Moderne Offroad-Klassiker gibt’s auch in elektrisch

Moderne Offroad-Klassiker gibt’s auch in elektrisch
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Stefan Grundhoff
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Mercedes G-Klasse, Toyota Land Cruiser und Land Rover Defender sind wie auf abseits der befestigten Wege fahrende Legenden. Doch gerade klassische Geländewagen sind als Restomods längst zu begehrten Luxusvehikeln geworden. Auf Wunsch sogar mit Elektroantrieb.

Mit einer gewöhnlichen Mercedes G-Klasse in den Luxusvierteln von Beverly Hills, Dubai oder Grünwald noch aufzufallen, ist schlicht unmöglich. Und selbst die etwas bodenständigeren Toyota Land Cruiser oder Land Rover Defender sind heute keine Fahrzeuge mehr, nach denen sich jemand umdrehen würde. Echte Offroad-Fans monieren zudem, dass die aktuellen Versionen der immer teurer gewordenen Geländeklassiker viel ihres urwüchsigen Charmes verloren haben, und dass Dreingaben wie Digitalinstrumente, Luxusausstattungen oder Assistenzsysteme nicht zu jenen Offroadern passen, die vor mehr als vier Jahrzehnten entstanden sind.

Immer mehr Fahrzeugveredler haben diesen Trend erkannt und bauen die 4×4-Klassiker zu hoch exklusiven Geländewagen um, bei denen nicht allein der historische Charme erhalten bleibt, sondern auch dem immer größer werden Wunsch nach maximaler Individualisierung Rechnung getragen wird. Und manchmal auch der Elektrifizierung.

Beliebter denn je sind dabei Restomods der Mercedes G-Klasse geworden. Vor Jahren waren diese gerade als Zweitürer mit langem Radstand von der Schweizer Armee ein beliebter Offroad-Klassiker für wenig Geld. Die rustikalen Kraxler in Versionen wie Mercedes oder Wolf GD 250 / 290 und G 230 haben sich längst bis in die USA vorgekämpft und werden hier von Umbaufirmen wie der Expedition Motor Company wahlweise mit unveränderter Motorentechnik, Corvette-V8-Power oder optionaler Getriebeautomatik (12.500 US-Dollar) zum belederten Lifestyle-Vehikel für die Prachtmeilen von Miami, London oder München – mit betont puristischer Ausstattung. Auch nach der mehr als 1500 Stunden dauernden Komplettrestaurierung behält die Armee-G-Klasse ihren rustikalen Charakter und katapultiert einen nach Betätigen des grobschlächtigen Türgriffs in ein analoges 4×4-Zeitalter. Daran ändern auch Ausstattungsdetails wie Nachrüst-Navigation, Apple Carplay oder vier beheizte Einzelsitze nichts.

Mercedes-G-Klasse-Restomod
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Das markant in Szene gesetzte Offroadfahrwerk hat dabei ebenfalls nichts mehr mit dem Ursprungsmodell aus Armeegeständen zu tun, wenn es die Produktionsanlagen in New Jersey mit seinem rasselnden Vorkammerdiesel verlässt. Der rustikale Selbstzünder mit weniger als 100 PS passt ebenso wie die karge Instrumentierung oder die aus dem Mitteltunnel herausragenden Knüppel für Automatikwählhebel, Untersetzung oder Handbremse in das Restomodbild. Mehr als 120 km/h schafft der offene Allradler ohnehin nicht und wird im Alltag nur selten die 100er-Marke durchbrechen. So viel Exklusivität hat ihren Preis und der liegt in der Realität kaum unter 200.000 US-Dollar. Günstiger sind die Umbauten des Waiblinger Mercedes-Spezialisten Lorinser. Hier gibt es ehemalige Funk- und Sanitätsfahrzeuge von Mercedes oder Puch mit Hochdach auch als Camping- und Expeditionsmobile – ab rund 70.000 Euro.

In eine ähnliche Richtung gehen die Umbauten von The Landrovers. Bei dem US-Veredler werden die klassischen Defender-Modelle ebenfalls komplett restauriert und wahlweise mit einem leistungsstarken V8-Benziner oder einem Elektromotor auf einen neuen Stand gebracht. Wer meint, dass bereits G-Klassen der Expedition Motor Company teuer sind, wird bei The Landrovers mit Stationen in Amsterdam oder Los Angeles einen Schrecken bekommen. Startet der V8-Benziner bei 382.500 Euro, kostet die 600 PS starke Elektroversion als Panterra-Restmod nochmals 100.000 Euro mehr.

Landrover-Defender-Restomod
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Dank eines 200-kWh-Batteriepakets sind mit den vier Radnabenmotoren 600 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp drin. Innen gibt es auf Wunsch edelstes Leder, digitale Instrumente oder klassische Runduhren, Safari-Ausstattung oder elektrische Einzelsitze. Derzeit noch beliebter als die Elektroversion sind die Verbrenner – wahlweise mit Cummins-Diesel-Aggregaten oder als Bohemian Mama Bigfoot mit V8-Power-Benzinern aus der Corvette mit 525 PS oder mehr.

Icon Motors aus Los Angeles hat sich seit den frühen 2000er Jahren klassischen Land Cruiser Modellen von Toyota sowie dem historischen Ford Bronco angenommen. Besonders beliebt ist jedoch der Icon FJ, der auf der Ursprungsgeneration des Toyota FJ40 basiert. Firmeninhaber und CEO Jonathan Ward legt jedoch Wert darauf, dass es sich bei den Restomod-Fahrzeugen um echte Offroader handelt, die nicht nur im Straßenverkehr Applaus bekommen: „It’s for real – not for show!“ unterstreicht der ehemalige Schauspieler, der sein Herz vor vielen Jahren an pulverbeschichtete Offroader verloren hat.

Icon-Motors-FJ
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Mittlerweile sind die FJ-Modelle nicht nur als kurzer 40er, sondern auch FJ43, FJ44 oder FJ45 mit offener Ladefläche und Plane zu bekommen. Bei den Antrieben setzt das Team rund um Jon Ward ausschließlich auf Sportwagentechnik aus dem Hause General Motors. Der 6,2 Liter große V8 überträgt seine 430 PS über eine Viergang-Automatik mit Overdrive auf beide Antriebsachsen. Den Rest erledigen im Gelände Untersetzung, Differenzialsperren und genügend Bodenfreiheit. Gebrauchte Vorführmodelle starten bei 175.000 US-Dollar.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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