Immer mehr Schnelllader auch in den Innenstädten

Immer mehr Schnelllader auch in den Innenstädten
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XCharge

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Lange Zeit gab es in Innenstädten kaum Schnellladestationen für Elektroautos. Der Grund dafür: Vielerorts ist das Stromnetz in Ballungsgebieten nicht stark genug, um die nötigen Strommengen zur Verfügung zu stellen. Stattdessen entstanden DC-Lader meist in Gewerbegebieten und in peripherer Lage. In letzter Zeit kommen aber auch innenstadtnah immer mehr DC-Lader dazu. Denn es gibt eine Lösung für das Problem: Immer mehr Ladesäulen-Anbieter setzen auf große Akkus als Pufferspeicher. Wie die Automobilwoche berichtet, baut auch der 2017 in Hamburg gegründete Ladegeräte-Anbieter XCharge in Zusammenarbeit mit Vattenfall immer mehr solcher Ladesäulen auf.

„Unsere Hochleistungs-Lader mit Batterie ermöglichen es, schnell und flexibel an jedem Ort eine Schnellladelösung anzubieten, die ansonsten technisch noch nicht in der Lage wäre“, sagte dem Bericht zufolge Europachefin Albina Iljasov. Auch wenn beispielsweise nur eine normale Anschlussleistung von 60 kW vor Ort möglich wäre, können diese Ladestationen bis zu 210 kW an Ladeleistung abgeben. Denn ein 233 kWh großer Akku in der Ladestation wird permanent aus dem Netz geladen und gibt die höhere Ladeleistung dann nach Bedarf an angesteckte Elektroautos ab.

Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa habe das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 130 solcher Schnelllader installiert, die zusätzlich bidirektional funktionieren und somit das Netz vor Ort bei Lastspitzen stützen können. Zwar ist hierzulande der Netzausbau vielerorts noch nicht gut genug, in vielen anderen Ländern ist die Situation der Stromnetze aber mitunter noch schlechter. Gerade hier sieht XCharge offenbar eine große Chance.

„Vor allem Länder, die bislang noch eine viel zu schwache Netz-Infrastruktur für Fast Charging haben, sind interessiert. Sie setzen unsere Lösung vielfach als Zwischenlösung ein, bis eine ausreichende Netzanbindung geschaffen wurde“, sagte Iljasov der Automobilwoche. Unter anderem auch die Anbieter Numbat und Jolt setzen auf Ladestationen mit Pufferspeicher. Häufig sind sie an Supermarkt-Parkplätzen, aber auch an Tankstellen vorzufinden. Zum Aufbau von Ladeinfrastruktur verpflichten auch entsprechende gesetzliche Regelungen.

Numbat-HPC
Numbat

Ladestationen erhöhen Sichtbarkeit der E-Mobilität

Die Ladestationen mit Pufferspeicher leisten zudem einen Beitrag für die Sichtbarkeit der Elektromobilität, denn die Vorrichtungen sind deutlich größer als klassische Schnelllader und signalisieren unmissverständlich: Hier könnte auch Ihr Elektroauto aufgeladen werden. Viele Deutsche scheuen nämlich noch deshalb den Schritt zur Elektromobilität, weil sie die Sorge haben, ihr E-Auto nicht laden zu können. Die Kosten für eine solche Anlage sind durch den großen Speicher aber entsprechend höher als für normale Schnelllader. So hat ein Modell von XCharge einen Speicher von 233 kWh verbaut.

Jolt-Ultra-Schnelllader
Jolt

Natürlich kann es bei einer hochfrequenten Nutzung passieren, dass der Speicher leer ist, dann würde die Ladeleistung entsprechend sinken. Solche Lösungen ermöglichen also aktuell zwar ein Schnellladen auch in städtischen Gebieten, sind aber für die Netzbetreiber keine Erlösung aus der Notwendigkeit der Netzertüchtigung.

Zwar können Netzbetreiber seit diesem Jahr besonders verbrauchsintensive Geräte wie Wärmepumpen und Wallboxen auch zeitweise drosseln, um Lastspitzen abzufedern. Doch sollte das geschehen, müssen die Netzbetreiber dies veröffentlichen und im Anschluss dafür sorgen, dass das Netz vor Ort auch entsprechend nachgebessert wird. Das Netz in den Städten muss also nach und nach verbessert werden – so wie wir es aus den vergangenen Jahren bereits von der Infrastruktur für den Datentransfer kennen.

Quelle: Automobilwoche – „Ladesäulen: XCharge verspricht Schnellladen per Akku“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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