Seres betritt den europäischen Automarkt

Seres betritt den europäischen Automarkt
Copyright:

Seres

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Bei der stetigen Flut neuer Marken, die den europäischen Kontinent aus China erreichen, ist Seres die neueste Marke, die sich auf den hiesigen Markt wagt. Seres, eine Marke, die sich durch ihre ambitionierten Preise und hohen Erwartungen auszeichnet, ist bereit, die etablierte Autowelt herauszufordern. So zumindest präsentiert sich Seres in der Kommunikation nach außen.

Anders als viele andere neue Autohersteller wurde Seres nicht ausschließlich in China gegründet. Die Marke entstand in der Mitte des vergangenen Jahrzehnts im Silicon Valley, nach einer Idee von John Zhang und seinem Partner Martin Eberhard, einem der Mitbegründer von Tesla. Wie ihr Vorbild Tesla setzt auch Seres voll auf Elektromobilität und legt großen Wert auf das Design ihrer Fahrzeuge. Seres ist Teil des chinesischen Automobilkonzerns Dongfeng Sokon, der seinen Hauptsitz in Chongqing hat.

Ein besonderes Merkmal von Seres sind Solid-State-Akkus, die sie selbst entwickelt haben. Diese Akkus versprechen große Reichweiten und schnelle Ladezeiten, was sie zu einem wichtigen Unterscheidungsmerkmal in der wachsenden Welt der Elektroautos macht.

Seres 5 auf Europa-Tour

Derzeit feiert die Marke mit dem Modell Seres 5 seinen verspäteten Markteintritt in Europa. Seres hat bereits rund 500.000 Fahrzeuge in über 70 Märkten ausgeliefert und plant nun, schnell in das begehrte Premiumsegment in Europa aufzusteigen. Dabei konzentriert sich Seres insbesondere auf Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien, um eine bedeutende Rolle im Elektrosegment zu spielen. Auf einer entsprechenden Fahrzeugpräsentation konnten wir uns das E-Auto bereits genauer ansehen.

Trotz der Produktionsstätten in China bleibt der Hauptsitz der Marke in Kalifornien. Ferner betreibt Seres Entwicklungs- und Produktionsstätten im US-Bundesstaat Michigan. John Zhang, der CEO von Seres, betont, dass die Qualität des Seres 5 das Rückgrat des Exportmarktes und die Grundlage für ihre ausländischen Kunden sei. Bevor sie ihre Fahrzeuge an ihre europäischen Kunden weitergeben, müssen sie die Gesamtleistung ihrer Fahrzeuge auf den europäischen Straßen persönlich testen.

Seres

Um sicherzustellen, dass der Seres 5 den spezifischen Anforderungen des europäischen Marktes gerecht wird, unternahm das Unternehmen eine ausgedehnte Tour durch Europa. In 25 Tagen durchquerte das Team 21 Länder und legte dabei mehr als 10.000 Kilometer zurück. Während dieser Tour wurden die Elektroautos in verschiedenen Regionen und unter einem breiten Temperaturspektrum getestet. Dabei ging es nicht nur um den Verkehr in überfüllten Innenstädten, sondern auch um Hochgeschwindigkeitsfahrten in Deutschland und das Fahren auf unterschiedlichsten Straßenbelägen in den einzelnen Ländern. Ziel war es, die Fahrwerke anzupassen und das Geräuschniveau im Realbetrieb zu testen. Nach Abschluss der Tour wurden in Norwegen die ersten Seres-5-Modelle an Endkunden übergeben.

Der Seres 5, das aktuelle Topmodell der Marke, ist ein 4,71 Meter langer SUV, der wahlweise mit Front- oder Allradantrieb erhältlich ist. Die Basisversion leistet 210 kW / 286 PS und kostet ab 63.900 Euro, während die Allrad-Variante für 74.900 Euro mit 430 kW / 585 PS sportliche Fahrleistungen und eine Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h bietet. Aus dem Stand beschleunigt der Seres 5 AWD in 3,7 Sekunden auf Tempo 100.

