Polestar: Biologisch abbaubare Materialien für zukünftige Fahrzeuge

Polestar: Biologisch abbaubare Materialien für zukünftige Fahrzeuge
Copyright:

Polestar

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Im Oktober 2021 präsentierten Polestar und der Awareness Artist Thijs Biersteker die interaktive Kunstinstallation „We Harvest Wind“. Die Zusammenarbeit, inspiriert von Polestars LCA-Bericht, lenkte die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung erneuerbarer Energien und führte zu mehr als nur innovativer Kunst. Im Rahmen des Projekts wurde ein neuer, vollständig biologisch abbaubarer Klebstoff auf Maisbasis entwickelt, der das Potenzial habe soll, zukünftig in Polestar Fahrzeugen eingesetzt zu werden, so der Autohersteller in einer aktuellen Mitteilung.

Die Skulptur „We Harvest Wind“ hat einen Durchmesser von drei Metern und besteht aus einer Reihe von Außenflügeln, die sich um eine zentrale Spirale drehen. Die Besucher können das „Windspiel“ selbst steuern, indem sie große Ventilatoren bedienen und sich so bewusst werden, dass die Macht, echte Veränderungen zu bewirken, in ihren eigenen Händen liegt. Bei der Entwicklung des Werks arbeiteten das Woven Studio von Biersteker und das in Großbritannien ansässige Forschungs- und Entwicklungsteam von Polestar Hand in Hand.

Polestar-Entwicklung-Nachhaltigkeit
Polestar

Bei der Auswahl des Materials für die Außenflügel untersuchte das Team zunächst die Verwendung von Bcomp powerRibs, kombiniert mit einer Platte aus Naturfasern und Polypropylen (NFPP) – dem gleichen flachsbasierten Verbundwerkstoff, der auch in der Polestar-Studie Precept zum Einsatz kommt. Die meisten Naturfaserprodukte verwenden jedoch Polypropylenharz auf Basis fossiler Brennstoffe. Diesen Umstand hat der Künstler zusammen mit dem Forschungs- und Entwicklungsteam von Polestar im Rahmen der Zusammenarbeit in Frage gestellt und gemeinsam wurden eine Reihe von nachhaltigeren, biologisch abbaubaren Harzen untersucht.

„Wenn man ein Kunstwerk schafft, das über Umweltauswirkungen spricht, muss man etwas schaffen, das die Umwelt selbst nicht zu sehr beeinträchtigt.“ – Thijs Biersteker, Künstler und Gründer Woven Studio

Was spielerisch als Experiment begann, soll zukünftig Einfluss auf die Fahrzeugproduktion bei Polestar haben. „Das Projekt ‚We Harvest Wind‘ ermöglichte es Woven Studio und Polestar, ihre Kräfte zu bündeln und neue Materialkombinationen zu erforschen, bei denen biobasierte Polymere anstelle traditioneller, auf fossilen Brennstoffen basierende Materialien verwendet werden. Diese Zusammenarbeit hat mehrere Initiativen innerhalb des Polestar Teams angestoßen und einige laufende Studien, die wir mit Bcomp durchführen, untermauert. Jetzt hoffen wir, eine vollständig biobasierte Lösung mit powerRibs und biobasiertem Polypropylen in der zukünftigen Produktion von Polestar Fahrzeugen einsetzen zu können“, sagt Ross Kelk, Chief Engineer of Interiors bei Polestar UK R&D.

Der Künstler Thijs Biersteker weiter: „Wir haben die Blätter der Skulptur aus 3D-gedrucktem, recyceltem PET-Kunststoff hergestellt, und die Außenflügel wurden mit einer Struktur aus Flachs und einem neuen, umweltfreundlichen Harz auf Maisbasis gefertigt – eine Materialkombination, die während des Projekts von Woven Studio und Polestar entwickelt wurde. Wir haben einen Verbundwerkstoff aus Flachs und Polymilchsäure (PLA), einem biologisch abbaubaren Biopolymer, das aus Mais hergestellt wird, erarbeitet. Die Kombination dieser beiden Materialien verleiht dem Kunstwerk ein wirklich organisches Gefühl.

Die Installation wurde mit Hilfe eines Materialpasses, in dem die verwendeten Methoden und Materialien für ein späteres Recycling festgehalten wurden, überwacht und dokumentiert. Polestar ergreift konkrete Maßnahmen, um eine klimaneutrale Zukunft zu erreichen, indem es die Transparenz bei der Berichterstattung über den CO2-Fußabdruck, die Ethik in der Lieferkette und die Rückverfolgbarkeit von Materialien fördert.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung vom 20.01.2022

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.