Projekt Bayernflotte erprobt drei Wasserstoff-Lkw im Alltag

Projekt Bayernflotte erprobt drei Wasserstoff-Lkw im Alltag
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MAN

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Im Projekt Bayernflotte hat die Straßenerprobung von drei mit Wasserstoff betriebenen Elektro-Lkw begonnen. Sie markiert den finalen Schritt des Forschungsprojekts, das vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert wurde. Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus hat dazu drei Brennstoffzellen-Lkw an LoadFox Transport Solutions übergeben. Die Fahrzeuge sollen über einen Zeitraum von drei Monaten im regulären Logistikbetrieb eingesetzt werden. Die Routen führen zwischen den MAN-Standorten München, Dachau und Nürnberg sowie auf weiteren Strecken im süddeutschen Raum, so MAN in einer aktuellen Mitteilung.

Die eingesetzten Brennstoffzellen-Lkw basieren auf einem elektrischen Antriebssystem, bei dem Wasserstoff in gasförmiger Form in elektrische Energie umgewandelt wird. Zentrale Komponente ist das Brennstoffzellensystem des Projektpartners Robert Bosch. Hochvoltbatterien ergänzen die Energieversorgung, um Lastspitzen abzudecken und Rekuperationsenergie zu speichern. Die elektrische Antriebsachse AxTrax2 dual von ZF übersetzt die Energie in Vortrieb.

Der Wasserstoff wird in 700-bar-Drucktanks von Forvia mit einer aktuell installierten Kapazität von 36 Kilogramm gespeichert. Die Fahrzeuge sind für eine Reichweite von rund 450 bis 500 Kilometern ausgelegt. Insgesamt verfügen die Bayernflotte-Lkw über eine Antriebsleistung von 350 kW. Im Praxiseinsatz liegt der Verbrauch bei etwa sieben bis acht Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer. Mit einem Radstand von 4000 Millimetern, einem Eigengewicht von rund 11,5 Tonnen und einer ausgelegten Zuggesamtmasse von bis zu 42 Tonnen entsprechen die Fahrzeuge den Anforderungen im schweren Verteiler- und Fernverkehr.

LoadFox übernimmt in diesem Projekt die Rolle des operativen Logistikpartners. Als von MAN aufgebautes Inhouse-Transportunternehmen betreibt LoadFox Prototypenfahrzeuge, autonome Fahrzeuge und erprobt digitale Dienste unter realen Bedingungen im Güterverkehr. Ziel ist es, durch den direkten Einsatz innovativer Technologien im täglichen Betrieb wertvolle Erkenntnisse aus der Kundenperspektive für die gezielte Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen für MAN zu gewinnen.

MAN

Die im Rahmen des Projekts Bayernflotte gewonnenen Daten sollen systematisch ausgewertet und in die Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien innerhalb des Traton-Konzerns einfließen. Der Fokus liege auf Effizienz, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit im täglichen Einsatz.

MAN erwartet, dass batterieelektrische Nutzfahrzeuge zur dominierenden Technologie im Straßengütertransport werden, da rein elektrische Antriebe in puncto Energieeffizienz, Betriebskosten und Senkungspotenzial von Treibhausgasen allen anderen Antriebstechnologien deutlich überlegen sind. Wasserstofftechnologien wie die in einer Kleinserie bereits eingeführten MAN hTGX mit Wasserstoffverbrennungsmotoren oder in Zukunft mit Brennstoffzellen können eine wichtige ergänzende Rolle in spezifischen Anwendungen spielen – z.B. sehr lange Transportstrecken oder in Regionen mit unzureichender Ladeinfrastruktur.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 31. Juli 2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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