E-Auto-Akkus halten länger als das Fahrzeug selbst

E-Auto-Akkus halten länger als das Fahrzeug selbst
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Maria Glaser
Maria Glaser
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Das in London ansässige Unternehmen Generational, das sich mit der Diagnose von Elektroauto-Batterien befasst, hat vor wenigen Tagen seine Studie „Battery Performance Index“ für 2025 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass in der Praxis die meisten Batterien so langlebig sind, dass sie die Elektroautos selbst überdauern. Es handle sich, so Generational, um die größte derartige Studie, die in Großbritannien jemals durchgeführt wurde. Außerdem seien die Preise des Gebrauchtwagenmarkts für Elektroautos in Wahrheit nicht von der tatsächlichen Batterielebensdauer geprägt, sondern von der Unsicherheit, die im öffentlichen Diskurs darüber entstanden ist, so das Unternehmen.

Der groß angelegte Datensatz zeigt, dass die Batterien von Elektroautos weitaus besser halten, als oft vermutet wird. Immer wieder steht die Lebensdauer von Akkus im Mittelpunkt für die Kundschaft, da sie den Wiederverkaufswert sowie die Betriebskosten über einen längeren Zeitraum beeinflussen. Dass die Batterien von Elektroautos an Kapazität verlieren, ist ein normaler Vorgang und liegt in der Batterietechnologie begründet. Wie stark diese nachlässt, ist jedoch nicht nur eine Frage der Batterie selbst, sondern auch der Fahrzeugnutzung sowie des Ladeverhaltens. Schnellladen bei kalten Temperaturen strapaziert die Batterie beispielsweise besonders stark. Grundsätzlich gilt jedoch: Je langlebiger die Batterien performen, desto höher das Vertrauen der Verbraucher:innen, in Elektromobilität zu investieren.

Dem Vorsitzenden der Vehicle Remarketing Association, Philip Nothard, zufolge sei es nur verständlich, dass beim Kauf von gebrauchten Elektroautos der Fokus auf dem Zustand der Batterie liegt. Nicht zuletzt handelt es sich dabei um die teuerste Komponente. „Transparenz wird sich als entscheidend erweisen, um das Vertrauen der Kundschaft in die Zukunft zu stärken und die vielen Missverständnisse auszuräumen, die sich im Zusammenhang mit Elektroautobatterien verbreitet haben“, so Nothard.

Für mehr als 8000 getestete Batterien von 36 verschiedenen Herstellern hat Generational in seinem Batterieleistungsindex den durchschnittlichen Gesundheitszustand (engl. State of Health, SoH) ermittelt. Der SoH berechnet sich aus der Batteriekapazität zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verhältnis zur Originalkapazität. Die Analyse von Generational beinhaltet dabei Pkw sowie leichte Nutzfahrzeuge, vom Neuwagen bis zu zwölf Jahre alten Elektroautos. Der vorgegebene Kilometerstand lag bei maximal 160.000 Meilen, was fast 257.500 Kilometern entspricht.

Technischer Fortschritt sichtbar

Durchschnittlich lag der SoH aller Fahrzeuge bei 95,15 Prozent. Außerdem blieb der Zustand der Batterien über die gesamte Stichprobe hinweg auch mit zunehmendem Alter der Fahrzeuge hoch. Bei 4 bis 5 Jahre alten Elektroautos lag der Durchschnitt bei 93,53 Prozent und mit 8 bis 9 Jahren bei 85 Prozent. Damit liegt der SoH deutlich über der typischen Herstellergarantie, welche meist bei 70 Prozent der ursprünglichen Batteriekapazität nach acht Jahren oder 100.000 Meilen liegt – je nachdem, was zuerst erreicht wird.

Da sich die Batterieentwicklung in den vergangenen Jahren rasant entwickelt hat und auch derzeit große Fortschritte macht, beispielsweise im Bereich der Feststoffbatterien, ist davon auszugehen, dass sich diese Werte noch weiter verbessern. Die daraus resultierende, sich vergrößernde Leistungslücke mit zunehmendem Alter der Fahrzeuge zeigt sich auch in der Streuung dieser Werte. Während der durchschnittliche Wert des unteren Viertels der 4- bis 5-jährigen Elektroautos bei durchschnittlich zirka 91,6 Prozent SoH lag, war dieser Wert bei Elektroautos im Alter von 8 bis 12 Jahren bei 82 Prozent. Das obere Viertel der jüngeren Fahrzeuggruppe erreichte einen Durchschnitt von 96,5 Prozent, während die älteren Autos lediglich bei 90 Prozent lagen.

Außerdem hängt die Kapazität der Batterie und damit auch die maximale Reichweite des Elektroautos von der Laufleistung ab. So erreichen in der Generational-Studie Elektroautos mit hoher Laufleistung von über 160.000 Kilometern einen SoH von 88 bis 95 Prozent.

Welche Rolle spielen einzelne Faktoren?

Eine Erkenntnis, die aus dem Bericht von Generational hervorgeht, ist dass die Laufleistung allein kein verlässlicher Indikator für den Zustand der Batterie ist. So gab es einige Fälle, in denen ein jüngeres Fahrzeug mit sehr hoher Laufleistung besser abschnitt als ein älteres Auto, das weniger gefahren wurde. Aber auch das Alter sei nicht von entscheidender Bedeutung.

Damit unterscheidet sich die Abnutzung von Elektroautos zu der von traditionellen Verbrennern, bei denen Alter und Laufleistung ausschlaggebend für die Bewertung des Fahrzeugwertes sind. Ein Verbrennungsmotor wird mit jedem Kilometer weiter abgenutzt, ein Elektroauto-Akku nicht notwendigerweise. Hier sind Lade- und Fahrverhalten wichtiger. Das zeigt, dass die Wartung einen großen Unterschied beim Batteriezustand macht und der Gebrauchtwagenmarkt entsprechend eher von diesem Faktor geprägt sein wird, als von den traditionellen Kategorien Alter und Laufleistung.

Die gesamte Studie hat weitreichende Implikationen für die Automobilindustrie sowie die Branche der Elektromobilität, denn sie stärkt nicht nur die Herstellerseite mit Ergebnissen, die über den üblichen Erwartungen liegen, sondern sie hat auch das Potenzial, Verbraucher:innen Unsicherheiten beim Kauf eines Elektroautos zu nehmen. Damit einher geht außerdem, so die Studie, eine bessere Datengrundlage für Versicherungen, Flottenbetreiber oder die Politik, die mit ihren Angeboten und Entscheidungen den Markt für Elektroautos nachhaltig verändern. Die Zusammenfassung der Studie von Generational ist online frei zugänglich.

Quelle: Generational – 2025 Battery Performance Index / Electrek – Most EV batteries outlast their cars, real-world data shows

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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