Der chinesische Automobilhersteller Xpeng wächst weiter und bringt in hoher Schlagzahl neue Elektroautos auf den Markt. Gleichzeitig schreibt der Hersteller allerdings weiterhin rote Zahlen und investiert Milliarden in neue Modelle, künstliche Intelligenz und automatisiertes Fahren. Nun soll Xpeng deshalb seine Entwicklungsstrukturen deutlich straffen.
Wie das österreichische „Industriemagazin“ unter Berufung auf das chinesische Wirtschaftsmagazin 36Kr berichtet, sollen aus bislang vier internen Produktlinien künftig nur noch zwei werden. Die Linien F und I sollen demnach in der größeren G-Linie aufgehen. Separat bestehen bleiben soll die D-Linie für die günstigere Mona-Modellfamilie. Eine offizielle Bestätigung von Xpeng gibt es bislang nicht.
Die Teams übernehmen unter anderem Aufgaben bei Produktdefinition, Planung sowie Forschung und Entwicklung. Durch die Zusammenlegung sollen Ressourcen gebündelt, Doppelstrukturen reduziert und die Kosten neuer Fahrzeugprogramme gesenkt werden. Zugleich soll vermieden werden, dass sich ähnlich positionierte Modelle gegenseitig Konkurrenz machen.
Dass Xpeng stärker auf seine Kosten achten muss, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal gab das Unternehmen rund 2,91 Milliarden Yuan (etwa 350 Millionen Euro) für Forschung und Entwicklung aus. Das waren 32,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gründe waren insbesondere neue Modelle und höhere Investitionen in KI-Technologien.
Mehr als drei Milliarden Yuan Verlust im ersten Halbjahr
Im zweiten Quartal erzielte Xpeng nach eigenen Angaben einen Umsatz von 19,74 Milliarden Yuan (2,4 Milliarden Euro). Die Bruttomarge stieg auf 20,7 Prozent. Unter dem Strich blieb dennoch ein Nettoverlust von 1,34 Milliarden Yuan (160 Millionen Euro). Bereits im ersten Quartal hatte Xpeng 1,78 Milliarden Yuan (215 Millionen Euro) verloren. Damit summiert sich das Minus im ersten Halbjahr 2026 auf gut 3,1 Milliarden Yuan (370 Millionen Euro). Im zweiten Quartal 2025 hatte der Verlust noch bei 480 Millionen Yuan (58 Millionen Euro) gelegen.
Zugleich hielt das Wachstum der Auslieferungen zuletzt nicht mehr mit dem hohen Investitionstempo Schritt. Im zweiten Quartal wurden 103.295 Fahrzeuge ausgeliefert und somit lediglich 0,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im August erreichte Xpeng mit 39.107 Fahrzeugen immerhin wieder ein Plus von vier Prozent. In Deutschland verzeichnet die hier noch junge Marke indes starke Marktzuwächse.
Wachstum soll effizienter werden
Von einer grundsätzlichen Sparstrategie zulasten neuer Produkte kann dennoch kaum die Rede sein. Xpeng baut seine Modellpalette weiter aus und investiert zugleich in eigene Chips, künstliche Intelligenz, Robotaxis und automatisiertes Fahren. Umso wichtiger wird es, diese Projekte effizienter zu organisieren.
Die Neuordnung der Entwicklungsteams erscheint daher vor allem als Versuch, den Wachstumskurs finanziell besser beherrschbar zu machen. Xpeng verfügte Ende des zweiten Quartals über liquide Mittel von rund 40,5 Milliarden Yuan (4,9 Milliarden Euro). Ende März waren es noch 42,09 Milliarden Yuan (5,1 Milliarden Euro). Klar ist: Xpeng muss weiter investieren, um technologisch konkurrenzfähig zu bleiben, zugleich aber zeigen, dass sich das Wachstum irgendwann auch in schwarzen Zahlen niederschlägt. Schlankere Entwicklungsstrukturen sollen dazu offenbar einen Beitrag leisten.
Quelle: Industriemagazin – XPeng zieht die Kostenbremse: Vier Entwicklungslinien sollen auf zwei schrumpfen









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