Viel mehr als ein Stadtbus: Der vollelektrische Citaro als Teil der eMobility

Viel mehr als ein Stadtbus: Der vollelektrische Citaro als Teil der eMobility
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Daimler

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der neue vollelektrisch angetriebene Mercedes-Benz Citaro ist viel mehr als nur ein Stadtbus, er ist Teil des Gesamtsystems Elektromobilität von Daimler Buses. Es umfasst vor einer Beschaffung eine fachkundige Beratung einschließlich einer tiefgehenden Analyse des Verkehrsbetriebs und seiner einzelnen Linien. Der Omniplus Service soll den Unternehmen maßgeschnei­derte Servicekonzepte für Elektromobilität bis hin zu Dienstleistungen in der Kundenwerkstatt anbieten.

Elektromobilität ist eine Herausforderung, das erleben auch private Pkw-Käufer, die sich über den Weg zur Arbeit oder den Wochenendausflug Gedanken machen. Verkehrsbetriebe erleben dies noch viel intensiver, da sie mit einem festgefügten und feinstufigen Geflecht aus Liniennetzen und Fahrplänen arbeiten. Ihr Wunsch ist ein 1:1-Tausch von Stadtbussen mit Verbrennungsmotor gegen vollelektrisch angetriebene Busse. Dieser ist aber in der Regel nicht ohne weiteres möglich, und daher ist eine gründliche Vorbereitung unabdingbar – Elektromobilität bedeutet, urbane Mobilität mit Omnibussen neu zu denken.

Neben den höheren Kosten und möglichen Förderungen für elektrisch angetriebene Omnibusse gilt es bei der Umstellung auf Elektromobilität, detailliert den Energieverbrauch und die daraus resultierende Reichweite zu beachten, die Fahrgastkapazität, die Ladestrategie einschließlich der Energieversorgung und schließlich den Service von der Ausstattung der eigenen Werkstatt bis zur abgestuften Ausbildung von deren Mitarbeitern.

eMobility Consulting: gründliche und praxisnahe Beratung der Verkehrsbetriebe

Hier setzt das Beratungsangebot eMobility Consulting von Daimler Buses an. Erfahrene Mitarbeiter präsentieren den Verkehrsbetrieben zunächst die Leistungsfähigkeit des vollelektrisch angetriebenen Citaro und loten Vorstellungen und Wünsche der Unternehmen aus. Im nächsten Schritt wird Linie für Linie einzeln analysiert, werden umfassende Daten von der Linienlänge über das Fahrgastaufkommen bis zur Durchschnittsgeschwindigkeit erfasst. Selbst die Außentemperaturen spielen eine Rolle, da sie aufgrund des erhöhten Energieverbrauchs für Heizung und Klimatisierung mitentscheidend für die Reichweite elektrischer Stadtbusse sind. Ein eigens entwickeltes Simulationsprogramm errechnet dann den Energiebedarf.

Bild: Daimler

Die Experten bewerten die einzelnen Einsätze und verknüpfen sie miteinander. Daraus resultieren unterschiedliche Varianten, von der Standarderfassung mit Reichweitenberechnung über das Thema Lademanagement bis zur Organisa­tion des Betriebshofs. Von Vorteil ist dabei die umfassende Kenntnis der Fachleute ihrer eigenen Omnibusse, der kurze Draht zu den Ingenieuren in der Entwicklung und das professionelle und vertrauensvolle Verhältnis zu den Verkehrsbetrieben.

Im Ergebnis können die Experten präzise Empfehlungen und Kalkulationen abgeben, das betrifft die Lade-Infrastruktur, den Energieverbrauch, die Anschlussleistung der Stromversorgung des Depots und das Lademanagement. Die Hinweise gehen praxisnah bis ins Detail, sie umfassen zum Beispiel bei einer hohen Zahl von Tageskilometern auch geteilte Dienste oder Zwischenladungen im Depot als Alternative zu externen Ladestationen.

Omniplus Service: neue Konzepte für die Herausforderung Hochvolttechnik

Service, Wartung und Reparatur verändern sich mit Elektromobilität ebenfalls deutlich. Tätigkeiten rund um Verbrennungsmotor und Automatikgetriebe entfallen, der Fokus liegt stattdessen auf der Hochvolttechnik.

Die Servicemarke Omniplus von Daimler Buses hat daher ein eMobility-Servicekonzept vorbereitet. Verkehrsbetriebe können sich daraus individuell passende Bausteine wählen. Dies beginnt mit der klassischen Betreuung der Kundenwerkstatt, geht weiter über Werkstattleistungen in Verbindung mit Serviceverträgen in werksseitigen Kompetenzzentren und mündet im BusDepot Management: Hier übernehmen Mitarbeiter von Omniplus festgelegte Arbeiten bis zur Rundumbetreuung der Fahrzeuge direkt in der Kundenwerkstatt. Dieses Verfahren hat sich bereits an mehreren Standorten in Europa bewährt.

Quelle: Daimler – Pressemeldung vom 6.03.2018

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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