VW-Manager: „ID.Buzz bietet uns Möglichkeiten, die wir nicht hatten“

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Volkswagen

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen hat den neuen ID. Buzz und ID. Buzz Cargo vorgestellt. Ein Elektroauto, welches nicht nur VW sondern vor allem deren Nutfahrzeugsparte in ein ganz anderes Licht rückt. Deren Nutzfahrzeugchef Carsten Intra hat sich mit electrified über die besondere Bedeutung des Modells für den Hersteller unterhalten. Nicht weniger als der „sichtbare Aufbruch in die Zukunft“ sei das Fahrzeug, so Intra gegenüber dem Portal.

Im exklusiven Interview äußerst sich Intra über den ID. BUZZ sowie die Entwicklung der Nutzfahrzeugbranche im Allgemeinen. Diese vollziehe wie die Pkw-Welt einen Wandel, gestützt auf Mega-Trends wie Nachhaltigkeit und Elektromobilität. Hier gilt es Erfahrungen zu sammeln und eine Basis zu errichten. Eine Basis, welche man mit dem VW e-Crafter und VW T6.1 von Abt elektrifiziert auf einer Verbrenner-Basis gestartet hat, mit dem ID. BUZZ nun auf einer eigenständigen Elektroauto-Plattform (MEB) weiterführt. Und künftig noch enger mit zwei weiteren Mega-Trends Digitalisierung und Vernetzung verknüpft. Hier soll die Cargo-Variante des Stromers ihren Teil dazu beitragen den emissions- und fahrerlosen Transport von Gütern auf ein neues Level zu heben.

Hierzu befinde man sich bereits im Gespräch „mit den Großen der Logistikbranche – dazu gehören auch Lyft und Uber – über das Thema Personentransport. Große Firmenkunden wie die Post, DHL oder Amazon können zudem mit autonom fahrenden Fahrzeugen ihr Geschäft revolutionieren“, so der Geschäftsführer von VW Nutzfahrzeuge weiter. Erste Pilotprojekte zum autonomen Fahren seien in Hamburg und München bereits angelaufen. Den Wandel hin zur autonomen Flotte werde jedoch nicht von heut auf Morgen erfolgen, sondern sich langsam etablieren. Ab 2025 wolle man vollkommen autonom sein, zwei Jahre nach dem in Hamburg der Regelbetrieb mit Sicherheitsfahrer aufgenommen werden soll.

Nachhaltigkeit zeige sich aber nicht nur beim Antrieb. Auch bei der Gestaltung des Innenraums machen die Details den Unterscheid. So sieht und fühlt sich das Lenkrad wie aus Leder an, sei aber kein Leder. „Die Decke und Teile der Sitze sind aus recyceltem Kunststoff: aus PET-Flaschen oder sogenanntem Meeresplastik“, so Intra weiter über das Interieur des ID. BUZZ. All diese Details tragen laut ihm ihren Teil dazu bei, dass der „ID.Buzz das bislang disruptivste Auto in unserem Portfolio ist. Er ist für unsere Marke der sichtbare Aufbruch in die Zukunft. Vor dem Hintergrund dessen, was dieses Auto kann, werden wir mit ihm unser Geschäftsmodell verändern können. Der ID. Buzz ist der Vorläufer für eine neue Art der Mobilität.“

Den eher langsamen Wandel hin zur E-Mobilität im Nutzfahrzeugsegment begründet Intra damit, dass deren Kunden immer etwas konservativer sind: „Sie müssen sich fragen, ob ihr Einsatzzweck auf Baustellen oder der Langstrecke einen effizienten Diesel benötigt oder sich ein E-Modell für sie bereits rechnet.“ Bis 2030 plane man einen Anteil von 55 Prozent am eigenen Umsatz mit reinen E-Autos zu erzielen. Der ID. BUZZ wird seinen Teil dazu beitragen. Der CEO von VW Nutzfahrzeuge ordnet dessen Produktionskapazität wie folgt ein: „In der Hochlaufphase planen wir erstmal mit 50.000 bis 60.000 Einheiten pro Jahr in Hannover. Mit weiteren Derivaten gehen wir später von deutlich mehr als 100.000 Einheiten aus unserem Stammwerk pro Jahr aus.“

Auf die aktuelle Situation und Spritpreise angesprochen gibt er zu verstehen, dass diese als Treibstoff zum schnellen Wandel in Richtung E-Mobilität dienen werden. Denn „gerade Handwerkern und Gewerbetreibenden geht es um die Total-Cost-of Ownership. Die Spritpreise werden dafür sorgen, dass sich viele Kunden für ein E-Modell entscheiden. Angesichts steigender Spritpreise wird es für den Verbrenner nicht einfach werden.“

Quelle: electrified – «ID.Buzz ist Vorläufer für eine neue Art der Mobilität»

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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rabo:

Wenn es ihn dann noch – alternativ, und natürlich zu einem höheren Preis (macht nix) – als FCEV gäbe, wäre es mein Reisetraumgefährt!

André:

Immer dieses Marketing-Gelaber: De IDBuzz ist ein pfiffiges und innovatives Konzept. Was daran genau „disruptiv“ sein soll, zeigt der Artikel nicht auf

David:

Der Artikel mag zu Missverständnissen führen, weil viele gar nicht wissen, dass VW Nutzfahrzeuge eine völlig andere Firma ist. Das haben schon bisherige Bulli Kunden erfahren dürfen, wenn sie mit ihrem 80k-Gefährt zur Inspektion beim schicken VW Autohaus-Glaspalast vorfahren und dann ins Gewerbegebiet in eine ölige Halle mit VW-Zeichen drauf geschickt werden.

Meines Erachtens ist das auch ein Riesenfehler, den ID.Buzz nicht in den PKW Bereich einsortiert zu haben. Kunden kosten wird das allerdings keine, denn das Fahrzeug ist ohne jegliche Konkurrenz. Bevor hier Schlaumeier aufzeigen, welche Elektroautos eine ähnliche Größe haben: Nein, das ist kein Konkurrenz. Die Bulli-Kunden haben viel Geld und treffen keine Auswahl. Sie nehmen immer den Bulli. Er ist Kult.

Für die Fahrdienste ist er ideal, da er einen relativ erschwinglichen Grundpreis bietet und innen Platz ohne Ende hat. Und er hat eine Firma mit eigenem Werkstattnetz hinter sich.

Anonymous:

„Bis 2030 plane man einen Anteil von 55 Prozent am eigenen Umsatz mit reinen E-Autos zu erzielen“

Dies war für mich das spannendste Zitat aus dem Artikel.

Die Frage die sich mir aufträgt ist:
wie hoch wird der prozentuale Anteil der E Fahrzeuge sein, um diesen Anteil am Umsatz realisieren zu können ;-)

Time will tell

KaiGo:

Die Spritpreise werden dafür sorgen, dass sich viele Kunden für ein E-Modell entscheiden. Angesichts steigender Spritpreise wird es für den Verbrenner nicht einfach werden.

Das kann man wohl gutem Gewissens so unterschreiben. Wenigstens ein positives hat dieses Desaster.

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