Tesla Versicherung mit Berücksichtigung „Echtzeit-Fahrverhalten“ gestartet

Tesla Versicherung mit Berücksichtigung „Echtzeit-Fahrverhalten“ gestartet
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Seit dem Sommer 2019 können Tesla-Kunden in Kalifornien ihre Elektroautos über den Hersteller selbst versichern. Seit einigen Monaten mehren sich Gerüchte, dass Tesla dies auch seinen Kunden in Deutschland ermöglichen will. Doch zuvor setzt man in Texas eins drauf und startet die Tesla-Versicherung, welche das „Echtzeit-Fahrverhalten“ des E-Autofahrers in die Prämienberechnung mit einfließen lässt.

Das in Kalifornien bereits vorhandene und eingeführte Versicherungsprodukt von Tesla berücksichtigt noch keine Echtzeit-Fahrdaten. Auch der für Texas vorgestellte „Safety Score“ spielt dort keine Rolle. Bereits auf der Aktionärsversammlung von Tesla in der vergangenen Woche angekündigt, findet das neuartige Versicherungsprodukt nun seinen Weg nach Texas.

Im Gegensatz zu dem Produkt, das Tesla in Kalifornien anbietet, beinhaltet diese neue Police in Texas die Echtzeitdaten: „Tesla bietet eine Versicherung an, die das Fahrverhalten in Echtzeit berücksichtigt. Dies ist derzeit für alle Model S, Model 3, Model X und Model Y Besitzer in Texas verfügbar.“ Den Unterschied zu anderen Versicherungen beschreibt der amerikanische Automobilhersteller wie folgt: „Im Gegensatz zu anderen telematischen oder nutzungsbasierten Versicherungsprodukten benötigt Tesla kein zusätzliches Gerät, das in Ihrem Fahrzeug installiert werden muss. Tesla nutzt spezifische Funktionen im Fahrzeug, um Ihre Prämie auf der Grundlage Ihrer tatsächlichen Fahrweise zu ermitteln. Ihre monatlichen Zahlungen basieren auf Ihrem Fahrverhalten und nicht auf den herkömmlichen Faktoren wie Kreditwürdigkeit, Alter, Geschlecht, Schadenverlauf und Fahrtenbuch, die bei anderen Versicherungsanbietern verwendet werden.“

Im Kleingedruckten betont Tesla, dass weder Alter noch Geschlecht zur Berechnung der Versicherungsprämie herangezogen werden und auch nicht, ob Sie bereits einen Unfall hatten oder nicht. Im Fokus stehe der sogenannte „Safety Score“ der Fahrer, welcher auf fünf Kriterien beruht:

  • Vorwärtskollisionswarnungen pro 1.000 Meilen
  • Starkes Bremsen
  • Aggressives Abbiegen
  • Unsicherer Folgeabstand
  • Erzwungene Autopilot-Abschaltung

Der Autohersteller geht davon aus, dass Fahrer, die nach dem Sicherheitsscore als „durchschnittlich“ eingestuft werden, 20 bis 40 % ihrer Prämie im Vergleich zu den Wettbewerbern einsparen können, und diejenigen mit den sichersten Werten könnten zwischen 30 und 60 % sparen. Der Autohersteller weist darauf hin, dass sich das „Sicherheits-Score“-System noch in der „Beta-Phase“ befindet und im Laufe der Zeit verbessert werden soll. Demnach wird auch noch ein Unterschied bei der Prämienhöhe in den kommenden Monaten feststellbar sein.

Die Bereitschaft, für maßgeschneiderte Versicherungsprämien ihre Daten preiszugeben, schätzt Versicherungsexperte Torsten Kusmanow bei Tesla-Kunden für überdurchschnittlich hoch ein. Denn Tesla „als ein geschlossenes System kann die Bereitschaft erhöhen, Daten preiszugeben“, zumal damit ein echter Mehrwert geschaffen werden kann, „beispielsweise in Form einer günstigen Prämie oder zusätzlicher, individualisierter Versicherungsleistungen.“

Quelle: electrek.co – Tesla officially launches its insurance using ‘real-time driving behavior,’ starting in Texas

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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