Opel Mokka-e: Stornowelle nach zu viel Nachfrage in 2020

Opel Mokka-e: Stornowelle nach zu viel Nachfrage in 2020
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Elektroauto-News.net

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Elektrisch, emissionsfrei, voller Energie: Das ist der neue Opel Mokka-e. Die nächste Mokka-Generation, die auf der Plattform des PSA-Konzerns aufbaut und auch als reines Elektroauto erhältlich sein wird. Doch viele E-Auto-Fahrer werden den Stromer nicht fahren können. Denn Opel sei überrascht worden mit der massiven Nachfrage und gibt zu verstehen, dass das Jahreskontingent des Mokka-e für 2021 bereits vergriffen sei. Die Folge: Eine Stornowelle für Besteller des Mokka-e, wie das Handelsblatt zu berichten weiß.

Diese folgt einer Entscheidung, welche Opel sicherlich nicht einfach fällt. Vor allem, da der Mokka als Erfolgsbringer galt, um den Absatz von Opel zu stärken, gar auszubauen. Eine „Trendwende“ beim Marktanteil sollte er einleiten, wie Opel-Chef Michael Lohscheller noch im August 2020 zu verstehen gab. Seit Ende September 2020 kann der Mokka – als Verbrenner und Elektroauto – vorbestellt werden, Auslieferung ab März 2021. Doch daraus scheint zumindest für die E-Variante nichts zu werden. Oder eben nur stark abgespeckt. Denn die Nachfrage nach dem Mokka-e ist nämlich so groß, dass die Produktionskapazitäten für das gesamte Jahr 2021 bereits erschöpft sei, wie wir im Dezember 2020 berichten konnten.

Nur zehn Wochen nach dem offiziellen Verkaufsstart und lange bevor die ersten Serienfahrzeug am 1. März auf die Straße kommen wird Opel somit nicht in der Lage sein die Nachfrage nach dem Mokka-e zu befriedigen. Die Frage ob Opel mit zu wenig Resonanz auf den Mokka-e gerechnet hat, lässt sich sicherlich mit „Ja“ beantworten. Denn wenn man gerade einmal von einer „hohen vierstelligen Zahl“ von Verkäufen des Mokka mit Elektroantrieb – im besten Fall 9.999 Einheiten – ausgeht, hat man wohl zu kurz gedacht. Dies führt nun zu einer Stornowelle des Automobilherstellers.

Opel wird durch die die starke Nachfrage gezwungen bereits abgeschlossene Verträge mit Hunderten Kunden wieder zu kündigen. In einem Schreiben an einen Käufer des Mokka-e, das dem Handelsblatt vorliegt, ist davon die Rede, dass dessen Bestellung „aufgrund dieser aktuellen Überbuchung storniert werden musste“. Eine Auslieferung in 2021 sei ausgeschlossen, auch für einen späteren Zeitpunkt sei kein Liefertermin zu benennen. Gegenüber Elektroauto-News.net äußerte man sich im Dezember wie folgt:

„Einige Varianten des Mokka-e sind im Rahmen des aktuellen Modelljahres bis September 2021 bereits ausverkauft. Andere Ausstattungslinien des Mokka-e sowie die Benziner- und Diesel-Varianten sind nach wie vor bestellbar. Zudem bieten wir all unseren Kunden mit Interesse an einem elektrifizierten Opel auch Modelle wie den Corsa-e oder Grandland X PHEV. Insgesamt werden wir 2021 neun elektrifizierte Modelle im Angebot haben.“ – Opel-Sprecher

Wie mittlerweile bekannt wurde bietet Opel den betroffenen Mokka-e-Kunden alternativ etwa den elektrischen Kleinwagen Corsa-e „in Bestausstattung zu Schleuderpreisen“ an, wie das Handelsblatt berichtet. Doch viele Kunden sind verärgert und wollen weder unabsehbar lange auf den Mokka-e warten noch auf ein anderes Modell von Opel ausweichen. Am meisten leidet wohl Opel selbst darunter, welche mit dieser Nachfrage einfach nicht gerechnet haben.

Schade ist nur, dass das PSA-Werk Poissy bei Paris, wo der Opel auf einer Linie mit dem DS3 e-tense produziert wird, auch nicht mehr Mokka-e hergibt. Selbst wenn man wollte. Es verwundert daher nicht, dass es Opel unangenehm ist, dass man nun nicht lieferfähig ist. Im Dezember hieß es, dass man daran arbeite eine Lösung zu finden.

Quelle: Handelsblatt – „Überbuchung“: Opel storniert Hunderte Bestellungen für den Mokka-e

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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