Tesla-Supercharger nun mit Abrechnung nach kWh

Tesla-Supercharger nun mit Abrechnung nach kWh
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Tesla

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Artikel wurde ursprünglich am 02. Mai 2019 veröffentlicht, hat auf Grundlage neuer Informationen am 25. Juni 2019 ein Update erfahren.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla rechnet seit einigen Tagen den an seinen Superchargern getankten Strom eichrechtskonform nach Kilowattstunde ab. Zunächst berichteten Tesla-Fahrer im TFF-Forum darüber, ein Tesla-Sprecher bestätigte dem Branchendienst Electrive die Umstellung.

Jede Kilowattstunde Strom kostet am Supercharger, wo mit deutlich mehr als 100 kW Leistung nachgeladen werden kann, nun 40 Cent im Schnitt. Offenbar wird die Auslastung einer Supercharger-Station bei der Berechnung des Preises berücksichtigt, da eine Kilowattstunde einmal 40 Cent kostet, ein anderes Mal 41 oder 44 Cent. Wie sich dies mit den Anforderungen des Eichrechts bzw. der Preisangabenverordnung (PAngV) vereinbaren lässt, wird sich noch zeigen müssen. Eigentlich sieht der Gesetzgeber vor, dass der Preis für eine Kilowattstunde Strom schon vor Beginn des Ladevorgangs transparent und nachvollziehbar sichtbar sein muss.

Kritik gab es auch dafür, dass Tesla seine Kunden nicht vorab über das neue Preismodell informiert hat. Auch auf der Tesla-Website wurden die Preise noch nicht aktualisiert. Bei einem realitätsnahen Verbrauch eines Model 3 von 18 kWh auf 100 Kilometer werden nun etwa 7,50 Euro fällig.

Unverändert hoch bleibt die Blockiergebühr: Wer seinen Tesla auch nach Beendigung des Ladevorgangs am Supercharger angeschlossen lässt, zahlt pro Minute 40 Cent (bzw. 80 Cent bei voller Auslastung der Station).

Umstellung auf Minuten-Abrechnung sorgt im Juni 2019 für Irritationen

Im Juni 2019 hat Tesla für Irritationen gesorgt, denn laut Rückmeldung einzelner Kunden habe Tesla wieder auf die alte Minuten-Abrechnung in Deutschland umgestellt habe. Jedoch trat dies nur auf der Display-Anzeige auf, die Abrechnung fand weiterhin nach kWh statt.

Wie emobly aus Tesla-Kreisen erfuhr, wurde an an der Software gearbeitet, so dass es kurzfristig zu Abweichungen bei der Darstellung kam. So soll es weiterhin bei der Abrechnung nach Verbrauch gemäß der Tesla-Webseite bleiben.

Neues Empfehlungsprogramm

Auch beim Empfehlungsprogramm – Tesla-Fahrer werben Neukunden – gibt es Neuigkeiten. Bestands- und Neukunde erhalten beim Kauf über einen Referral-Code gratis Strom für 1500 Kilometer. Wer schnell ist, und den Kauf vor 28. Mai abwickelt, bekommt sogar 7500 Kilometer Freistrom. Zudem besteht die Chance, ein Model Y oder einen neuen Roadster zu gewinnen. Mit jedem Referral gibt es fünf „Lose“ dafür. Tesla-Fahrer, die kostenloses Aufladen an Superchargern besitzen, bekommen sogar eine zehnfache Gewinnchance.

Quellen: Electrive – Tesla rechnet an deutschen Superchargern nach kWh ab / TFF-Forum – SuC in D Abrechnung jetzt nach kWh / Tesla – Infos zum Empfehlungsprogramm

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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