Tesla: Rodungsstopp bei Giga Berlin, Grünheide nur von kurzer Dauer

Tesla: Rodungsstopp bei Giga Berlin, Grünheide nur von kurzer Dauer
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Aktuell scheint keine Ruhe einzukehren, wenn es um den Aus- und Aufbau der Tesla Giga Berlin in Grünheide geht. Zunächst wurde dem amerikanischen Elektroautohersteller gestattet rund 82,8 Hektar Wald zu roden, um Platz für Europas erste Gigafactory zu schaffen. Dann kam ein Eilantrag der Umweltverbände NABU und Grüne Liga für einen vorläufigen Rodungs-Stopp ins Spiel. Wodurch die Rodungsarbeiten zunächst gestoppt wurden. Doch das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) lehnte den Eilantrag nun ab und lässt Tesla somit weiterbauen.

Angeführt wurde von den Umweltverbänden, dass durch das Abholzen geschützte Tierarten wie die Zauneidechse und Schlingnatter in ihren unterirdischen Winterquartieren getötet würden. Dies wurde vonseiten der Frankfurter Richter betrachtet, die nach entsprechender Beratung zum Schluss kamen, dass die Abwägung der naturschutzrechtlichen Belange durch das Landesumweltamt nicht zu beanstanden gewesen sei. Dies hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch in einem Hauptsacheverfahren Bestand, führte das Gericht aus.

Zudem sei es so, dass die von den Verbänden angeführten Tierarten nicht überall im Rodungsgebiet vorkommen, sondern lichte Waldbereiche und Lichtungen mit ausreichender Besonnung und Nahrungsangebot bevorzugen. Grund genug dafür, dass die Richter argumentierten, dass die Hauptpopulation somit außerhalb des Rodungsareals lebe. Zudem handele es sich nicht um einen „gewachsenen Naturwald“, sondern bei der Rodung gehe es um die „Beseitigung des Wirtschaftswaldes, der zudem bauplanungsrechtlich als Industriegebiet ausgewiesen ist“.

Hierzu hatten wir bereits erläutert, dass der Wald, besser: Forst der gerodet werden soll, zuvor aus einer industriell angepflanzten Monokultur Kiefern mit geringer Biodiversität bestand. Dieser Forst war für die Produktion von Papier und Pappe vorgesehen und wäre früher oder später ohnehin gefällt worden wären. Die Verbände wollen sich mit der Frankfurter Entscheidung aber nicht zufrieden geben. Sie prüfen jetzt den Gang vor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg.

Quelle: RBB24 – Verwaltungsgericht erlaubt weitere Waldrodung auf Tesla-Baustelle

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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