Der US-amerikanische Automobilhersteller General Motors will sich trotz des derzeit schwierigeren Elektroautomarkts in den trumpschen USA langfristig nicht von der Elektromobilität abbringen lassen. GM-Präsident Mark Reuss machte beim Automotive News Congress in Detroit deutlich, dass der Konzern seine Strategie nicht wegen kurzfristig schwankender Benzinpreise oder wechselnder politischer Rahmenbedingungen ständig ändern wolle. „Wir sind auf lange Sicht dabei“, sagte Reuss laut Automobilwoche. Bei Elektroautos könne die Entwicklung derzeit zwar „etwas langsamer“ verlaufen. „Aber das ist in Ordnung. Die ganze Welt bewegt sich in diese Richtung“, stellte er fest.
Damit hält General Motors grundsätzlich an der Elektrifizierung fest, obwohl der Konzern seine früher deutlich ambitionierteren Pläne inzwischen angepasst hat. Das einst ausgegebene Ziel, bis 2035 bei leichten Fahrzeugen ausschließlich emissionsfreie Modelle anzubieten, steht in dieser Form nicht mehr. Gleichzeitig hat GM innerhalb des vergangenen Jahres Belastungen von rund elf Milliarden Dollar im Zusammenhang mit seiner Elektrostrategie verbucht.
GM setzt zugleich weiter auf Verbrenner
Reuss warnte jedoch davor, langfristige Investitionsentscheidungen von kurzfristigen Veränderungen abhängig zu machen. „Bei Technologie und Antrieben abhängig von wechselnden Regierungen ständig hin und her zu springen, ist nicht das Spiel, das man spielen will“, sagte der GM-Präsident. Ein solches Vorgehen „verbrennt Kapital“ und könne bestehende Strukturen schneller zerstören, als Unternehmen darauf reagieren könnten.
Diese langfristige Denkweise gilt bei General Motors allerdings nicht nur für Elektroautos. Der Konzern investiert parallel weiterhin in neue Verbrennungsmotoren. Für die Pick-up-Baureihen Chevrolet Silverado und GMC Sierra sind beispielsweise neue V8- und Dieselmotoren vorgesehen.
Nach Angaben von Reuss wurden diese Antriebe bereits vor Jahren entwickelt – und damit lange bevor die US-Regierung die Verbrauchsvorgaben für Neuwagen deutlich lockerte und sich die Kraftstoffpreise zuletzt stark veränderten. „Alles, was wir wissen, ist, dass es in einem Jahr wieder anders sein wird“, sagte Reuss mit Blick auf Benzin- und Dieselpreise. Entscheidend sei deshalb, was die Kunden verlangten. „Das ist es, was die Menschen wollen, und das ist es, was wir liefern werden.“
Elektroautos bleiben Teil der Langfriststrategie
Gerade auf dem US-Markt bewegt sich GM damit derzeit in einem schwierigen Spannungsfeld. Während weltweit vielerorts der Anteil elektrischer Autos steigt, schwächelt der politisch malträtierte Elektroautomarkt in den USA. Gleichzeitig haben stark gestiegene Kraftstoffpreise dort die Nachfrage nach sparsamen Hybridmodellen angekurbelt. GM ist in diesem Segment bislang vergleichsweise schwach vertreten und will erst ab 2027 wieder stärker auf Plug-in-Hybride setzen.
Dass GM die kurzfristigen Elektroziele zurückgenommen hat, bedeutet nach Darstellung des Konzerns daher keinen grundsätzlichen Strategiewechsel. Bereits Anfang des Jahres hatte Konzernchefin Mary Barra erklärt, dass General Motors weiterhin an Elektroautos glaube. Fast 100.000 Käufer seien 2025 mit einem Elektroauto neu zur Marke gekommen – viele davon über Cadillac. Zugleich wolle GM die Kosten seiner Elektroplattformen weiter senken und die Sparte langfristig profitabel machen.
Der Konzern investiert unter anderem weiterhin in neue Batterietechnologien. Gemeinsam mit LG Energy Solution soll beispielsweise die Produktion kostengünstigerer, manganreicher Batteriezellen vorbereitet werden. GM verfolgt damit einen zunehmend pragmatischen Kurs: weniger feste Zeitvorgaben, dafür mehr Flexibilität zwischen Elektroautos und Verbrennern.
Quelle: Automobilwoche – Mark Reuss: GM passt Elektro-Strategie nicht wegen Spritpreisen an









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