eigenen Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, sondern auch die dafür notwendigen Bedingungen zum problemlosen Einsatz zu schaffen. Ob nun Batteriebetriebene E-Autos oder E-Autos mit Brennstoffzelle die richtige Wahl sind, dass wird jeder für sich entscheiden müssen. Der Aussage “Für den Klimaschutz sollten wir besser auf das Brennstoffzellenauto anstatt auf das Batterieauto setzen” ist zumindest Mal Prof. Dr. Quaschning nachgegangen. Welcher Meinung er ist, dass erfährst du in diesem Artikel.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung vom 01. November 2019

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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