Gewicht spielt bei Elektroautos keine entscheidende Rolle für Reichweite

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Die Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) hat herausgefunden, dass das Gewicht bei Elektroautos keine entscheidende Rolle für die Reichweite spielt. Teilweise wirkt sich ein höheres Gewicht sogar positiv auf diese aus. Die Ergebnisse der Studie stellen damit auch den Leichtbau mit Karosserien aus Karbon infrage. Im Rahmen der Studie wurde ein BMW i3 sowie ein Tesla Model S unter gleichen Bedingungen auf einer 100 Kilometer langen Teststrecke gefahren. Untersucht wurde hierbei der Energieverbrauch im leeren Zustand sowie mit Zuladung von 100, 200 und 300 Kilogramm.

Im Rahmen der Testfahrten hat sich folgendes Ergebnis gezeigt: Das Model S brauchte auf der Teststrecke (nur mit Fahrer – ohne Zusatzgewicht) 17,77 Kilowattstunden. Mit einem zusätzlichen Gewicht von 100 kg sank der Verbrauch sogar minimal auf 17,67 kWh. 300 Kilogramm mehr aber ließen den Verbrauch auf 17,87 kWh steigen. Der Verbrauch nehme in diesem Beispiel um maximal 0,6 Prozent zu, ein Anteil der vernachlässigbar ist. Somit spielt Leichtbau bei E-Autos gemäß Aussage der Forscher so gut wie keine Rolle.

Bestätigt wird dies auch durch die Fahrten mit dem BMW i3. Auch bei diesem steigt der Energieverbrauch nur geringfügig mit steigendem Zusatzgewicht. Die maximale Differenz lag bei 0,57 Kilowattstunden, das entspreche einem Mehrverbrauch von 0,3 Liter Benzin pro 100 Kilometer, heißt es in der Untersuchung. Somit zeigen auch die Testfahrten mit dem BMW i3, dass die Gewichtseinsparung bei Elektroautos wirklich nicht die erste Priorität sein muss.

Die Ursache des positiven Ergebnisses sehen die Forscher bei der Energierückgewinnung durch Bremsen, der sogenannten Rekuperation. Denn hier wirkt sich das steigende Gewicht positiv aus. Denn je schwerer das Fahrzeug sei, umso größer sei die Energiemenge, die zurück in den Akku fließe. Am Beispiel des i3 von BMW sieht man dies daran, dass die zurückgewonnene Energie beim leeren Fahrzeug im Test 3,62 kWh betrug. Mit Zuladung von 300 Kilogramm lag der Wert bei 4,17 kWh. Somit wird zumindest ein Teil des Mehrverbrauchs durch die Rekuperation ausgeglichen. Beim Model S von Tesla lag die Energierückgewinnung noch über der des i3.

Quelle: Welt.de – Leichtbauweise verbessert Ökobilanz von E-Autos kaum

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Paul Miehle:

Leute Fahrt in Zukunft LKW
Die müssen vor lauter zu viel Energie ins Netz einspeisen

Silverbeard:

Also mir war schon seit vielen jahren beim Verbrenner bekannt, dass das Gewicht nur etwa 10% Gesamteinfluß auf den Verbrauch hat. Ebenso der Rollwiderstand der Reifen. Den grössten Einfluß hat der Windwiderstand. Das ändert sich natürlich noch etwas mit dem Fahrprofil.

Silverbeard:

Das stimmt so nicht ganz. Je grösser der Akku, umso mehr Zellen. Der Ladestrom verteilt sich, so dass insgesamt der Ladestrom höher sein kann, ohne die einzelne Zelle stärker zu belasten. Das setzt natürlich voraus, dass die Säule diese Leistung auch liefern kann und der Hersteller den Akku und das interne Ladegerät dafür vorbereitet hat.

Red Rooster:

Das ist absoluter Unsinn. Das Gewicht ist DIE entscheidende Größe und ist für hauptverantwortlich für die Ladezeit. Man wird nie mehr als vieleicht 50-60 % rekurperieren können, weshalb der Energieverlust bei einem schweren Auto weitaus größer ist als bei einem leichten.

Red Rooster:

Absolut richtig. Und vor allem: Je leichter das Fahrzeug, desto kleiner kann auch der Akku sein. Je kleiner der Akku, desto kürzer die Ladezeit.

Klaus K.:

Hmmm …
„Das Model S brauchte auf der Teststrecke (nur mit Fahrer – ohne Zusatzgewicht) 17,77 Kilowattstunden. Mit einem zusätzlichen Gewicht von 100 kg stieg der Verbrauch nur minimal auf 17.67 kWh.“
=> Dann sinkt der Verbrauch mit steigendem Gewicht. Das ist doch klasse :-)

Enrico:

Ja aber da steht es ja E= m*c² > Also hat die Masse keinen soooooooooooo großen Einfluss, nur beim Bremsen. Dort umso mehr, wenn ich nur Berg ab fahre… E = m* – (c²)
Einzig allein die Beschleunigung hat den größten Einfluss auf auf den Energieverbrauch. Der Artikel stimmt schon so. Wenn ich also ein schweres Fahrzeug habe muss ich umso behutsamer beschleunigen. Beschleunige ich mit einem leichterem Fahrzeug umso aggressiver, brauche ich wahrscheinlich sogar mehr Energie. Den Schnittpunkt zwischen Energieaufwand/Masse Verhältnis macht es aus, meiner Meinung nach.

Harry:

Ich wundere mich auch. In einem Magazin wurde 7 E-Roller getestet und mit meinem zarten Gewicht dürfte ich gerade so einen E-Roller bewegen. Mir kommt es daraufhin komisch, dass es beim Elektro-Auto anders sein soll als beim E-Roller.
Aus eigener Erfahrung (im Kampfsport) kann ich Bernd Ramler nur zustimmen. Meine männliche Kollegen mussten viel Kraft aufwenden um meine zarte Masse zu bewegen. Umgelegt auf das Auto wäre das dann, es wird eine hohe Energie, aus den Akkus, benötigt um eine höhere Masse zu bewegen. Verringert man die Masse wird auch der Energieverbrauch verringert. Einfache Physik der 7 Klasse! Oder nach Albert Einstein E = m*c²!

Stephan Plümer:

E-Autos brauchen im Stop an Go Verkehr erheblich weniger Energie als ein Verbrenner, es läuft kein Motor im Stand es muß kein Luftwiderstand überwunden werden und wenn wieder verlangsamt wird kommt die Energie größtenteils zurück, mein Ioniq zieht bei 50km/h 3kw , also ca 4,5 PS !
… für Klimaanlage und Heizung kann man im Schnitt 0,5kwh pro Stunde rechnen!

Gruß Stephan

Philipp Krug:

Ich kann Laszlo Bardos nur zureden, er hat völlig Recht mit seiner Aussage, solang die Rekuperationsrate hoch genug ist und wir uns auf gut ausgebauten Straßen bewegen, spielt es keine entscheidende Rolle wie schwer das Fahrzeug ist, die eingesetzte (erstmal höhere) Energie kann beim intelligenten Bremsen nahezu vollständig wieder in elektrische Energie überführt werden, interessanter Nebenfakt ist auch, dass ein schweres Auto länger „Segeln“ kann, also weniger an Geschwindigkeit verliert, wenn man vom Strom geht und sich rollen lässt.

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