Continental: „E-Auto Reifen nicht nur schwarz & rund“

Continental: „E-Auto Reifen nicht nur schwarz & rund“
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Continental

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Der Zulieferer Continental baut seine Position im Bereich der Reifen für vollelektrische Fahrzeuge weiter aus. 2021 haben sieben der zehn volumenstärksten Hersteller von Elektroautos weltweit in der Erstausrüstung auf den deutschen Reifenhersteller vertraut. Verwundert nicht, wenn man sich die Bemühungen von Conti im Bereich E-Mobilität etwas genauer ansieht. Dies habe ich gemeinsam mit Daniel Bäuning, Group Leader Tire Development Volkswagen Account, getan. Gemeinsam haben wir betrachtet worauf es beim Reifen für E-Autos ankommt.

Daniel weiß hierbei wovon er spricht. Denn er ist bereits seit 2005 bei Continental im Bereich der Reifenentwicklung tätig. In der Profilvorentwicklung gestartet, hat er sich dann auf die Entwicklung von Erstausrüstungsreifen konzentriert, bevor er in den vergangenen drei bis vier Jahren bei der Entwicklung von E-Autoreifen stärker eingebunden wurde. Wie er im Verlauf des Gesprächs zu verstehen gab, ist aus dem „Projekt E-Mobilität“ mittlerweile Alltag geworden. Denn der Großteil der Reifen von Conti werde hauptsächlich für Fahrzeuge mit Alternativen Antriebe entwickelt. Reine Verbrenner-Entwicklungen spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Generell unterscheide man aber bei Conti nicht zwischen Reifen für E-Autos oder Verbrenner. Die Reifen müssen aus Sicht des Zulieferers so entwickelt und gefertigt werden, dass sie für jedes Fahrzeug funktionieren, welches darauf steht. Und dennoch ist es so, dass man bei der Entwicklung von Reifen immer einen Zielkonflikt eingehen muss. Denn im Gegensatz zu Produkten aus anderen Branchen gilt für Conti: Es gibt nicht den perfekten Reifen – es gibt nur den perfekt auf ein Fahrzeug abgestimmten Reifen. Hier greift eine Gleichung, welche für alle Reifenhersteller gleich ist: Verändere ich eine bestimmte Eigenschaft eines Reifens hat dies fast immer direkte Auswirkungen auf eine andere Eigenschaft.

Ein konkretes Beispiel: Fahrer von Elektroautos reden viel über den Rollwiderstand eines Reifens, da er direkte Auswirkungen auf die Reichweite eines Elektrofahrzeugs hat. Rein theoretisch könne man den Rollwiderstand deutlich reduzieren, wobei aus naturwissenschaftlichen Gründen es natürlich immer Reibung geben wird, allerdings hätte dies enorme Auswirkungen auf die Bremsfähigkeit des Reifens, denn Rollwiderstand bedeutet auch Grip.

Dieses Spiel gibt es bei Reifen schon immer. Unabhängig vom Antrieb der darauf fahrenden Fahrzeuge, wie Daniel im Gespräch ausführt. Es gilt hierbei eben immer nur den richtigen Grad des Zusammenspiels zu finden. Denn den einen perfekten Reifen gibt es defacto nicht. So sei zwar einiges möglich zu beeinflussen, aber stets mit Auswirkungen auf andere Eigenschaften. Greifen wir hier noch einmal den Rollwiderstand von Reifen an E-Autos auf. Überlegt man sich einmal, dass der Reifen für gut 20 Prozent des Gesamtwiderstandes eines Fahrzeugs verantwortlich ist, erkennt man recht schnell, welchen Stellhebel man hier vorfindet. Und warum sich Conti damit auseinandersetzt.

Durch eine entsprechende Optimierung, welche in der Anschaffung natürlich ihren Preis hat, kann man durch den Umstieg von einem Reifen der Klasse C auf Klasse A bis zu acht Prozent mehr Reichweite herausholen. Dies bedeutet, dass ein Tesla Model Y mit 533 km (WLTP) Reichweite, auf einmal 42 km weiterfahren könne. Auf der anderen Seite hat man bei E-Autos, bedingt durch das hohe Akkugewicht, mit einem stärkeren Abrieb und damit kürzeren Haltbarkeit zu kämpfen. Im extrem Fall könne sich der gleiche Reifen auf einem Elektroauto deutlichst schneller abreiben, als er es auf einem Verbrenner machen würde. In der Regel sei hier ein Unterschied von zehn bis fünfzehn Prozent üblich, wie Daniel im Gespräch ausführt.

Mit Blick auf die Zukunft arbeitet man natürlich nicht nur an bekannten Herausforderungen. Sondern will sich entsprechend gerüstet aufstellen. Nachhaltigkeit spielt hier eine entscheidende Rolle, wie Daniel gegen Ende des Gesprächs ausführt. Insbesondere, wenn die Reifen mit E-Autos in Verbindung gebracht werden. Das soll er dir am besten selbst erläutern. Viel Freude mit der aktuellen Folge.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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