CO2-Emissionen von Verbrenner und Elektroauto kurz gegengerechnet

CO2-Emissionen von Verbrenner und Elektroauto kurz gegengerechnet
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Eines der umstrittensten Themen im Zusammenhang mit der Elektromobilität ist die CO2-Bilanz von Elektroautos und wird dementsprechend auch in den Medien leidenschaftlich diskutiert. Anlass genug für das Branchenmagazin Electrive, ein paar interessante Details und Fakten zu diesem Thema zusammenzutragen und mit einem kleinen Rechenbeispiel zu zeigen, warum Elektroautos selbst mit Kohlestrom-Anteil sauberer unterwegs sind als Verbrenner.

Vorweg: Volker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, findet es fair, dass bei den Berechnungen zu den CO2-Emissionen von Elektroautos der allgemeine Strommix als Rechengrundlage dient, selbst wenn öffentliche Ladesäulen nur mit Ökostrom förderfähig sind und viele E-Auto-Fahrer auch daheim mit Grünstrom laden. Quaschning erklärt dies so: „Ein Elektroauto wird physikalisch betrachtet aus dem Strommix geladen.“ Wer einen Ökostromvertrag hat, zahle lediglich „sein Geld an ein Unternehmen, das in die Energiewende investiert.“ Tatsächlich CO2-frei fahren Elektroautos nur beispielsweise „mit selbst erzeugtem Strom aus einer eigenen Photovoltaik-Anlage“, so Professor Quaschning.

Zwar liegen noch keine genauen Daten vor, erste Berechnungen zeigen allerdings, dass der CO2-Wert einer Kilowattstunde Strom im Jahr 2019 bei etwa 400 Gramm lag. 2018 betrugen die CO2-Emissionen noch 474 Gramm pro kWh.

Anhand des Mittelklasse-Elektroautos Tesla Model 3 berechnet Electrive, wie viel Benzin oder Diesel ein Verbrenner verbrauchen dürfte, um auf den selben CO2-Abdruck zu kommen. Mit einem durchschnittlichen Realverbrauch von 18,1 kWh auf 100 Kilometer und dem CO2-Wert von 2018 ergeben sich für den Tesla gut 86 Gramm CO2 je Kilometer. Auf fossile Kraftstoffe umgelegt, und zwar Well-to-Wheel inklusive der Vorkette in der Produktion, dürfte ein Verbrenner im Realbetrieb nur 3,1 Liter Benzin oder 2,7 Liter Diesel verbrauchen, um auf den Wert des Model 3 zu kommen. Eine Mittelklasse-Limousine schluckt jedoch gut das Doppelte davon. Und mit den neuen Zahlen aus 2019 fällt die CO2-Bilanz noch deutlicher zugunsten des Elektroautos aus.

Quelle: Electrive — Elektroautos: Wie sauber ist der Fahrstrom? Eine Entwicklungsbilanz

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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