Warum das Tesla Model Y in Indien rund 60.000 Euro kostet

Warum das Tesla Model Y in Indien rund 60.000 Euro kostet
Copyright:

Tesla

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Tesla hat in Indien das Model Y vorgestellt. Der Einstiegspreis liegt bei rund 70.000 Dollar (ca. 59.000 Euro) – deutlich höher als in den USA, China oder Europa. Damit zielt das Unternehmen auf ein schmales Segment wohlhabender Käufer:innen. Elektroautos machen bislang nur etwa vier Prozent des indischen Automarkts aus. Der US-Hersteller tritt hier gegen Marken wie BMW und Mercedes an, weniger gegen lokale Anbieter wie Tata Motors oder Mahindra.

Die Markteinführung fand in Mumbai statt. Dort eröffnete Tesla auch seinen ersten Showroom im Land. Bestellungen für das Model Y sind nun über die Website möglich. Die Auslieferung soll im dritten Quartal starten. Das Unternehmen setzt auf Importe, obwohl hohe Einfuhrabgaben den Preis in die Höhe treiben. Laut aktuellen Regeln liegen Zölle und Abgaben bei über 100 Prozent. Ein in Indien gekauftes Model Y kostet daher fast doppelt so viel wie etwa in China.

Trotz dieser Hürde verfolgt Tesla den Markteintritt mit Nachdruck. Bereits seit Jahren drängt der Konzern auf eine Senkung der Einfuhrzölle. Gespräche zwischen der indischen Regierung und den USA laufen weiterhin. Ziel ist ein Handelsabkommen mit günstigeren Bedingungen. Der Schritt auf den indischen Markt erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Verkaufszahlen weltweit. Zudem hat Tesla in seinen Fabriken aktuell mehr Kapazität als nötig.

Die in Mumbai gezeigten Autos stammen aus chinesischer Produktion. Modelle aus US-Werken sind für Indien nicht geeignet, da dort keine Rechtslenker hergestellt werden. Für Indien ist diese Besonderheit jedoch zwingend. Ein lokal produziertes Tesla-Auto gibt es derzeit nicht. Jedoch äußerte sich der Ministerpräsident von Maharashtra zuversichtlich: Man wünsche sich Forschung und Fertigung im eigenen Land, sagte Devendra Fadnavis. Er hoffe, dass Tesla künftig auch diesen Schritt gehe.

Die Preise für das Model Y variieren je nach Ausführung. Die Version mit Hinterradantrieb startet bei 59.000 Euro. Für die Long-Range-Variante sind ca. 67.000 Euro fällig. Zusätzlich lässt sich die sogenannte Full-Self-Driving-Funktion buchen. Sie kostet rund 6000 Euro. Künftige Software-Updates sollen dafür sorgen, dass das Auto weitgehend ohne Eingriffe gefahren werden kann. Noch ist diese Funktion allerdings nicht voll freigeschaltet.

Mit dem Einstieg in Indien verfolgt Tesla eine langfristige Strategie. Statt auf breite Käuferschichten zu zielen, konzentriert sich der Hersteller zunächst auf wohlhabende Städter. Der Standort Mumbai passt dazu: Die Finanzmetropole gilt als einer der reichsten Märkte des Landes. Medienvertreter und Politiker waren zahlreich zur Eröffnung erschienen. Die Polizei sicherte den Zugang zum Showroom, der sich in einem Bürokomplex befindet.

Quelle: Reuters – Tesla launches in India with pricey $70,000 Model Y due to steep tariffs

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Tesla News

IG-Metall-Vorsitzende: So „krass“ wie Tesla ist sonst niemand

IG-Metall-Vorsitzende: So „krass“ wie Tesla ist sonst niemand

Daniel Krenzer  —  

IG-Metall-Chefin Benner kritisiert Tesla: Extreme Arbeitsbedingungen und fehlende Mitbestimmung herrschen in Grünheide.

Tesla: Musk rechnet mit baldiger FSD-Freigabe in Europa und China

Tesla: Musk rechnet mit baldiger FSD-Freigabe in Europa und China

Tobias Stahl  —  

Elon Musk rechnet mit einer baldigen Freigabe seines Fahrassistenzsystems FSD in Europa und China. Dem Tesla-Chef zufolge könnte es im Februar soweit sein.

Tesla und der stille Personalabbau in Grünheide

Tesla und der stille Personalabbau in Grünheide

Sebastian Henßler  —  

In Teslas Gigafabrik in Grünheide arbeiten deutlich weniger Menschen als vor zwei Jahren. Betriebsratszahlen zeigen einen Rückgang von rund 1700 Stellen.

Teslas Pläne für Batteriefabrik in Grünheide erhalten neues Leben

Teslas Pläne für Batteriefabrik in Grünheide erhalten neues Leben

Daniel Krenzer  —  

Elon Musk plant wohl ab 2027 eine Batteriefertigung in Grünheide. Zunächst soll ein 8-GWh-Werk entstehen – ein pragmatischer Schritt mit Signalwirkung.

Tesla bietet Full Self-Driving künftig nur noch im Abo an

Tesla bietet Full Self-Driving künftig nur noch im Abo an

Sebastian Henßler  —  

Tesla stellt Full Self-Driving um: Ab Februar gibt es die Assistenzsoftware nur noch im Abo. Der bisher mögliche Einmalkauf für rund 6800 Euro entfällt.

Tesla Model Y: Maximale Reichweite trifft minimalen Preis

Tesla Model Y: Maximale Reichweite trifft minimalen Preis

Sebastian Henßler  —  

657 Kilometer Reichweite, Hinterradantrieb und moderater Preis: Tesla schärft das Model Y weiter und zielt auf Vielfahrer mit Blick auf Kosten und Alltag.

BYD schnappt sich Teslas E-Auto-Krone

BYD schnappt sich Teslas E-Auto-Krone

Michael Neißendorfer  —  

Es hat sich schon länger angedeutet, nun ist es offiziell: BYD aus China hat Branchenprimus Tesla als weltweit größten Elektroauto-Hersteller überholt.