VDA kritisiert EU-Batterieverordnung

VDA kritisiert EU-Batterieverordnung
Copyright ©

Shutterstock / 1741798973

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 2 min

Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA), der die Interessen von mehr als 650 Herstellern und Zulieferern vertritt, gab eine Stellungnahme und Kritik an der neuen EU-Batterieverordnung bekannt. Während der VDA die Verordnung grundsätzlich unterstützt, wurden einige Aspekte hinterfragt.

Im Juli des vergangenen Jahres verabschiedete die EU eine neue Batterieverordnung, die die Nachhaltigkeitsvorschriften für Batterien und Altbatterien im gesamten Lebenszyklus verschärft hat. Durch die einheitliche Regelung, die ein Teil des EU-Green-Deals ist, sollen Batterien sicher, nachhaltig und wettbewerbsfähig sein.

Die deutsche Automobilindustrie treibe, so die VDA-Präsidentin Hildegard Müller, das Zielbild einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität mit Investitionen und Innovationen voran. So stehe der VDA auch hinter den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Da sich die CO2-Emissionen bei Elektroautos im Vergleich zu Verbrennungsmotoren von der Nutzungsphase auf die Herstellung verschieben, sei eine Regulierung der Batterieproduktionsprozesse wichtig, so Müller.

Kritik des VDA am Batteriegesetz

Grundsätzlich unterstütze der VDA nach eigenen Angaben die EU-Batterieverordnung als Eckpfeiler des europäischen Green Deals, jedoch gebe es einige Punkte, die zu unklaren Verantwortlichkeiten, Missverständnissen und möglicherweise unterschiedlichen Berechnungsansätzen führen können, so der VDA. Dies führe zu erheblichen Umsetzungsschwierigkeiten.

Beispielsweise, so Müller, widerspreche die aktuelle Fassung dem Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien in Europa auszubauen. Außerdem stehe das Gesetz im Widerspruch zu anderen bisherigen Strategien:

„Ein solcher Ansatz behindert außerdem die Investitionsmöglichkeiten von Unternehmen in den Ausbau von Erneuerbare-Energien-Anlagen. Und: Der aktuelle Vorschlag steht ebenso im Widerspruch zur EU-Strategie zum Ausbau der erneuerbaren Energien wie der Erneuerbare-Energien-Richtlinie II (RED) oder der Richtlinie zur sozialen Verantwortung der Unternehmen (CSRD), die Anreize für Unternehmen schaffen, den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung finanziell zu unterstützen, z. B. durch grüne Stromabnahmeverträge (PPA).“ – Hildegard Müller, Präsidentin des VDA

Die Standardmodellierung des nationalen durchschnittlichen Netzmixes benachteilige laut Müller zudem Unternehmen in Ländern mit einem traditionell kohlelastigen Strommix, da die Automobilindustrie selbst nur einen geringen Einfluss auf den nationalen oder regionalen Energiemix habe. Damit würde auch Deutschland als Automobilstandort nachteilig beurteilt werden.

Vorschläge des VDA zur Gesetzverbesserung

Klimaneutrale Mobilität sowie die Transformation der Automobilindustrie könne nur mit einem klimaneutralen Energiesystems gelingen, weshalb die Transformation des Verkehrssektors nur in gemeinsamer Anstrengung von Politik und Wirtschaft gelingen könne.

Die bereits stattfindende Transformation des Energiesystems zu erneuerbaren Energien müsse weiter und entschlossener forciert werden, so Müller. Außerdem schlägt der VDA vor, einen regionalen Strommix anstelle des nationalen durchschnittlichen Netzmixes als Standardansatz zu verwenden.

Quellen: VDA – VDA-Präsidentin Hildegard Müller zur EU-Batterieverordnung / European Commission – Feedback from: Verband der Automobilindustrie e.V.

worthy pixel img
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Globaler E-Auto-Absatz dürfte 2026 langsamer wachsen

Globaler E-Auto-Absatz dürfte 2026 langsamer wachsen

Tobias Stahl  —  

Auch 2026 dürften die weltweiten Verkaufszahlen von Elektroautos weiter steigen – allerdings merklich langsamer als noch im vergangenen Jahr.

China führt weltweit erste Effizienzvorgaben für E-Autos ein

China führt weltweit erste Effizienzvorgaben für E-Autos ein

Maria Glaser  —  

China hat rechtlich bindende Energieverbrauchsstandards für E-Autos eingeführt, die den maximal zulässigen Stromverbrauch festlegen.

CO₂-Vorgaben: BMW liefert, der Rest hinkt hinterher

CO₂-Vorgaben: BMW liefert, der Rest hinkt hinterher

Sebastian Henßler  —  

BMW erfüllt als einziger deutscher Hersteller die EU-Klimaziele. Mercedes und Volkswagen liegen teils deutlich über den Grenzwerten, trotz gelockerter Fristen.

EY-Prognose: Der stille Preis des E-Auto-Booms

EY-Prognose: Der stille Preis des E-Auto-Booms

Sebastian Henßler  —  

Der E-Auto-Markt wächst, die Begeisterung sinkt. Laut EY tragen Kaufprämien und Steuererleichterungen den Boom. Ohne Förderung fehle die Nachfrage.

ADAC: Tausende Kündigungen wegen Aussagen zum CO2-Preis

ADAC: Tausende Kündigungen wegen Aussagen zum CO2-Preis

Michael Neißendorfer  —  

Der ADAC-Verkehrspräsident begrüßt den höheren CO2-Preis auf Benzin und Diesel, um den Klimaschutz zu stärken. Tausenden Mitgliedern gefällt das gar nicht.

Chinas Rolle bei kritischen Rohstoffen wird zum Risiko

Chinas Rolle bei kritischen Rohstoffen wird zum Risiko

Sebastian Henßler  —  

60 kritische Rohstoffe, 80 Prozent der Elemente: Die neue US-Liste zeigt, wie stark moderne Technik von bekannten und kaum beachteten Metallen abhängt.

IG Metall fordert klare Linie Richtung Elektromobilität

IG Metall fordert klare Linie Richtung Elektromobilität

Michael Neißendorfer  —  

Die Elektromobilität muss „der zentrale Weg“ für die Autoindustrie sein, so die IG Metall. Und auch die Politik habe noch einige Hausaufgaben zu erledigen.