Holcim bringt erste vollelektrische 5-Achs-Betonfahrmischer auf die Baustelle

Holcim bringt erste vollelektrische 5-Achs-Betonfahrmischer auf die Baustelle
Copyright:

Holcim / Futuricum

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Dass man im Bereich der Nutzfahrzeuge nicht nur in puncto E-Busse, elektrifizierter Müllsammler oder Elektro-LKWs aktiv werden kann, versteht der Baustoffhersteller Holcim Schweiz zu beweisen. Noch in 2020 will das Unternehmen drei vollelektrische Betonfahrmischer auf fünf Achsen in die eigene Fahrzeug-Flotte einführen und damit einen weiteren wichtigen Meilenstein für eine klimafreundliche Logistik ihrer Produkte legen.

Die Fahrzeuge stammen von der Marke Futuricum, welche die ersten vollelektrischen Betonfahrmischer dieser Art und Grösse geschaffen haben. Die Futuricum AG wurde 2017 als Tochtergesellschaft der Designwerk GmbH gegründet. In diese hat Designwerk die Herstellung der gesamten Produktpalette vom E-LKW bis zum Schnellladegerät ausgelagert. Erst vor kurzem konnten wir über den Marktstart deren mobiler Ladegeräte für Fahrzeuge mit höheren Batteriespannung berichten; doch zurück zum vollelektrischen Betonfahrmischer.

Der Pilottest des Fahrmischers findet in Zusammenarbeit mit den Firmen Designwerk, Avesco und Liebherr statt und ist auf Ende 2020 angesetzt. Beton hat aufgrund seiner lokalen Verfügbarkeit kurze Transportwege, ist sehr langlebig und fast vollständig rezyklierbar. Das macht Beton zu einem nachhaltigen Baustoff. Zudem ist es Holcim erst vor Kurzem gelungen,mit EvopactZERO den schweizweit ersten ressourcenschonenden und klimaneutralen Beton zu lancieren. „Elektromobilität für die Betonlieferung ist für uns ein wichtiger Meilenstein, damit wir die Klimaneutralität erreichen und Kreisläufe schliessen können“, sagt Nick Traber, CEO von Holcim Schweiz und Italien.

Betongeschäft als ideales Einsatzgebiet für E-Fahrzeuge

Aus seiner Sicht ergeben solche Fahrzeuge speziell im Betongeschäft Sinn, da sie einerseits kurze Transportwege zurücklegen müssen sowie einen festen Ausgangspunkt mit Batterieladestation haben. Den dafür benötigten Strom bezieht Holcim ausschliesslich aus erneuerbaren Energiequellen. Ab dem vierten Quartal 2020 sollen die drei vollelektrischen Betonmischer zum Einsatz kommen. Futuricum hat seinen Teil dazu beigetragen, dass sowohl der Fahrzeugmotor als auch die Nebenantriebe der Mischtrommeln vollständig elektrisch sein werden. Die motorlosen Basis-Fahrgestelle der Marke Volvo werden dazu vom Winterthurer Unternehmen Designwerk mit zwei separaten Elektromotoren ausgestattet: einer für den Fahrantrieb und einer für den Drehantrieb der Mischertrommel.

„Die Betonfahrmischer von Holcim werden weltweit die ersten vollelektrischen Nutzfahrzeuge dieser Art und Grösse sein. Wir bauen dafür zwei modulare Batteriepacks ein, welche den Strom für den Betrieb liefern. Da die Batterien über Nacht geladen werden können, ist kein Netzausbau oder eine externe Schnellladeinfrastruktur erforderlich.“ – Bernhard Kunz, Leiter Vertrieb Futuricum

Um während des Betriebs einen Vergleich anstellen zu können, hat Holcim die Trommellieferanten Avesco und Liebherr beauftragt, gemeinsam mit Designwerk unterschiedliche Lösungen für die Nebenantriebe der Trommeln zu entwickeln. Gabriel Mateescu, Performance Manager Logistics Beton bei Holcim Schweiz, erklärt: “Zusammen mit Designwerk, Avesco und Liebherr verfolgen wir das Ziel, so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln. Aus diesem Grund führen wir gleichzeitigen zwei verschiedene Trommeltypen ein. Damit wollen wir weitere Innovationen fördern und die Entwicklung der vollständig elektrisch betriebenen Fahrzeuge beschleunigen.”

Quelle: Futuricum – Holcim setzt auf erste vollelektrische 5-Achs-Betonfahrmischer

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

„Carspreading“ frisst europaweit Millionen von Parkplätzen

„Carspreading“ frisst europaweit Millionen von Parkplätzen

Michael Neißendorfer  —  

Neuwagen wachsen jährlich um 1,2 cm in der Länge. Allein London und Berlin drohen deshalb, jeweils über 100.000 Parkplätze zu verlieren.

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Tobias Stahl  —  

Laut BloombergNEF fährt 2026 bereits jeder vierte Neuwagen elektrisch. Bis 2035 soll der Anteil auf über 50 Prozent steigen – doch einzelne Länder könnten zurückfallen.

Automechanika Frankfurt: Aftermarket im Aufbruch

Automechanika Frankfurt: Aftermarket im Aufbruch

Sebastian Henßler  —  

Die Automechanika Frankfurt öffnet im September ihre Tore. 4500 Aussteller, neue KI-Formate und ein Rekord bei den Innovation Awards erwarten die Branche.

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Eine VDA-Umfrage unter 116 Unternehmen zeigt, dass sich die Geschäftslage im automobilen Mittelstand deutlich verschlechtert hat.

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

Sebastian Henßler  —  

Chinesische Autobauer sichern sich Produktionsstandorte in Europa, bevor ein neues EU-Gesetz Direktinvestitionen aus China erschwert.

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

Tobias Stahl  —  

Volkswagen, Stellantis und Renault wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an die EU – und fordern möglichst simple Regeln zum Schutz der hiesigen Automobilindustrie.

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

Sebastian Henßler  —  

Nicht Zeitpläne, sondern technische Durchbrüche entscheiden über die Zukunft der Festkörperbatterie. CATL-Chef Zeng erklärt, wo die Technologie heute steht.