Autonomer Elektro-Lkw „T-Pod“ von DB Schenker und Einride nimmt seinen Betrieb auf

Autonomer Elektro-Lkw „T-Pod“ von DB Schenker und Einride nimmt seinen Betrieb auf
Copyright:

DB Schenker

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Zu Beginn der Woche haben wir berichtet, dass sich DB Schenker die Elektrifizierung der eigenen Flotte auf die Fahne schreibt. Im Zusammenhang hiermit haben wir bereits auf den T-Pod von Einride verwiesen, der autnom und vollelektrisch unterwegs bereits für LIDL unterwegs ist und nun auch bei DB Schenker Einzug halten soll. Nun wurde bekannt, dass DB Schenker und Einride bereits weiter sind als zunächst kommuniziert.

Die beiden Unternehmen haben Anfang November, auf einem Gelände von DB Schenker im schwedischen Jönköping, den ersten kommerziellen Einsatz eines vollelektrischen, autonomen Lkw – des so genannten „T-Pod“ – gestartet. Der T-Pod wird ab sofort völlig autonom von und zu einem Lagerhaus fahren. Geplant ist, dass der T-Pod noch in diesem Jahr die Straßenzulassung in Schweden erhält und somit dann auch erstmals autonom über öffentliche Straßen fahren darf.

https://www.youtube.com/watch?v=PWSkMkUOGNU

Das Besondere am T-Pod von Einride ist, dass dieser über kein Fahrerhaus mehr verfügt, sondern fernüberwacht wird. Somit kann er auch aus Entfernungen von mehren hundert Kilometern ferngesteuert werden. Der Wegfall des Fahrerhauses gestattet es, dass das Fahrzeug dabei deutlich effizienter gestaltet werden kann. Gleichzeitig sind höhere Ladekapazitäten, mehr Flexibilität, niedrigere Fertigungs- und Betriebskosten sowie ein optimierter Energieverbrauch möglich. Der T-Pod wird ausschließlich mit Batterien betrieben.

„Wir bei Schenker arbeiten mit aller Konsequenz an einer nachhaltigen und innovativen Logistik. Das autonome Fahren wird dafür immer wichtiger. Gemeinsam mit unserem Partner Einride setzen wir dafür neue Maßstäbe und wollen schon bald den ersten vollelektrischen, autonomen Lkw auf eine öffentliche Straße bringen.“ – Jochen Thewes, CEO von DB Schenker

Ziel sei es eine Flotte von T-Pods durch ein intelligentes Routenführungssystem zu koordinieren. Dies könnte sich positiv auf Lieferzeit, Akkulaufzeit und Energieverbrauch auswirken und somit den Straßengüterverkehr effizienter und sicherer machen. Einride und DB Schenker haben ihre Partnerschaft bereits im April 2018 vereinbart. Die Kooperation umfasst den Pilotlauf in Jönköping sowie eine Option für weitere Pilotläufe im Ausland.

„Der Schwerlastverkehr ist für einen wesentlichen Teil der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Durch den Umstieg von Diesel auf Strom reduzieren wir den CO2-Ausstoß um 90 Prozent. Wir sind glücklich und dankbar, dass DB Schenker sich entschieden hat, Teil dieser Revolution zu sein, die einen riesigen globalen Markt radikal verändern kann.“ – Robert Falck, CEO und Gründer von Einride

Gerade das Fahren in einer Flotte und gleichzeitige steuern dieser zielt wieder auf das Platooning-Konzept ab. Dieses testet der Logistikdienstleister in einem Pilotprojekt in Deutschland zusammen mit dem Lkw-Hersteller MAN und der Fresenius Hochschule. Hierbei steht die Effizienz von digital gesteuerten Lkw-Kolonnen, das sogenannte „Platooning“ im Vordergrund. Dies haben wir so im Zusammenhang mit Volkswagens Sicht auf die Zukunft Logistik bereits aufgegriffen.

Quelle: DB Schenker – Pressemitteilung vom 06. November 2018

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

Warum nicht der E-Lkw das größte Problem der Logistik ist

Warum nicht der E-Lkw das größte Problem der Logistik ist

Sebastian Henßler  —  

Nicht der E-Lkw ist das Problem, sondern Ladeinfrastruktur, Netzanschluss und Planung. Warum Logistiker beim Umstieg scheitern und wie Full Service helfen kann.

Daimler Buses baut in München Ladestationen für E-Bus-Fernverkehr auf

Daimler Buses baut in München Ladestationen für E-Bus-Fernverkehr auf

Michael Neißendorfer  —  

Daimler Buses hat eine klare E-Roadmap für die Elektrifizierung seiner Fahrzeuge – und woher der Strom kommen soll, damit sie auch Langstrecken schaffen.

MAN liefert 63 Elektrobusse nach Vorarlberg

MAN liefert 63 Elektrobusse nach Vorarlberg

Michael Neißendorfer  —  

Nicht nur die Zahl an ausgelieferten E-Bussen ist rekordverdächtig: ÖBB Postbus hat zudem den größten E-Bus-Ladestandort in ganz Österreich aufgebaut.

Umfrage: Akzeptanz für E-Lkw steigt, Wasserstoff wird unattraktiver

Umfrage: Akzeptanz für E-Lkw steigt, Wasserstoff wird unattraktiver

Michael Neißendorfer  —  

Die Logistikbranche sieht die Zukunft bei E-Lkw, das Interesse an Wasserstoff hat deutlich nachgelassen. Wichtig für den Hochlauf: Wissensdefizite abbauen.

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Sebastian Henßler  —  

An der Brennerautobahn entsteht neue Ladeinfrastruktur für E-Lkw. In Vahrn laden E-Trucks mit bis zu 1000 kW und nutzen dabei reguläre Fahrpausen effizient.

Europcar ergänzt seine Flotte um elektrische Transporter

Europcar ergänzt seine Flotte um elektrische Transporter

Sebastian Henßler  —  

E-Transporter gewinnen im Lieferverkehr an Bedeutung. Europcar setzt auf flexible Mietmodelle, um Unternehmen den Einstieg zu erleichtern.

Warum der Umstieg auf E-Transporter mit Beratung besser gelingt

Warum der Umstieg auf E-Transporter mit Beratung besser gelingt

Sebastian Henßler  —  

Diesel oder Elektro im Transporter? Experte Matthias Born erklärt, wie Strompreise, PV und Einsatzprofile die Wirtschaftlichkeit im Alltag verändern.