Im Innenraum bietet der Seres 5 Platz für fünf Personen. Der Fahrer blickt auf ein Head-up-Display, 12,3-Zoll-Instrumente und einen zentralen 15-Zoll-Bildschirm. Für Komfort an Bord sorgen Massagesitze, ein Panoramadach und eine Sprachsteuerung. Mit diesen Merkmalen will Seres seine Fünfer-Serie gegen Wettbewerber wie das Tesla Model Y, den BMW iX3, den Audi Q4 E-tron sowie den Mercedes EQC positionieren.

Seres 3, 7 und 9 als Alternative zum großen E-SUV der Marke

Neben dem Seres 5 bietet der chinesische Autobauer auch den 4,39 Meter langen Kompakt-SUV Seres 3 an. Dieses Modell wird von einem 120 kW / 163 PS / 300 Nm starken Elektromotor angetrieben, dessen 53,7 kWh großes Akkupaket nach 330 Kilometern wieder aufgeladen werden muss. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Für das kommende Jahr hat Seres bereits weitere Pläne. Dann sollen mit den Modellen Seres 7 und Seres 9 auch in Europa gleich zwei neue Oberklasse-Elektroautos auf den Markt kommen, die noch mehr Komfort und größere Reichweiten bieten sollen. Zudem will Seres die aktuell begrenzte Ladegeschwindigkeit von rund 100 Kilowatt deutlich erhöhen. Für das Topmodell Seres 9 versprechen die Techniker kalkulierte Reichweiten von über 750 Kilometern und das derzeit noch fehlende Hochgeschwindigkeitsladen.

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in China Elektroauto

Nio testet Gen-5-Stationen für Batteriewechsel

Nio testet Gen-5-Stationen für Batteriewechsel

Maria Glaser  —  

Nio beginnt damit, seine neuen Batteriewechselstationen intern zu testen, damit die flächendeckende Einführung im Sommer beginnen kann.

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Daniel Krenzer  —  

Die ersten Festkörperbatterien sollen noch in diesem Jahr in einem Elektroauto getestet werden, halbfeste Batterien gehen zeitnah in Serie.

Roland Berger: China entwickelt E-Autos 30 Prozent schneller

Roland Berger: China entwickelt E-Autos 30 Prozent schneller

Sebastian Henßler  —  

33 statt 49 Monate für ein neues Auto: Roland Berger zeigt, wie groß Chinas Entwicklungsvorsprung gegenüber den europäischen Herstellern wirklich ausfällt.

China und Europa: Vom Invasions-Mythos zur Integrationslogik

China und Europa: Vom Invasions-Mythos zur Integrationslogik

Sebastian Henßler  —  

Die Debatte über eine „China-Invasion“ auf Europa greift zu kurz. Der Wettbewerb findet im selben System statt – über Restwerte, Finanzierung und Service.

Volkswagen: Erste chinesische Modelle als Hoffnungsträger

Volkswagen: Erste chinesische Modelle als Hoffnungsträger

Laura Horst  —  

Volkswagen bringt in diesem Jahr die ersten in China entwickelten und gefertigten Modelle auf den Markt und will damit Marktanteile zurückgewinnen.

Kostendruck: Stellantis erwägt Einsatz von Leapmotor-Technik in Europa

Kostendruck: Stellantis erwägt Einsatz von Leapmotor-Technik in Europa

Tobias Stahl  —  

Insidern zufolge erwägt Stellantis den Einsatz von Leapmotor-Technik in europäischen Elektroautos. Die Entscheidung würde einen Wendepunkt darstellen.

EU verschiebt Plan zum Schutz europäischer E-Autos

EU verschiebt Plan zum Schutz europäischer E-Autos

Sebastian Henßler  —  

Die EU verschiebt ein Industriegesetz mit 70 Prozent Quote für E‑Autos. Fördergelder sollen an EU-Montage und Herkunft gebunden werden.