Chery startet 2027 in Deutschland, zunächst jedoch ganz ohne reines Elektroauto. Vier SUV-Modelle der Tiggo-Familie sollen den Einstieg der chinesischen Kernmarke markieren, alle ausschließlich mit Voll- oder Plug-in-Hybridantrieb. Ein batterieelektrisches Modell folgt frühestens Ende 2027. Der Tiggo 3 als erster Stromer einer neuen E-Modellfamilie wird zwar bereits im Herbst auf der Pariser Autoshow gezeigt, bis zur Markteinführung in Deutschland dürfte danach aber noch einige Zeit vergehen.
Für Käufer:innen bedeutet das: Wer sich für Chery entscheidet, fährt zunächst elektrifiziert, aber nicht rein elektrisch. Den Auftakt bildet der kompakte Tiggo 4 im Format von VW Taigo oder Hyundai Kona, angeboten als Vollhybrid ab voraussichtlich 22.000 bis 25.000 Euro. Der Tiggo 7 folgt im umkämpften Kompaktsegment für rund 30.000 Euro, wahlweise als Vollhybrid oder gegen einen Aufpreis von etwa 4000 Euro als Plug-in-Hybrid. Der siebensitzige Tiggo 8 nutzt denselben Plug-in-Antrieb und ist für knapp unter 40.000 Euro zu haben. An der Spitze steht der große Tiggo 9, ausschließlich als Plug-in-Hybrid mit Allradantrieb erhältlich.
Ein Konzern, der längst tief in Europa verwurzelt ist
Hinter der neuen Marke steht kein unbeschriebenes Blatt. Die 1997 gegründete Chery Group wuchs nach eigenen Angaben zuletzt jährlich um 70 Prozent und verkaufte 2025 weltweit rund 2,8 Millionen Fahrzeuge, davon mehr als 1,3 Millionen außerhalb des Heimatmarkts. Seit 23 Jahren führt der Konzern damit die Exportstatistik unter Chinas Automobilherstellern an. Entwickelt werden Antriebe und Plattformen in einem weltweiten Netz aus acht Zentren, eines davon liegt in Raunheim nahe dem Frankfurter Flughafen, mitten in Deutschland also.
In Deutschland ist der Konzern zudem kein Unbekannter mehr: Über die Marken Omoda und Jaecoo ist Chery hierzulande bereits aktiv, mit dem Start 2027 folgt nun die Kernmarke. Der Zeitpunkt kommt bewusst spät. Chery hat die Kernmarke zuvor bereits in Polen, Großbritannien und Spanien eingeführt und dabei Erfahrungen für den anspruchsvollen deutschen Markt gesammelt. Neue Modelle bringt der Hersteller dabei nicht mit: Abgesehen vom 2023 vorgestellten Flaggschiff Tiggo 9 sind die vier SUV in anderen Ländern längst erhältlich.
Handel, Finanzierung und Garantie stehen bereit
Beim Verkaufsstart im Frühjahr 2027 sollen bereits 30 Autohäuser bereitstehen, bis Ende des Jahres will Chery mindestens 100 Händler in den wichtigsten Ballungsräumen etabliert haben. Anders als mancher andere Neueinsteiger setzt der Konzern dabei nicht auf Direktvertrieb, sondern auf etablierte Autohäuser mit Verkauf und Service, ähnlich wie bereits bei den Schwestermarken Omoda und Jaecoo.
Auch bei Finanzierung und Absicherung zeigt sich Chery vorbereitet. Die Bank Santander übernimmt Händler- und Kundenfinanzierung, gemeinsam mit dem Logistikdienstleister Kühne+Nagel entsteht ein deutsches Ersatzteillager. Als Kaufanreiz dienen sieben Jahre Garantie sowie mindestens drei Jahre kostenloser Service. Bei Import und Reparaturen kann der Hersteller zudem auf bestehende Strukturen von Omoda und Jaecoo zurückgreifen, was Anlaufzeit und Aufbauaufwand verkürzen dürfte.
Quelle: 24Auto – Viel Hybrid, wenig Strom – Neue China-Marke Chery









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