Analyse: Deutsches E-Auto-Ziel in Gefahr?

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die Elektromobilität in Deutschland nimmt stetig zu, mit über einer Million Elektroautos, die derzeit auf den Straßen unterwegs sind. Doch wird das Land sein ambitioniertes Ziel von 15 Millionen E-Autos bis 2030 erreichen? Eine aktuelle Untersuchung von Deloitte gibt Einblicke in die Herausforderungen und Chancen des Marktes.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 wurden in Deutschland 170.966 Elektroautos zugelassen. Ein Jahr später stieg diese Zahl um 15 Prozent auf 197.002. Trotz dieser positiven Entwicklung zeigt die Analyse von Deloitte, dass der Hauptgrund für das langsamere Wachstum die Kosten sind. Während ein durchschnittlicher Verbrenner 31.000 Euro kostet, liegt der Preis für ein E-Auto bei 42.500 Euro. Für fast ein Drittel der deutschen Autokäufer ist der Preis ein entscheidender Faktor.

Dr. Harald Proff, Leiter des Automotive-Sektors bei Deloitte, betont die Notwendigkeit, die Preisunterschiede zu verringern: „Um eine breitere Akzeptanz von E-Autos zu erreichen, müssen die Preise sinken. Der deutsche Markt benötigt mehr erschwingliche Elektrofahrzeuge.“. Die Studie gibt zu verstehen: Importe könnten Klimaziele näherbringen.

Die Preisparität zwischen E-Autos und Verbrennern wird voraussichtlich erst zwischen 2028 und 2030 erreicht. Unter diesen Voraussetzungen prognostiziert Deloitte, dass bis 2030 nur 11,7 Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren werden. Eine Möglichkeit, diese Lücke zu schließen, könnte in kosteneffizienteren Batterietechnologien liegen. „Neue Hersteller, insbesondere aus China und den USA, produzieren Batterien kostengünstiger als etablierte Automobilhersteller. Wenn sie diese Kostenvorteile beibehalten und an die Verbraucher weitergeben, könnten Importe von E-Autos dazu beitragen, das Ziel von 15 Millionen näher zu erreichen“, so Proff.

Vorteile durch Batterietechnologie

Chinesische Hersteller dominieren den Batteriemarkt, da sie die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren. Sie haben frühzeitig Zugang zu Rohstoffen erhalten und können diese effizienter und kostengünstiger verarbeiten. Deloitte schätzt, dass der Kostenvorteil dieser Hersteller bei Batterien zwischen 1.000 und 2.000 Euro pro Einheit liegt. Dies könnte den Anstieg der E-Mobilität in Deutschland durch Importe erheblich beeinflussen.

Deloitte

Obwohl neue Hersteller in der Batterietechnologie führend sind, betont Dr. Proff, dass traditionelle Automobilhersteller noch aufholen können: „Das Rennen ist noch offen.“ Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie in innovative Technologien investieren, ihre Prozesse optimieren und mit Partnern zusammenarbeiten, um effizientere Wertschöpfungsnetzwerke zu schaffen. „Es wird intensiv an neuen Batterietechnologien geforscht. Traditionelle Hersteller haben die Möglichkeit, bei neuen Technologien führend zu werden“, fügt Proff hinzu.

Die Analyse von Deloitte unterstreicht die Bedeutung von Batteriekosten für die Zukunft der Elektromobilität in Deutschland. Während der Markt wächst, sind weitere Anstrengungen erforderlich, um die Klimaziele des Landes zu erreichen. Traditionelle und neue Hersteller werden gleichermaßen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung dieser Zukunft spielen. Die komplette Analyse findet man hier.

Quelle: Deloitte – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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