Nachhaltige Materialien im Ioniq 5: Hyundai und Healthy Seas

Nachhaltige Materialien im Ioniq 5: Hyundai und Healthy Seas
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Hyundai

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Der Autohersteller Hyundai hat einige Details zu seiner Zusammenarbeit mit Healthy Seas veröffentlicht. Die beiden Unternehmen haben seit April 2021 elf Aktionen zum Schutz der Meere in sieben europäischen Ländern geplant und durchgeführt. Das Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die Schaffung einer nachhaltigen Gesellschaft, indem die Verschmutzungen der Ozeane bekämpft und die maritimen Ökosysteme geschützt werden. Der gesammelte Abfall wird ihm Rahmen einer Kreislaufwirtschaft recycelt – und kommt in Elektroautos zum Einsatz.

Die gemeinsamen Aktivitäten umfassen Säuberungsaktionen am Strand und Tauchgänge, bei denen weggeworfene Fischernetze geborgen werden. Um die Gesellschaft langfristig für ökologische Schäden in der Umwelt zu sensibilisieren, werden die Aktionen durch Lehrveranstaltungen ergänzt, in denen vor allem Schulkinder vor Ort über die Relevanz sauberen Weltmeere informiert werden. „Es reicht nicht aus, Vorreiter bei sauberen und zukunftsorientierten Mobilitätslösungen zu sein, wir müssen zusätzlich die Unterwasserwelt schützen“, sagt Michael Cole, Präsident und CEO von Hyundai Motor Europe. Das bisher erreichte sei „großartig“, und die gemeinsamen Aktivitäten sollen im kommenden Jahr noch weiter ausgebaut werden.

In Deutschland fand zuletzt im September eine Aktion statt. Gemeinsam mit dem Schauspieler und Hyundai Partner Lenn Kudrjawizki hat sich Hyundai Motor Deutschland am großen „North Sea Clean-up“ vor der Insel Norderney beteiligt. Die niedersächsische Insel wurde für die Aktion ausgewählt, weil sie dicht an einer der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt liegt und sich hier naturgemäß viele Wracks finden, in denen sich häufig verlassene Fischernetze, sogenannte Geisternetze, verfangen.

Aus Abfall werden nachhaltige Produkte

Hyundai bezeichnet sich selbst als Vorreiter in Bezug auf nachhaltige und innovative Mobilitätslösungen und unterstützt die Aufräumaktionen der Weltmeere im Rahmen seiner globalen Strategie. Ganz im Sinne der Unternehmensvision „Progress for Humanity“ haben Hyundai und Healthy Seas eine Kreislaufwirtschaft etabliert. Zusammen mit weiterem Abfall aus Nylon recycelt das Unternehmen Aquafil, ein Gründungspartner von Healthy Seas, Geisternetze zu Econyl. Dieses Garn wird für nachhaltige Produkte, wie beispielsweise Bademode und Teppiche, genutzt.

Seit der Markteinführung des Hyundai Ioniq 5 haben europäische Kunden die Möglichkeit, nachhaltige Fußmatten aus Econyl für das batterieelektrische E-CUV zu bestellen.

Seit dem Beginn der Partnerschaft im April 2021 hat Hyundai Healthy Seas finanziell bei der Verwirklichung von Aufräumaktionen und Aufklärungsaktivitäten in ganz Europa unterstützt. Die erste gemeinsame Aktion mit Hyundai fand im Juni auf Ithaca, Griechenland, statt. Ein Sturm hatte zuvor Netze und andere Arbeitsmaterialien einer verlassenen Fischerei ins Meer geweht, die dort das maritime Ökosystem bedrohten.

Hyundai_HealthySeas_Meeresschutz-Tauchen
Hyundai

Im Rahmen dieser ersten Zusammenarbeit fanden Aufräumaktionen im Meer und an den Stränden statt. Der gesammelte Abfall wurde re- und upgecycelt oder ordnungsgemäß entsorgt. Zudem wurden ortsansässige Inselbewohner über Abfall im Meer und Geisternetze aufgeklärt.

Bis heute war dies das bedeutendste Projekt von Healthy Seas im Rahmen des Umweltschutzes, aber auch für den gesellschaftlichen Nutzen vor Ort. Dank der 45 Teilnehmer, 20 Taucher und 15 Organisationen habe die Veranstaltung in kurzer Zeit beachtliche Ergebnisse erzielt, wie Hyundai mitteilt. Das Team habe insgesamt vier Strände und zwei Buchten in bis zu 30 Metern Tiefe aufgeräumt und fünf Tonnen Fischernetze, 32 Tonnen Metall und 39 Tonnen Plastikmüll geborgen, darunter 150 Säcke mit Polystyrolschaumkugeln.

Tauchaktionen schützen die Biodiversität

Hyundai unterstützt Healthy Seas bei der Organisation und Logistik rund um die Tauchgänge, die in diesem Jahr um Ijmuiden in den Niederlanden, Lampedusa in Italien, Newcastle im Vereinigten Königreich, Norderney in Deutschland und Tossa del Mar in Spaniendurchgeführt wurden. 78 Tonnen Müll in Form von Geisternetzen, Krabben- und Hummerkäfigen sowie Blei und anderen Abfällen konnten so bereits geborgen werden.

„Wir sind sehr dankbar für die Zusammen mit Hyundai, denn sie ermöglicht uns, Projekte durchzuführen, die sich in einem Ausmaß positiv auf die Umwelt auswirken, wie wir es uns nie hätten vorstellen können. Es macht Spaß, mit Hyundai zusammenzuarbeiten und wir freuen uns darauf, im kommenden Jahr noch mehr erreichen zu können.“ – Veronika Mikos, Direktorin Healthy Seas

Zusätzlich zu den Aufräumaktionen unter Wasser umfasst die Zusammenarbeit Lehrveranstaltungen für Schulkinder in Valencia, dem niederländische Ijmuiden, Mailand, Paris, Costa Brava in Spanien und auf der Insel Sylt. Neben interaktiven Präsentationen über Meeresschutz und das Phänomen der Geisternetze konnten die mehr als 900 Kinder auch selbst an den Strand-Aktionen teilnehmen, Erfahrungen mit dem Virtual-Reality-Programm von Healthy Seas sammeln, Lernspiele spielen und sich geborgene Netze anschauen.

Hyundai_HealthySeas_Meeresschutz-Strand
Hyundai

Healthy Seas hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Meere von Abfall, insbesondere Fischernetze, zu befreien, um die Gesundheit maritimer Ökosysteme zu unterstützen und eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Die zurückgewonnenen Fischernetze werden von Aquafil in einen Econyl genannten Garn umgewandelt, ein Rohmaterial, aus dem neue Produkte wie Socken, Badekleidung, oder Teppiche hergestellt werden. Seit seiner Gründung im Jahr 2013 hat Healthy Seas mit Hilfe von freiwilligen Tauchern und Fischern mehr als 585 Tonnen Fischernetze gesammelt.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung vom 06.12.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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