Toyota liefert Elektro-Proace ab März 2021 aus

Toyota liefert Elektro-Proace ab März 2021 aus
Copyright:

Toyota

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Toyota erweitert sein E-Mobility-Angebot im Jahr 2021 mit der Einführung des neuen Proace Verso Electric, einem rein elektrischen Kleintransporter für die Beförderung von Waren oder bis zu neun Personen. Preise und vollständige Spezifikationen sollen kurz vor dem Marktstart bekannt gegeben werden. Der neue vollelektrische Toyota Proace Electric ist bereits seit November bestellbar und soll ab März 2021 ausgeliefert werden. Die Aufnahme des kompakten Lieferwagens Proace Electric in die Nutzfahrzeugpalette von Toyota sei eine attraktive und hochflexible Mobilitätsoption für Unternehmen und Flotten, sowie für Kunden, die die Qualität und Leistung eines Toyota-Personentransporters mit außergewöhnlicher Umweltleistung wünschen, so der Hersteller in einer Mitteilung.

Zur Auswahl stehen zwei Lithium-Ionen-Batterien (50 kWh und 75 kWh), für eine emissionsfreie Reichweite von bis zu 230 km bzw. bis zu 330 km. Ein bordeigenes 7,4-kW-Ladegerät ist in der Standardausführung integriert, auf Wunsch wird ein 11 kW starker Bordlader verbaut, womit der Proace Electric innerhalb von viereinhalb Stunden mit der 50 kWh-Batterie bzw. innerhalb von sieben Stunden mit der 75-kWh-Batterie vollständig geladen werden kann. Noch schneller geht es an einer öffentlichen Schnellladestation. Dort angeschlossen dauert es nur 24 Minuten bzw. 36 Minuten, um die Batterie auf einen Füllstand von 80 Prozent zu laden.

Erhebungen über die Kundenbedürfnisse mit leichten Nutzfahrzeugen haben gezeigt, dass die typische tägliche Fahrdistanz gut 45 km beträgt. Das bedeutet, dass für die meisten Nutzer kein tägliches Aufladen notwendig ist. Die Höchstleistung für beide Batterievarianten entspricht 100 kW (136 PS), mit einem Drehmoment von 260 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 130 km/h begrenzt.

Toyota-Proace-Elektroauto-Innenraum
Toyota

Dank cleverem Design bleibt der Laderaum des auch als Verbrenner erhältlichen Proace uneingeschränkt, während die Nutzlast auf bis zu 1000 kg erhöht wurde und eine Anhängelast bis zu einer Tonne möglich ist. Der Van ist in einer breiten Auswahl von Ausführungen erhältlich: als Kastenwagen sowie als Passagierversion in einer Mittel- und Langversion. Das Proace Electric Modellprogramm soll 2021 durch weitere Aufbautypen ergänzt werden.

Die Batterie ist unter dem Ladeboden eingebaut und bringt deshalb keine Einschränkung des Ladevolumens gegenüber dem normalen Proace mit sich. Zudem senkt sie den Schwerpunkt des Fahrzeugs ab, was der Stabilität und dem Handling zu Gute kommt. Das Ladevolumen beträgt 5,3 Kubikmeter für die Mittel- und 6,1 Kubikmeter für die Langversion. Der Platz in der Passagierversion bleibt ebenfalls unverändert.

Ausstattungsversionen und Sicherheit

Der Proace Electric ist in zwei Ausstattungsversionen erhältlich: Active und Comfort. Die Active Spezifikation entspricht den gegenwärtigen Dieselmodellen, umfasst also zum Beispiel manuelle Klimaanlage, elektrisch einstell- und beheizbare Aussenspiegel, Tempomat, Aux-in- und USB-Anschluss sowie die durchdachte Smart Cargo Durchladeöffnung für noch mehr Stauraum.

Weitere Features für die Electric Modelle sind eine elektrische Feststellbremse und ein Ladekabel mit 6 Meter Länge. Anstelle des konventionellen Schalthebels befindet sich ein E-Umschalter für Park/Reverse/Neutral/Drive/Regenerative Braking sowie ein Schalter zur Wahl von Eco für maximale Reichweite, Normal für den Alltag oder Power Modus für schnelle Beschleunigung.

Toyota-Proace-Elektroauto-Cockpit
Toyota

Die Anzeigen für den Fahrer informieren über die Fahrgeschwindigkeit und den momentanen Energieverbrauch, die Batterieladung und die Klimaanlage-Leistung; dazu kommt ein TFT-Multiinformationsdisplay. Die neue Version Comfort umfasst darüber hinaus ein Color Pack mit Stossfängern und Türgriffen in Wagenfarbe, Keyless Entry und ein Audiosystem mit 7-Zoll-Display, Touchscreen, Apple CarPlay/Android Auto Smartphone-Konnektivität sowie Navigation und Rückfahrkamera.

Wer sich wundert, dass Toyota – eigentlich Nachzügler bei rein elektrischen Fahrzeugen – plötzlich doch ein E-Auto im Programm hat: Der Proace Verso Electric entsteht im Rahmen einer Technik-Kooperation mit der französischen PSA-Gruppe. Die Rahmendaten des Toyota-Stromers dürften also einigen treuen Lesern durchaus bekannt vorkommen. Sie sind die selben wie bei den Schwestermodellen Peugeot e-Expert, Citroën ë-Jumpy sowie Opel Vivaro-e. Das PSA-Trio startet preislich bei gut 35.000 Euro.

Quelle: Toyota – Pressemitteilung vom 16.11.2020

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.