GM: 20 Prozent mehr Reichweite mit Lithium-Mangan-Batterie

GM: 20 Prozent mehr Reichweite mit Lithium-Mangan-Batterie
Copyright:

General Motors

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der US-amerikanische Automobilhersteller General Motors (GM) arbeitet an seiner vierten Generation einer Elektroauto-Plattform, die eine höhere Effizienz mit geringeren Produktionskosten verbinden soll. Nach Angaben des US-Automobilherstellers sollen neue Batteriezellen, verbesserte Elektromotoren und eine optimierte Aerodynamik dafür sorgen, dass künftige Modelle pro Kilowattstunde Energie rund 20 Prozent weiter fahren können als heutige Fahrzeuge.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die neue Lithium-Mangan-reiche Batterietechnologie (LMR). Die prismatischen Zellen sollen vom Gemeinschaftsunternehmen Ultium Cells mit LG Energy Solution im US-Bundesstaat Tennessee produziert werden. GM will die Technologie vor allem in volumenstarken Fahrzeugsegmenten einsetzen, in denen Reichweite und Kosten besonders entscheidend sind.

Nach Angaben des Konzerns ermöglichen die neuen Zellen eine um 33 Prozent höhere Energiedichte als Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP). Gleichzeitig sollen die Kosten auf einem vergleichbaren Niveau liegen. Damit könnten künftig kleinere und leichtere Akkupakete bei gleicher Reichweite eingesetzt werden. Für die Entwicklung der neuen Zellchemie nutzte GM umfangreiche Computersimulationen. Mehr als 300.000 Batterievarianten wurden virtuell untersucht, bevor ein erster physischer Prototyp entstand. Zwischen dem ersten Konzept eines LMR-Batteriepakets und der offiziellen Projektfreigabe lag laut Unternehmen lediglich ein Monat.

Weniger Bauteile, kürzere Entwicklungszeiten

Auch beim elektrischen Antrieb setzt GM auf Vereinfachung. Eine neue Generation von Elektromotoren und Leistungselektronik soll die Zahl der Bauteile innerhalb der Antriebseinheiten um 40 Prozent reduzieren. Das spart Gewicht und Bauraum und soll zugleich die Herstellungskosten senken. Die neue Elektronikarchitektur benötigt nach Unternehmensangaben 30 Prozent weniger Verkabelung als bisherige Elektroautos und bietet eine 40-mal höhere Rechenleistung. Davon sollen unter anderem Software-Updates, das Energiemanagement und Fahrerassistenzsysteme wie Super Cruise profitieren.

Darüber hinaus verändert GM seine Entwicklungs- und Produktionsprozesse. Statt einzelne Arbeitsschritte nacheinander abzuarbeiten, sollen Entwicklung, Konstruktion und Fertigungsplanung stärker parallel erfolgen. Dadurch will der Konzern die bislang rund fünfjährige Entwicklungszeit neuer Fahrzeuge halbieren. Auch in der Fertigung sollen digitale Modelle und automatisierte Prüfverfahren die Effizienz verbessern. Bei der Montage von Batteriepacks konnten entsprechende Verfahren die Durchlaufzeit laut GM bereits um 30 Prozent verkürzen.

Konkrete Serienmodelle und Einführungstermine für die vierte Elektroauto-Generation nennt GM in der Mitteilung noch nicht. Die angekündigten Fortschritte sind damit zunächst Entwicklungsziele. Sie zeigen allerdings, dass der Konzern für die nächste Generation seiner Elektroautos vor allem auf eine Kombination aus höherer Energieeffizienz, einfacherer Technik und geringeren Kosten setzt.

Quelle: General Motors – Pressemitteilung vom 21. Oktober 2026

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in General Motor Elektroautos

Cadillac sieht im wachsenden E-Auto-Markt seine Chance

Cadillac sieht im wachsenden E-Auto-Markt seine Chance

Sebastian Henßler  —  

Der Cadillac Optiq soll in Deutschland zum Volumenbringer werden. Das kompakte E-SUV ist auf Europa abgestimmt und lädt serienmäßig mit 22 kW Wechselstrom.

General Motors hält klar an Elektromobilität fest

General Motors hält klar an Elektromobilität fest

Daniel Krenzer  —  

General Motors will trotz schwächerer Elektroauto-Nachfrage in den USA an der Elektromobilität festhalten. Der GM-Präsident sieht den langfristigen Trend klar.

GM und SAIC verlängern Joint Venture in China um 20 Jahre

GM und SAIC verlängern Joint Venture in China um 20 Jahre

Michael Neißendorfer  —  

General Motors und SAIC Motor bekräftigen damit ihr Engagement für gemeinsames Wachstum auf dem weltweit größten Automobilmarkt China.

Cadillac Celestiq Night Test: Ein E-Auto wird zum Unikat

Cadillac Celestiq Night Test: Ein E-Auto wird zum Unikat

Sebastian Henßler  —  

Cadillac hat mit dem Celestiq Night Test ein handgefertigtes Einzelstück vorgestellt, das die Individualisierungsmöglichkeiten der Luxuslimousine zeigt.

Samsung SDI übernimmt GM-Anteile am US-Batteriewerk

Samsung SDI übernimmt GM-Anteile am US-Batteriewerk

Sebastian Henßler  —  

Trotz des Ausstiegs aus der gemeinsamen Fertigung entwickeln Samsung SDI und GM künftig gemeinsam neue prismatische Batteriezellen.

GM ermöglicht Vehicle-to-Grid in den USA

GM ermöglicht Vehicle-to-Grid in den USA

Maria Glaser  —  

250.000 Elektroautos des Konzerns unterstützen fortan das Einspeisen von Strom aus dem Elektroauto-Akku in das US-Stromnetz.