München soll 500 Millionen Euro teures „Deutsches Zentrum Mobilität der Zukunft“ bekommen

München soll 500 Millionen Euro teures „Deutsches Zentrum Mobilität der Zukunft“ bekommen
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Erst die IAA, jetzt ein 500 Millionen Euro teures Mobilitätszentrum? Nach der Entscheidung, die Automesse IAA in München auszutragen, kündigte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in einem Interview mit dem Münchner Merkur den Plan an, in der bayerischen Landeshauptstadt auch ein Mobilitätszentrum aufbauen zu wollen, „eine Zukunftsfabrik, die Weltruf erlangen soll“, wie die Zeitung schreibt. Im „Deutsches Zentrum Mobilität der Zukunft“ genannten Projekt sollen auf Basis neuer technologischer Möglichkeiten Antworten darauf gefunden werden, „wie sich Menschen in Zukunft fortbewegen wollen und wie Waren transportiert werden“.

Deutschland sei „das Land der Ideen und der Innovationen“, mit vielen kreativen Köpfen, unglaublich guten Initiativen, Wissenschaftlern, Start-ups, der Industrie und dem Mittelstand, so der Verkehrsminister. „Jetzt brauchen wir einen großen Wurf, der das alles verbindet mit globaler Strahlkraft und einzigartig in Europa“. In den kommenden Jahren sollen 500 Millionen Euro in das Projekt fließen, um „die Mobilität der Zukunft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft neu zu denken“.

Dem Minister schwebt in der Metropolregion München ein Forschungszentrum mit Werkstätten vor, an dem etwa an künstlicher Intelligenz im Mobilitätssektor sowie klimaschonender Mobilität ohne Einschränkungen gearbeitet werden soll. Geplant ist auch ein „Technologie-Anwenderzentrum mit dem Schwerpunkt Wasserstoff genauso wie ein Datencenter und ein digitales Testfeld.“ Auch die „Airmobility“, sei ein Thema, etwa „welche Hauptbahnhöfe ertüchtigt werden müssen, damit auch Drohnen und Flugtaxis landen können“, sowie die Forschung an Wasserstoffantrieben für Fernzüge.

„Wir machen jetzt richtig Tempo“

Scheuer sei bereits mit dem bayerischen Ministerpräsidenten in Kontakt und wolle sich nach der Kommunalwahl in München Mitte Mai auch mit der Landeshauptstadt zusammensetzen, „um über geeignete Grundstücke zu sprechen“. Wichtig sei ihm, „dass man den Ort in der Landeshauptstadt sichtbar macht. Ich will, dass die Bevölkerung an dem Projekt teil hat.

Es sei zwar nicht so einfach, eine halbe Milliarde Euro aus Bundeshaushalt für das Vorhaben zu gewinnen. „Aber wir haben aus den Klimaprogrammen gute Fördermöglichkeiten für alternative Antriebe und alternative Kraftstoffe“. Scheuer habe das Thema auch bereits mit dem Bundesfinanzminister „besprochen und auch seine Unterstützung bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Ihm schwebt ein Arbeitsplatzvolumen von 200 Experten vor, „die im Kernbereich arbeiten“, sowie einer größeren Zahl an jeweils Einzel-Projekt-bezogenen Mitarbeitern.

Wann das Zentrum eröffnen soll, wollte der Merkur abschließend wissen. „Wir wollen mit der Fertigstellung nicht in ein paar Jahren beginnen“, entgegnete Scheuer, „sondern wir machen jetzt richtig Tempo.“

Quelle: Münchner Merkur — Scheuer macht für Münchner Mega-Projekt halbe Milliarde locker – „damit auch Flugtaxis landen können“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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