Mercedes EQS: Spannung in der Luxusklasse

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Mercedes-Benz

Wolfgang Plank
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Mercedes-EQ bringt die ersten Modelle der Luxus-Baureihe EQS auf den Markt. Das hat das Unternehmen bekanntgegeben. Sie stehen auf der neuen modularen Architektur für E-Fahrzeuge der Luxus- und Oberklasse. Den Auftakt machen der EQS 450+ mit 245 kW sowie der EQS 580 4MATIC mit 385 kW. Mit einem neuen cw-Bestwert von 0,20 ist der EQS demnach das aerodynamischste Serienauto der Welt.

Nach eigenen Angaben will Mercedes-Benz in weniger als 20 Jahren eine CO2-neutrale Neuwagen-Flotte anbieten. Bereits bis 2030 sollen mehr als die Hälfte der Autos als E-Fahrzeuge oder Plug-in-Hybride verkauft werden. Die Fahrzeuge würden CO2-neutral produziert, heißt es. Zudem kämen ressourcenschonende Materialien wie Teppiche aus Recyclinggarn zum Einsatz.

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Mit Reichweiten bis 780 Kilometer (WLTP), einer Leistung von bis zu 385 kW und abgeriegelten 210 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit will Mercedes im S-Klasse-Segment Maßstäbe setzen. Eine Performance-Version mit bis zu 560 kW ist in Planung. Alle EQS besitzen einen elektrischen Antriebsstrang an der Hinterachse, die Versionen mit 4MATIC zusätzlich auch einen an der Vorderachse. Die maximale Rekuperationsleistung liegt bei 290 kW. Die Verzögerung erfolge auch auf erkannte vorausfahrende Fahrzeuge bis zu deren Stillstand, heißt es.

Mit dem EQS starte zudem eine neue Batterie-Generation mit deutlich höherer Energiedichte und einem auf zehn Prozent reduzierten Kobalt-Anteil, so Mercedes-Benz. Die Management-Software ermögliche Updates over the Air (OTA). Geladen werden kann der EQS mit bis zu 200 kW Gleichstrom. In nur 15 Minuten lasse sich damit Strom für bis zu 300 Kilometer (WLTP) nachladen. Zu Hause oder an öffentlichen Stationen kann der EQS mit Hilfe des Onboard-Laders bis zu 22 kW Wechselstrom ziehen. Nur in Japan soll auch bidirektionales Laden möglich sein.

Wie Mercedes mitteilt, plant das Navigationssystem die schnellste und komfortabelste Route inklusive Ladestopps und reagiert dynamisch auf Staus oder eine Änderung der Fahrweise. Manuell hinzugefügte Ladestationen entlang der Route werden bei der Routenberechnung präferiert. Zusätzlich werden vorab die voraussichtlichen Kosten pro Ladestopp berechnet.

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Serienmäßige verfügt der EQS über Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu 4,5°. Alternativ kann ein Einschlag von bis zu 10° bestellt oder bei den ab Anfang 2022 produzierten Fahrzeugen nachträglich durch ein Upgrade over the Air (OTA) freigeschaltet werden. Dadurch ist ein Wendekreis des über fünf Meter langen EQS von 10,9 Metern möglich.

Die Front ist zu einer Black-Panel-Einheit zusammengefasst. Über ein Leuchtband verbundene Scheinwerfer und die tiefschwarze Kühlerverkleidung (Black Panel) bilden das eigenständige Gesicht. Der EQS besitzt je nach Ausstattung bis zu 350 Sensoren. Diese erfassen Entfernungen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen, Lichtverhältnisse, Niederschlag und Temperaturen, die Belegung von Sitzplätzen ebenso wie den Lidschlag des Fahrers oder die Sprache der Passagiere. Dank Künstlicher Intelligenz ist der EQS sogar lernfähig.

Auf Wunsch besitzt der EQS automatische Komforttüren vorne und hinten. Geht der Fahrer auf das Auto zu, fahren zunächst die Türgriffe aus. Bei weiterer Näherung öffnet sich die Fahrertür automatisch. Über MBUX hat der Fahrer außerdem die Möglichkeit, die hinteren Türen ferngesteuert zu öffnen und etwa Kinder an der Schule einsteigen zu lassen. Mit dem Remote Park-Assistenten lässt sich der EQS per Smartphone ein- und ausparken. Er ist zudem für automatisiertes Parken in entsprechend ausgerüsteten Parhäusern vorbereitet. Mit der Sonderausstattung „Drive Pilot“ kann der EQS auf geeigneten Autobahnabschnitten zunächst in Deutschland bis Tempo 60 hochautomatisiert fahren.

Die Scheinwerfertechnologie „Digital Light“ ermöglicht die Projektion von Markierungen oder Warnsymbolen auf die Fahrbahn. In jedem Scheinwerfer arbeitet ein Lichtmodul mit drei extrem lichtstarken LED, deren Licht mit Hilfe von 1,3 Millionen Mikrospiegeln gebrochen und gerichtet wird. Pro Fahrzeug beträgt die Auflösung demnach 2,6 Millionen Pixel.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 24. Juli 2021

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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