In Wien, Linz und Graz sind seit Sommer 15 E-Taxis mit pastellbunter Folierung unterwegs. „Keine E-ngste mehr!“ und weitere Slogans prangen auf den Mitfahrgelegenheiten. Dabei handelt es sich um die zentralen Botschaften einer Kampagne, die das österreichische Mobilitätsministerium im Juni dieses Jahres gestartet hat.
Die Kampagne soll auf die häufigsten Vorbehalte gegenüber E-Autos aufmerksam machen – und diese im besten Fall gleich ausräumen. „Unsere E-Taxis bringen die Botschaften von ‚Keine E-ngste mehr!‘ direkt zu den Verkehrsteilnehmer:innen. Denn die aktuellen Zahlen zeigen: Das Interesse an E-Autos ist groß, gleichzeitig bestehen noch viele Vorbehalte und Unsicherheiten“, so Mobilitätsminister Peter Hanke. „Mit Fakten und verständlicher Information wollen wir diese ausräumen und den Menschen eine fundierte Entscheidung hin zum E-Pkw ermöglichen.“
Autofahrer mit Kaufabsicht sind besonders offen für E-Autos
Die Kampagne kommt offenbar zur rechten Zeit: Auf österreichischen Straßen sei im Hinblick auf die Elektromobilität einerseits eine dynamische Entwicklung zu beobachten, andererseits bestehen in der Bevölkerung weiterhin Vorbehalte, wie aus einer Mitteilung des Mobilitätsministeriums hervorgeht.
Demnach sind inzwischen mehr als 300.000 batterieelektrische Pkw in Österreich unterwegs. Im Juli dieses Jahres erreichte der Anteil an Elektroautos an den Neuzulassungen mit 27,4 Prozent einen neuen Höchstwert. Eine im Mai durchgeführte repräsentative Befragung von 1000 Personen habe jedoch ergeben, dass es in Teilen der Bevölkerung weiterhin Informationsbedarf gebe: Während 43 Prozent der Befragten insgesamt eine positive Einstellung zu E-Autos vorweisen und weitere 30 Prozent Stromern neutral gegenüberstehen, haben 28 Prozent eine eher ablehnende Haltung. Unter den Menschen, die tatsächlich vor einem Autokauf stehen, haben jedoch 64 Prozent eine positive Einstellung zu E-Autos.
„Wir wissen aus der Marktforschung, dass gerade jene Menschen, die in den nächsten zwölf Monaten ein Auto kaufen wollen, E-Autos besonders offen gegenüberstehen“, so Hanke. „Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass bei Reichweite, Laden und Kosten noch Vorbehalte und Wissenslücken bestehen. Genau hier setzt ‚Keine E-ngste mehr!‘ an: Wir wollen nicht überreden, sondern informieren – mit klaren Fakten statt mit Mythen.“
Reichweiten, Ladenetz und -geschwindigkeit: Erwartung und Realität klaffen oft noch auseinander
Zu den Entscheidungsfaktoren, die Menschen bei der Anschaffung eines E-Autos besonders beschäftigen, zählen der Erhebung zufolge die tatsächliche Reichweite, das öffentliche Ladenetz, die Ladedauer und die laufenden Kosten. Allerdings glauben 65 Prozent der Befragten, dass die durchschnittliche Reichweite eines Elektroautos bei unter 400 Kilometern liegt. Tatsächlich liege der durchschnittliche Realreichweitenwert der beliebtesten E-Autos des Vorjahres bei rund 400 Kilometern; seither sei die Reichweite weiter gestiegen, heißt es in der Mitteilung.
Auch beim Laden driften Vorstellung und Realität häufig auseinander: 59 Prozent der Befragten halten das öffentliche Ladenetz für nicht ausreichend ausgebaut. Inzwischen gibt es jedoch knapp 40.000 öffentliche Ladepunkte in Österreich. Zum Vergleich: Mit aktuell rund 9,2 Millionen Einwohnern kommen in Österreich somit etwa 230 Menschen auf eine öffentliche Ladesäule. In Deutschland gab es Anfang Juli knapp 210.000 öffentliche Normal- und Schnellladesäulen – bei rund 83,5 Millionen Einwohnern müssen sich hierzulande somit knapp 400 Menschen eine Ladesäule teilen.
An einem Schnellladepunkt reichen laut den im Rahmen der Kampagne herangezogenen Expertenangaben rund 30 Minuten, um einen Stromer auf etwa 80 Prozent Ladestand zu laden. Beinahe 90 Prozent der Befragten schätzen die notwendige Ladedauer jedoch länger ein.
Ein etwas differenziertes Bild ergibt sich bei der Frage nach den Betriebskosten: 52 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Betriebskosten eines E-Autos gegenüber einem Verbrenner günstiger sind. Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass Menschen mit persönlichem Zugang zu einem E-Auto Betriebskosten, Ladeperformance und die Qualität des öffentlichen Ladenetzes deutlich positiver bewerten als Personen, die ausschließlich Verbrenner fahren.
Taxis informieren noch bis Anfang September über E-Mobilität
Die „Keine E-ngste mehr!“-Kampagne findet auch in Form von Plakaten, TV-Spots, auf YouTube und in den sozialen Medien statt. Die E-Taxis, die noch bis Anfang September in Wien, Linz und Graz unterwegs sind, sollen die Kampagne um eine mobile Informationsfläche ergänzen.
Die Kampagne soll an den Erfolg von eMOVE Austria anschließen, eines im vergangenen Jahr eingeführten Gesamtprogramms, das Informationen, Maßnahmen und Förderungen bündeln soll, um die Verbreitung der E-Mobilität in Österreich zu beschleunigen. „Wir haben mit eMOVE Austria im vergangenen Jahr bei Ladeinfrastruktur und Neuzulassungen wichtige Fortschritte erzielt. Jetzt geht es darum, diese Entwicklung auch mit Information zu begleiten. Je mehr Menschen Elektromobilität selbst erleben und je besser sie informiert sind, desto leichter lassen sich bestehende Vorbehalte abbauen“, so Mobilitätsminister Hanke.
Quelle: Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur – Pressemitteilung vom 25.08.2026








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