Tesla rüstet Model S/X mit neuen, effizienteren Elektromotoren aus

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Tesla

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Trotz dessen, dass die Medien und auch unser Portal hauptsächlich über das Model 3 von Tesla in den vergangenen Wochen berichtet haben, sollte man das Model S und Model X von Tesla nicht gänzlich vergessen. Informationen zufolge soll Tesla derzeit an einem Elektromotor-Upgrade für das Model S und X arbeiten. So soll ein effizienterer permanent erregter Reluktanz-Motor, basierend auf dem Model 3 zum Einsatz kommen. Ein solches Upgrade scheint auch notwendig, wenn man die Absatzzahlen der zwei Modelle im ersten Quartal 2019 betrachtet.

Man darf davon ausgehen, dass die Erwartung eines Hardware-Upgrades und einer Aktualisierung des Designs für diese Modelle die aktuelle Nachfrage positiv beeinflussen könnte. Bereits vor etwa über einem halben Jahr stand ein Upgrade des Innenraums zur Diskussion. Nun scheint eben auch der Einsatz neuer, effizienterer Elektromotoren geplant. Dies lassen auch Informationen aus letzten Software-Updates vermuten, welche sich auf neue Motoren für Model S und Model X beziehen. Die neuen Elektromotoren mit dem Codenamen „Raven“ sind Permanentmagnet-Reluktanzmotoren, wie sie in Model 3 zu finden sind.

Beim Model S und Model X verwendet Tesla seit Jahren AC-Induktionsmotoren, bei Einführung des Model 3 im Jahr 2017 ist man auf Permanentmagnet-Elektromotoren umgestiegen. Teslas wichtigster Motorenentwickler, Konstantinos Laskaris, erklärte die Logik hinter dem Schritt in einem Interview mit Charged im vergangenen Jahr:

„Es ist bekannt, dass Permanentmagnetmaschinen den Vorteil der Vorerregung durch die Magnete haben, und deshalb haben Sie einen gewissen Effizienzgewinn. Induktionsmaschinen haben eine perfekte Flussregelung und somit können Sie Ihre Effizienz optimieren. Beide sind für das drehzahlgeregelte Einzelradgetriebe als Antriebseinheit der Fahrzeuge sinnvoll. Wie Sie wissen, hat unser Model 3 jetzt eine Permanentmagnet-Elektromotoren. Denn für die Spezifikation der Leistung und des Wirkungsgrades hat der Permanentmagnet-Elektromotor unsere Kostenminimierungsfunktion besser gelöst und war optimal für die Reichweite und das Leistungsziel.“

Der effizientere Elektromotor trägt in bedeutenderer Weise zur beeindruckenden Reichweite des Models 3 mehr bei, als einige Leute denken. Nach Ansicht der mit der Materie vertrauten Personen kann der Motor des Model 3 einen Wirkungsgrad von mehr als 97% verzeichnen, verglichen mit etwa 93% bei Model S und Model X. Die durchschnittliche Abweichung ist noch deutlicher im Stop-and-Go-Verkehr, wo der Elektromotor des Model 3 viel effizienter ist als die AC-Asynchronmotoren von Tesla.

Die Aufrüstung der Motoren mit den vorhandenen Akkupacks könnte bis zu einigen Dutzend zusätzliche Kilometer Reichweite für Model S und Model X bedeuten. Laut Experten könnte ein Upgrade der E-Motoren für Model S und X relativ zeitnah erfolgen. Eine genaue Zeitschiene wurde bisher nicht kommuniziert. Das Upgrade könnte auch mit anderen Hardware-Upgrades einhergehen, um die Laderate von Model S und Model X zu erhöhen. Wer übrigens von seinem alten Model S auf ein Neues umsteigen möchte, der sollte jetzt darüber nachdenken. Denn das Tesla Model S wurde gerade erst Oberklasse-Sieger im Schwacke Restwert-Ranking.

Quelle: electrek.co – Tesla is upgrading Model S/X with new, more efficient electric motors

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Michael Fischer:

Dieser Begriff soll darauf hinweisen, das der Antrieb aus Permanent- und Reluktanzmotor vor Kopf über eine Welle gekoppelt ist. Der Permanentanteil wirkt beim Anfahren und Beschleunigen und der Reluktanzanteil sehr effizient im Dauerlauf. Der Permanentanteil wird in dieser Phase nicht wirken.

Klaus Köhler:

Seit Opel Ampera hat sich sicher viel getan im Eautomarkt. Damals war ich jedenfalls froh, daß noch eine Reserve Über Verbrenner zur Verfügung stand. Denn die Anzeige über Reichweite war nach kurzer Vollgas Phase schon halbiert. Das hatte schon einen Schockfaktor. Reserve ist für mich ein wichtiger Faktor. Ein Fahrrad kann ich schieben, ein Auto leider nur sehr kurz.

Strauss:

Die Info von Tesla zeigt dass sie ihre Technik in der Vordergrund stellen. Obschon sie mit dem in die Jahre gekommenen Model S heute noch fast alle Test s gegen neuwertigere Entwicklungen gewinnen, ausser dem Stromverbrauch/100Km , setzten sie die Messlatte wieder höher.Solches Feingespür fehlt eben eindeutig bei den ganz grossen Verbrenner – Auto-Konzernen.

Sebastian Henßler:

Danke für die Erläuterung.

Sebastian Henßler:

Angepasst. Danke für den Hinweis. Ab und an schadet nochmal darüber lesen sicherlich nicht…

Uwe:

Da klingt mir einiges nicht ganz sauber wiedergegeben:

…“Permanentmagnet-Reluktanz-System..“

Ein Reluktanz-System arbeitet ohne Magneten, Spulen u.ä.! Sollte es da vielleicht im Originaltext geheißen haben:

„permanent erregter Reluktanz-Motor?“

Apollo:

Die letzten beiden Sätze hätte man sich wirklich kneifen können. Bis zu diesem Punkt war es ein schöner lesenswerter Beitrag. Mit dem Abschluss bekommt man den Eindruck der Autor möchte ein wenig dafür sorgen, dass sein in Aktien investiertes Geld aus der Verlustzone kommt.

Der Schwackebericht beruht übrigens auf der Preisentwicklung vor den kürzlich bekannt gegebenen Preisreduzierungen. Eine Nachfrage von „Der Aktionär“ (selbst in Tesla investiert) bei Schwacke bestätigt, dass diese Reduzierungen nicht mit in diese Darstellung einfließen. Zitat „Der Aktionär“: „Kurz: Seit März sind Tesla nicht mehr wertstabiler als Porsche und Co. was einige Artikel noch Wochen später suggeriert hatten.„

Wobei man anmerken muss, dass das Wort „wertstabil“ bei Autos eh völlig deplatziert ist und sollte kein wichtiges Kaufargument darstellen.

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