BMW schließt Liefervertrag für nachhaltiges Lithium aus Australien

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Michael Neißendorfer
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Mit dem Ausbau der Elektromobilität erweitert die BMW Group ihre bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Ganfeng Lithium Co., Ltd. mit Sitz in Jiangxi (China). Die beiden Unternehmen haben einen Liefervertrag für die Versorgung des – für Batteriezellen wichtigen – Rohstoffs Lithium unterzeichnet. „Das prognostizierte Vertragsvolumen beträgt 540 Millionen Euro. Die BMW Group deckt damit 100 Prozent des Bedarfs an Lithiumhydroxid für die Hochvoltspeicher ihrer fünften Generation an Batteriezellen“, sagt Dr. Andreas Wendt, Vorstand der BMW AG für Einkauf und Lieferantennetzwerk. Die Vertragslaufzeit beträgt fünf Jahre (2020 – 2024).

„Neben Kobalt ist Lithium einer der Schlüssel-Rohstoffe für die Elektromobilität. Mit der Vertragsunterzeichnung sichern wir unseren Lithium-Bedarf für Batteriezellen ab. Bereits 2023 wollen wir 25 elektrifizierte Modelle im Angebot haben, davon mehr als die Hälfte vollelektrisch. Entsprechend steigt der Bedarf an Rohstoffen. Allein für Lithium rechnen wir bis 2025 etwa mit einer Versiebenfachung unseres heutigen Bedarfs.“ — Dr. Andreas Wendt, Vorstand der BMW AG für Einkauf und Lieferantennetzwerk

Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit sind wichtige Faktoren beim Ausbau der Elektromobilität. Für die Einkaufsexperten der BMW Group beginnt eine ethisch verantwortliche Rohstoffgewinnung und -verarbeitung deshalb ganz am Anfang der Wertschöpfungskette: Sie beschäftigen sich intensiv mit den Lieferketten für Batteriezellen – bis in die Rohstoffminen hinein. Die Einhaltung von Umweltstandards und Menschenrechten hat dabei oberste Priorität.

„Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt unserer Unternehmensstrategie und spielt eine zentrale Rolle beim Ausbau der Elektromobilität. Wir sind uns unserer Verantwortung voll bewusst: Lithium und andere Rohstoffe müssen unter ethisch verantwortlichen Bedingungen gewonnen und verarbeitet werden“, betont Wendt. Die Gewinnung des Lithiums bei Ganfeng erfolgt mittels Bergbau aus so genannten Hardrock-Lagerstätten in Australien. Dabei gelten höchste Ansprüche in Bezug auf Nachhaltigkeit.

Bereits heute veröffentlicht die BMW Group auf ihrer Webseite die Herkunftsländer für Kobalt (PDF). Für die kommende, fünfte Generation an Batteriezellen hat das Unternehmen außerdem die Lieferketten neu strukturiert und wird nicht nur Lithium, sondern auch Kobalt ab 2020 selbst direkt einkaufen und die Rohstoffe den beiden Batteriezell-Herstellern CATL sowie Samsung SDI zur Verfügung stellen. Damit ist eine vollständige Transparenz über die Herkunft der Rohstoffe gegeben. Kobalt wird künftig direkt aus Minen in Australien und Marokko bezogen. Die Lieferverträge garantieren eine Versorgungssicherheit bis 2025 und darüber hinaus.

Darüber hinaus hat die BMW Group kürzlich bekannt gegeben, dass sie das Auftragsvolumen für Batteriezellen an CATL auf 7,3 Milliarden Euro erhöht (Vertragslaufzeit: 2020 bis 2031) und für die fünfte Generation an elektrischen Antrieben mit Samsung SDI einen Langzeit-Liefervertrag mit einem Auftragsvolumen von 2,9 Milliarden Euro geschlossen hat (Vertragslaufzeit: 2021 bis 2031). „Damit sichern wir langfristig unseren Bedarf an Batteriezellen. Jede Zellgeneration wird im globalen Wettbewerb an den technologisch und betriebswirtschaftlich führenden Hersteller vergeben. So haben wir zu jeder Zeit Zugang zur bestmöglichen Zelltechnologie“, so Dr. Andreas Wendt.

Außerdem wird die BMW Group ab der fünften Generation der Elektroantriebe ab 2021 komplett auf den Einsatz von seltenen Erden verzichten. „Damit machen wir uns unabhängig von deren Verfügbarkeit“, unterstreicht Wendt.

Umfangreiches in-house-Fachwissen zur kompletten Wertschöpfungskette der Batteriezelltechnologie

Die BMW Group verfügt über umfangreiches in-house-Fachwissen zur kompletten Wertschöpfungskette der Batteriezelltechnologie. Die hausinterne Fertigung der Batterien erfolgt in den BMW Group Werken Dingolfing (Deutschland), Spartanburg (USA) sowie im BBA Werk Shenyang (China). Auch in Thailand hat die BMW Group die Produktion von Batterien lokalisiert und arbeitet hierfür mit der Dräxlmaier Group zusammen.

Mitte November hat das Unternehmen sein „Kompetenzzentrum Batteriezelle“ in München eröffnet. Dessen Ziel ist es, die Technologie der Batteriezelle voranzutreiben und die Produktionsprozesse technologisch zu durchdringen. Das Unternehmen investiert in den Standort 200 Millionen Euro und wird dort bis zu 200 Mitarbeiter beschäftigen.

Die Produktion von Batteriezell-Prototypen ermöglicht es, die Wertschöpfungsprozesse der Zelle vollständig zu analysieren und zu verstehen. „Ob wir die Zellen zu einem späteren Zeitpunkt dann selber auch in Serie produzieren, hängt maßgeblich von der Entwicklung des Lieferantenmarktes ab“, so Dr. Andreas Wendt.

Für die Erschließung der für die Elektromobilität entscheidenden Zelltechnologie hat die BMW Group ein gemeinsames Technologiekonsortium mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt sowie Umicore, einem belgischen Entwickler von Batteriematerialien. Die Zusammenarbeit befasst sich mit dem Aufbau einer kompletten, nachhaltigen Wertschöpfungskette für Batteriezellen in Europa und erstreckt sich von der Entwicklung über deren Fertigung bis zum Recycling.

Dabei spielt das Recycling von Batteriekomponenten eine entscheidende Rolle, um bei stark steigender Nachfrage nach Batteriezellen den Wertstoffkreislauf über eine umfassende Wiederverwertung der Rohstoffe bestmöglich zu schließen.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 09.12.2019

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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